20. August 2019 | seit 1999
TESTBERICHT
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Teufel Airy

Der Airy von Teufel ist in diversen Ausführungen zu haben und bietet einen tadellos ausgewogenen Klang

Der in Weiss, Anthrazit und Ivory zu einem sehr günstigen Preis von 130 Franken erhältliche kleine, ohraufliegende Hörer lässt mit seinem hochwertigen apt-X, 20 Stunden Akkulaufzeit, integrierter Freisprecheinrichtung und etlichem mehr, die Erwartungen hochschnellen.

Bedienelemente sucht man zunächst am Hörer vergeblich und findet sie dann an der rechten Ohrmuschel bei einem Drehknopf für die Lautstärke und durch unterschiedliche Druckpunkte an der seitlichen, kleinen Deckplatte. Musik machen zwei hochwertige 40 mm-Linear-HD-Treiber mit Neodym-Magneten.

Die wechselbaren Ohrpolstern sind abwaschbar. Die Ohrmuscheln bestehen aus sehr weichem, aber robustem Kunstleder, das Bügelband aus weichem Silikon  Dank geschlossener Bauweise schirmt der Hörer gut gegen Umgebungslärm ab. Mitgeliefert wird eine relativ grosses, aber überaus stabiles Case. Ein grosser Frequenzumfang des Mikrofons in Verbindung mit einer Rausch- und Echounterdrückung gewährleistet eine gute Sprachqualität. Zudem ist das Mikrofon so angeordnet, dass keine störenden Atemgeräusche übertragen werden.

Mit insgesamt nur 150 g Gewicht gehört der Airy zu den leichtesten Bluetooth-Kopfhörern und ist trotzdem sehr stabil:. Der Airy ist Fall-geprüft aus 1,5 m Höhe. Er liegt nicht ganz so schmuseweich am Ohr wie andere On-Ear-Hörer. Dafür sitzt er auch bei heftigen Bewegungen stabil und unverrückbar am Ohr und schirmt erst noch besser gegen Umgebungslärm ab, als Hörer mit grossen, fetten Ohrpolstern. Das Pairing funktioniert tadellos und die Bedienung an den "unsichtbaren" Bedienelementen hat man rasch im Griff.

Messungen

Tadellos ausgewogen verläuft der Frequenzgang des Airy sowohl am Kabel als mit Bluetooth. Auch bei Teufel hat man darauf verzichtet, den Hörer mit elektronischen Kniffs aufzupeppen. Und so sind über Funk mit apt-X und am Kabel sehr ähnliche Resultate zu erwarten.

Bezüglich Abschirmung gegen Umgebungslärm zeigt der Airy der Konkurrenz, wo es lang geht. Bereits ab 300 Hz beginnt er den Lärm zu dämmen und ab 5 kHz  ist die Dämpfung praktisch perfekt. Ein hohes Lob für diese kleine, leichte und unscheinbare Konstruktion!

Klang

Dieser Hörer präsentiert sich klanglich absolut unspektakulär. Da dröhnen keine Bässe und zischeln keine Höhen. Nein, hier wird ein ausgesprochen angenehmer und ausgewogner Klang geboten, den man lange hören kann, ohne sich an den heute vielerorts üblichen klanglichen Verfärbungen zu nerven.

Bei Klassik erklingen Streicher sehr sauber, im Obertonbereich eher zurückhaltend und trotzdem fein gezeichnet. In den mittleren Lagen wirkt der Hörer offen und lässt zum Beispiel einen Konzertflügel transparent und vital erklingen. Der Hörer zeigt, dass apt-X bei guten, nicht datenreduzierten Aufnahmen einiges an Feinzeichnung bringen kann. Gerade bei Glockenimpulsen und anderen perkussiven Instrumenten zeigt der Hörer feine, klare Attacken und wirkt präzise ohne spitz oder gar grell zu klingen.

Dieser Hörer spielte sich durch sein angenehmes, sympathisches Klangbild in die Herzen der Zuhörer und ist alles andere als ein Bluffer. Das heisst aber ganz und gar nicht, dass er bei hardrockigen Sounds nicht mal ganz tüchtig auf die Pauke hauen kann und Gittarrenriffs so richtig einfahren können...

Fazit Teufel Airy

Sauber gestylter, gut konstruierter und kompakter On-Ear- Bluetooth-Kopfhörer mit ausgewogenem Klang und tadellosem Preis-Leistungsverhältnis.

Lärm-Diagramm Airy von Teufel. Obere Kurve: breitbandiger Lärm am Ohr. Rote Kurve: Lärm am Ohr bei aufgesetztem Hörer (2 dB/Div.)Kommentar: Bereits abs 300 Hz beginnt er den Lärm zu dämmen und ab 5 kHz ist die Dämpfung praktisch perfekt.
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