26. Mai 2019 | seit 1999
TESTBERICHT
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In- und Outdoor

Rein optisch bestehen keine grossen Unterschiede zwischen Indoor- und Outdoor-In-Ear-Hörern. Doch die Anforderungen an die Hörer sind grundverschieden.

Auch bei den In-Ear-Hörern gibt es unterschiedliche Systeme für ebenso unterschiedliche Anwendungsbereiche. Firmen wie zum Beispiel Sennheiser unterscheiden zwischen Indoor- und Outdoor-Hörern. Weiter gibt es Hörer, die den Umgebungslärm nicht nur passiv, sondern mit einem aktiven Noise Cancelling bekämpfen und solche, die sogar ohne Kabel via Bluetooth funktionieren.

Und gerade hier heisst es aufgepasst, dass man/frau den richtigen Hörer kauft!
Gleich hier eine wahre Begebenheit, die einer weiblichen Testperson, nennen wir sie Iris Stöpsel (Nachname frei erfunden) passierte: Als begeisterte Querflötenspielerin war sie auf der Suche nach einem sehr gut klingenden In-Ear-Hörer, den sie überall mitnehmen konnte. In einem Fachgeschäft empfahl man ihr ein bestimmtes Modell, und sie kaufte dieses. Zu Hause stellte sie dann fest, dass sie der Klang trotz kurzem Probieren im Geschäft ganz und gar nicht überzeugte. Sie empfand ihn als eher dünn und mager und war von der mangelhaften Abschirmung gegen Umgebungslärm grenzenlos enttäuscht. Sie hatte offenbar den falschen Hörer gekauft!

Der Unterschied

Wie es sich rasch zeigte, kaufte sich Iris einen sogenannten Sportkopfhörer, auch Outdoor-Hörer genannt. Zwischen einem Outdoor-Sport-Hörer und einem sogenannten Indoor-In-Ear-Hörer besteht jedoch ein grundlegender Unterschied: Aufgrund von tragischen Unfällen beim Joggen haben etliche Hersteller erkannt, dass man bei Sport-Hörern sozusagen als „Lebensversicherung“ alle gefahranzeigenden Umgebungsgeräusche zum Gehör durchlassen muss!

Sport-Hörer sind je nach Hersteller etwas unterschiedlich konstruiert. Im Prinzip funktionieren jedoch die meisten so, dass die Plugs weniger weit in den Gehörgang reichen und diesen auch nicht vollkommen nach aussen abdichten. Vereinzelt sind aber auch Sporthörer auf dem Markt, die abdichtende Plugs einsetzen. Um trotzdem noch Umgebungsgeräusche zum Gehör durchzulassen, macht man Öffnungen im Gehäuse. Doch die Schalldurchlässigkeit ist bei nichtabdichtenden Plugs ganz klar höher und damit auch die Sicherheit.

Der Indoor-In-Ear-Hörer jedoch soll den Umgebungslärm möglichst effizient ausblenden, damit ein ungestörtes Musikhören möglich ist. Dies führt dazu, dass der Gehörgang bei Indoor-In-Ear-Hörern durch einen speziell geformten Stöpsel - auch Plug genannt - vollkommen abgedichtet wird. Diese Abdichtung hat zudem den ganz grossen Vorteil, dass nur so abgrundtiefe und sehr druckvolle Bässe erzielt werden können. Man kennt ja den mageren Klang, der immer noch viel benutzten Stöpselhörer, die ganz locker am Gehör baumeln zur Genüge.

Gespräche mit Vertretern der In-Ear-Industrie haben gezeigt, dass man nur unwillig zugibt, dass Sport-Hörer, die aus erwähnten Gründen den Gehörgang nicht vollständig abdichten, nicht über denselben Tiefgang und Druck im Bass verfügen wie typische Indoor-In-Ear Hörer mit vollkommen abdichtenden Plugs. Doch nach ausgiebigen Diskussionen und Präsentation von Testergebnissen, war man dann doch zähneknirschend bereit, dies zuzugeben.

Weiter ist noch zu bemerken, dass typische Indoor-In-Ear-Hörer nicht nur Umgebungsgeräusche dämpfen, sie lassen auch keinen Schall aus dem Gehörgang raus. Dies bedeutet, dass man mit Indoor-In-Ear-Hörern relativ laut Musik hören kann, ohne andere Leute zu stören, was man von den Sport-Hörern nicht behaupten kann.

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