Fiio Electronics hat mit dem M33 R2R an der CES in Las Vegas einen digitalen Audioplayer vorgestellt, der als Bindeglied zwischen den Einsteiger-Modellen und dem im Herbst 2025 eingeführten Flaggschiff M27 fungiert. Die Besonderheit des Fiio M33 liegt in der Verwendung eines vollständig differenziellen 24-Bit-R2R-Widerstandsnetzwerks anstelle konventioneller Delta-Sigma-DAC-Chips.
Die R2R-Architektur, bei der präzise abgeglichene Widerstände für die Digital/Analog-Wandlung eingesetzt werden, gilt in gewissen «audiophilen» Kreisen als besonders natürlich klingend. In den letzten Jahren ist ein regelrechter Hype um die R2R-DACs entstanden, der vornehmlich von Herstellern aus Fernost wie Denafrips, Gustard oder Cayin bedient wird.
Das vom Widerstandsnetzwerk gewandelte Signal verstärke eine Ausgangsstufe mit acht Operationsverstärkern von Texas Instruments in komplementär-differenzieller Topologie, die in mehreren Stufen verschaltet seien. Diese Konfiguration ermögliche laut Fiio eine Ausgangsleistung von 1100 Milliwatt pro Kanal an der symmetrischen 4,4-Millimeter-Buchse bei 32 Ohm Last. Der unsymmetrische 3,5-Millimeter-Ausgang liefere 470 Milliwatt pro Kanal. Zum Vergleich: Das Flaggschiff M27 bietet im Ultra-High-Gain-Modus 5000 Milliwatt pro Kanal.
Für die USB-Audio-Signalverarbeitung verbaut FiiO einen dedizierten XMOS-XU316-Controller mit 16 Kernen, der zusammen mit zwei Femtosekunden-Oszillatoren für präzises Taktmanagement sorgen soll. Diese Aufgabentrennung zwischen Android-System und Audiosubsystem solle Jitter und Störeinflüsse minimieren.
Zusätzlich komme das vom M27 abgeleitete DAPS-System (Digital Audio Purification System) zum Einsatz, das mittels FPGA und Femtosekunden-Oszillatoren eine einheitliche Taktquelle über die gesamte Signalkette schaffe und zeitliche Ungenauigkeiten bei der Signalverarbeitung reduziere.
Als Betriebssystem dient Android 13, angetrieben von einem Qualcomm-Snapdragon-680-Prozessor mit 8 GB Arbeitsspeicher und 128 GB internem Speicher. Ein MicroSD-Kartenschacht ermöglicht die Speichererweiterung. Diese Ausstattung erlaube die Installation gängiger Streaming-Apps wie Qobuz, Tidal oder Apple Music. Das 5,5 Zoll grosse LCD-Display im 18:9-Format wird durch Gorilla Glass 3 mit oleophober Beschichtung geschützt.
Der Player verfügt auch über koaxiale und USB-Audio-Ausgänge für den Betrieb als digitaler Transport. Ein physischer Schalter aktiviere einen Desktop-Modus, der das Gerät von den Akkubeschränkungen befreie und bei Netzbetrieb auch stromhungrige Kopfhörer antreiben könne.
Der 4400-Milliamperestunden-Akku bietet laut Hersteller eine Laufzeit von 14 Stunden über den 3,5-Millimeter-Ausgang und 12,5 Stunden im symmetrischen 4,4-Millimeter-Modus. Mit 258 Gramm liegt der M33 deutlich unter dem 556 Gramm schweren M27 und ist damit um 45 Gramm leichter als der M23, bietet aber mehr Funktionen.
Der M33 positioniert sich in einem Marktsegment, das bisher wenig besetzt ist. Tragbare Player mit R2R-DAC gibt es nur wenige auf dem Markt, wie etwa die HiBy RS2 und RS8.
Für die Schweiz dürfte sich ein Preis zwischen 550 und 600 Franken ergeben. Der M33 R2R soll im ersten Quartal 2026 erhältlich sein. FiiO-Produkte werden in der Schweiz über verschiedene Händler wie Digitec, Mueller-Spring.ch oder k55.ch sowie über den Distributor Portacomp vertrieben.

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