TESTBERICHT
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Publikationsdatum
19. Januar 2026
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Die Firma Dynavox ist über die Grenzen hinweg bekannt für ihre hoch angesehenen Rowen-Lautsprecher aus eigenem Hause. Diese zählen zu den meistverkauften Lautsprechern der Schweiz in ihrer Klasse. Dynavox wurde 1969 gegründet und steht in enger Partnerschaft mit NAD. Firmengründer Anton Aebischer war 1972 massgeblich an der Gründung des damals noch britischen Herstellers NAD (New Acoustic Dimension) beteiligt. Heute ist Dynavox deren offizieller Generalimporteur. In der Schweiz ist Dynavox zudem bekannt für die speziell modifizierten NAD-Geräte «Rowen Swiss Edition».

Nun lanciert das Familienunternehmen eine spannende neue Produktlinie unter dem kultigen Namen Sonox – ein Name, der sich in der Endung an Dynavox anlehnt. Die Sonox X100 sind designorientierte Klangsäulen, die sich fliessend in ein modernes Wohnambiente einordnen sollen. Gleichzeitig sollen und dürfen sie neben dem Fernseher stehen, um so eine echte Alternative zu den weit verbreiteten Soundbars anzubieten. Wo Soundbars klanglich an ihre Grenzen stossen, versprechen die schlanken 100-cm-Säulen echte Premium-HiFi-Qualität – und das zu einem attraktiven Preis. Die Zielgruppe sind Musikliebhaber und Filmfans, die sich nicht mit dem komprimierten Klang einer Soundbar zufriedengeben wollen, aber dennoch Wert auf elegantes Design und einfache Raumintegration legen.

Eignen sich die schlanken Säulen auch für anspruchsvolle Musikwiedergabe – von elektronischen Klängen bis zu druckvollem Hip-Hop? Unser ausführlicher Test liefert die Antworten.

Elegantes Design für moderne Wohnräume

Bestechende Optik.Bestechende Optik.

Das Design des Sonox X100 gefällt mir richtig gut. Die zwei je 100 cm hohen, mit Stoff überzogenen Säulen bestechen durch ihre abgerundeten Ecken und die schlichten Metallfüsse. Die Lautsprecher dürften sich harmonisch in die meisten Wohnräume einfügen. Dank kompakter Stellfläche benötigen sie kaum Platz, während ihre Höhe eine optimale Schallabstrahlung auf Ohrhöhe ermöglicht.

Das MDF-Gehäuse ist mit einem grob gewebten Stoff überzogen, der den Speakern eine wohnliche, textile Anmutung verleiht. Den Stoffüberzug gibt es in Schwarz oder in einer helleren, elfenbeinfarbenen Variante. In meinem Hörraum kam die angelieferte Variante mit schwarzem Stoff auf dem terrakottafarbenen Steinplattenboden besonders elegant zur Geltung. Die kupferfarbene Top-Platte (Inlay-Deckel) verleiht dem Ganzen einen zusätzlichen Designakzent. Die Inlay-Deckel werden in Kupfer und in Silber mitgeliefert. Diese Kombinationsmöglichkeiten eröffnen gestalterische Spielräume.

Schwarzer Stoffüberzug kombiniert mit einem stilvollen Kupferdeckel.Schwarzer Stoffüberzug kombiniert mit einem stilvollen Kupferdeckel.

Geschlossenes Gehäuse für präzise Bässe

Jetzt aber genug vom Design geschwärmt. Werfen wir einen Blick auf die Technologie. Der Sonox X100 ist als 2,5-Wege-System konzipiert. Er besteht aus einem Kalotten-Hochtöner, einem Bassmitten-Chassis und zwei Subbasstreibern.

Die beiden Tiefbässe arbeiten in einem geschlossenen Gehäuse – im Gegensatz zu den vielfach üblichen Bassreflexsystemen. Geschlossene Gehäuse haben einen entscheidenden Vorteil: Die Luft im Gehäuseinnern wird bei rückseitiger Membranbewegung komprimiert. Sie wirkt wie eine dämpfende Luftfeder. Als Resultat wird der Bass straffer und präziser. Die Membran neigt weniger zum Überschwingen. Die Impulsgenauigkeit steigt.

Explosionsbild der Sonox X100 und deren Treiber: Bassmitteltöner, Hochtöner plus unten die zwei Subbässe mit Flachmembran.Explosionsbild der Sonox X100 und deren Treiber: Bassmitteltöner, Hochtöner plus unten die zwei Subbässe mit Flachmembran.

Bassreflex-Lautsprecher bieten zwar dank des abgestimmten Resonators mehr Tiefbassvolumen. Sie sind aber träger, das Chassis wird weniger kontrolliert und sie neigen bisweilen zum Dröhnen. Vor allem, wenn man die Lautsprecher nahe an die Wand stellt. Was in der Praxis sehr häufig der Fall ist – insbesondere, wenn man sie neben einen an der Wand hängenden Fernseher platziert. Mindestens 10 cm Abstand zur Wand sollten es aber auch bei der Sonox X100 sein.

Die beiden Subbasstreiber mit Flachmembran werden bei 250 Hertz abgetrennt. Der Mitteltöner übergibt bei 4300 Hertz an den Hochtöner. Beim Bassmitteltöner setzt Dynavox auf eine Membran aus Karton. Diese verfüge über eine bessere Dämpfung und weniger Eigenklang als synthetische Membranen. Die aus dem Rowen-Fundus stammende 18-mm-Gewebekalotte aus Seidengewebe biete einen linearen Verlauf bis zu 24 kHz. Das ist weit über den Bereich hinaus, was ein menschliches Ohr wahrnehmen kann.

Kompakter Streaming-Partner von Bluesound

Für den Testbericht nutzten wir einen Musikstreaming-Verstärker von Bluesound. Der Powernode Edge passt preislich und grössenmässig perfekt zur Sonox X100. Es ist ein kompakter Verstärker mit kabellosem Streaming und zahlreichen physischen Audioeingängen.

Der kraftvolle Verstärker von Bluesound mit 2 x 40 Watt RMS-Leistung passt hervorragend.Der kraftvolle Verstärker von Bluesound mit 2 x 40 Watt RMS-Leistung passt hervorragend.

Das Unboxing macht Spass. Die gebrandete Kartonage wirkt hochwertig. Im Inneren liegt das Gerät edel verpackt mit Schutzfolie. Der Powernode Edge selbst präsentiert sich in elegantem Mattschwarz mit schwarzem, glänzendem Display. Auf der Rückseite findet sich eine schmale Lüftung im Honigwabenmuster. Das Design ist diskret und elegant.

Die Kurzanleitung ist minimalistisch gestaltet. Sie führt in einfachen Schritten durch die Einrichtung. Weiterführende Informationen bietet die App.

Für Audioquellen stehen verschiedene Anschlüsse bereit: ein HDMI eARC (enhanced Audio Return Channel) für den Fernseher, ein 3,5-mm-Miniklinken-AUX-Eingang für Smartphones oder Tablets, ein optischer Eingang (mit mitgeliefertem Adapter) sowie ein USB-A-Anschluss. Natürlich fehlt auch der LAN-Port nicht.

Auf der Ausgangsseite finden sich analoge Lautsprecherbuchsen. Die Sonox X100 lassen sich problemlos mit Bananensteckern anschliessen. Für die Wandmontage liegt ein Montage-Kit aus Metall bei.

Die Bedienelemente am Gerät sind schlicht gehalten. Vier elegant beleuchtete Tasten steuern die wichtigsten Funktionen: Lautstärke anpassen, Track überspringen sowie Start und Pause.

Für die volle Funktionalität empfiehlt sich die BluOS App. Die Installation verläuft reibungslos. Die Verbindung des Verstärkers mit dem lokalen Netzwerk erfordert einige Schritte und in unserem Fall zur Aktualisierung ein kurzes Software-Update. Das Setup ist jedoch unkompliziert und schnell erledigt.

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