TESTBERICHT
Technics SC-C50. Technics SC-C50.

Egal, wo in der Wohnung man ihn hinstellt: Der Ottava SC-C50 von Technics passt eigentlich überall hin. Auf dem Sideboard ebenso wie im Regal, in der Ecke oder auch frei im Raum. Das hat jedoch nicht nur mit seinem ansprechenden Äusseren zu tun, sondern auch mit dem Sound und mit der Möglichkeit zur akustischen Feinanpassung, welche dieses Gerät bietet. Doch zuerst zum optischen Eindruck.

Gelungenes Design, stabile Bauweise

Mit seiner bogenförmigen Front- und Rückseite beschreibt der Technics SC-C50 im Querschnitt eine Ellipse, bei der die Vorderseite etwas grösser ist. Unter der Abdeckung der gebogenen Vorderseite sind die Lautsprecher angebracht, sodass sich die Schallwellen breitfächrig im Raum ausbreiten können. Die Rückseite ist gerippt. Diese Rippen dienen einerseits der Steifigkeit des Geräts als auch der Wärmeleitung für die Kühlung der sich erwärmenden Bestandteile. Doch muss man diese nicht als eigentliche Kühlrippen oder Versteifungen ansehen, sondern vielmehr als ein gelungenes Design-Element. Form und Funktion werden beim SC-C50 also sehr elegant kombiniert.

Die Oberseite des Aktivlautsprechers besteht aus einer massiven Aluminiumplatte mit einem OLED-Display mit integriertem Mikrofon. Darum herum sind kreisförmig die Bedienelemente angelegt. Die Aluminium-Oberseite sorgt zusammen mit dem soliden Gehäuse aus Glasfaser für eine sehr hohe Gerätesteifigkeit, was sich positiv auf den Klang auswirkt. Den Lautsprecher erschüttert also so leicht nichts: Die stabile Bauweise lässt kaum Vibrationen entstehen, und die soliden Bauteile sorgen für ein Gesamtgewicht von fast 6 Kilogramm.

Die gebogene, breite Frontseite ermöglicht ein breitfächriges Klangbild. Auf der Oberseite befindet sich das Display mit den kreisförmig angeordneten Bedienelementen.Die gebogene, breite Frontseite ermöglicht ein breitfächriges Klangbild. Auf der Oberseite befindet sich das Display mit den kreisförmig angeordneten Bedienelementen.

Lautsprecher für Streamer

Der C50 wurde 2018 an der IFA und an der High End München vorgestellt. Nach dem letztjährigen Modell C70, das mit einem CD-Laufwerk ausgestattet ist, kommt nun das optisch ansprechendere Modell für Nutzer auf den Markt, die ihre Musik-CDs bereits gerippt haben und somit längst auf die Silberscheiben verzichten. Stattdessen streamen sie die Musik lieber ab unterschiedlichen Quellen.

Der Stand-Alone-Lautsprecher wird entweder über das Smartphone oder Tablet beziehungsweise über die entsprechende App bedient oder über die erwähnten Bedienelemente an der Oberseite. Die Buttons um das Display herum übernehmen die Funktionen Ein/Aus, Lautstärkeregelung, Favoriten (bevorzugte Musikquellen), Wiedergabe/Pause, Umschalten der Quelle.

Solide Verarbeitung bis in die äussersten Ecken. Solide Verarbeitung bis in die äussersten Ecken.

Sämtliche Schnittstellen befinden sich an der Rückseite des Geräts. Die Anschlüsse und das Netzteil sind ins Gerät integriert, sie stören das Design nicht, sind aber dennoch sehr gut erreichbar. Neben einem Toslink-Eingang besitzt der Ottava C50 einen LAN-Anschluss (Ethernet), einen AUX-In (Mini-Klinke 3,5 mm) und USB-A.

Sämtliche Anschlüsse sind gut versteckt, aber gut erreichbar. Sämtliche Anschlüsse sind gut versteckt, aber gut erreichbar.

Kleiner mit grossem Klang

Als Hörer mit geschlossenen Augen schätzt man die Dimensionen des Lautsprechers als deutlich grösser ein, als er in Wirklichkeit ist. Das kompakte Gerät von 37 x 22 x 20 Zentimetern bringt nicht nur zünftig Power in die gute Stube, sondern offenbart ein klares, breites Klangbild und raumfüllenden Sound. Verantwortlich dafür dürfte nicht nur das gebogene Gehäuse sein, sondern auch die koaxiale Anordnung der drei Hoch-Mittelton-Einheiten (je 16 mm, rechts, Mitte, links). Diese sorgen für eine sehr klare Höhenwiedergabe bis zu 50 kHz. Dazu kommt ein 120-Millimeter-Subwoofer und ein 3.1-Kanal-Verstärker.

Mit der integrierten Technics-Technologie LAPC (Load Adaptive Phase Calibration) wird die Signalverarbeitung so harmonisiert, dass ideale Frequenz- und Phasencharakteristika erreicht werden können. Auf diese Weise kann das Gerät automatisch eine Anpassung der Impedanz vornehmen. Man merkt dem kräftigen Sound an, dass genügend Power zur Verfügung steht. Die drei Frontlautsprecher haben eine Ausgangsleistung von je 20 Watt, dazu kommen 40 Watt vom Bass, was insgesamt 100 Watt macht.

Die Version in Schwarz. Die Version in Schwarz.

Klangoptimierungen und Rauschunterdrückung

Die vier integrierten «Jeno Engines» sorgen für eine Jitter-Eliminierung und eine sogenannte Noise-Shaping-Optimierung. Mit dieser Methode wird erreicht, dass die Musik möglichst klar wiedergegeben werden kann. Zudem ist die Space-Tune-Funktion integriert. Diese sorgt dafür, dass sich die Wiedergabe entsprechend der akustischen Situation – also den unterschiedlichen Raumverhältnissen – anpasst. Dabei wird die Schallverarbeitung und somit das Klangbild je nach Situation so verändert, wie sie am besten in die Hörumgebung passt. Um die entsprechende Einstellung anzupassen stehen drei vordefinierte Modi zur Verfügung: «frei», «wandnah» oder «ecknah».

Um die Einstellungen genauer vorzunehmen, können Besitzer eines iPhones oder iPads das eingebaute Mikrofon den Frequenzgang messen und an die Raumsituation anpassen. Dies ist nur unter iOS möglich, nicht mit Android-Geräten. Ein eingebautes Mikrofon kann die Messungen auch machen.

Blick in die App «Technics Audio Center». Links: Einmessung des Lautsprechers im Raum je nach Installationsort. Rechts: Auswahl der installierten Musik-Streamingdienste. Blick in die App «Technics Audio Center». Links: Einmessung des Lautsprechers im Raum je nach Installationsort. Rechts: Auswahl der installierten Musik-Streamingdienste.

Einen Akku besitzt der Ottava SC-C50 nicht. Den braucht er auch nicht, ausser, man möchte den Lautsprecher mal kurz von seinem angestammten Platz nehmen, um ihn zwischendurch an einem anderen Platz oder in einem anderen Raum zu benützen. Er muss also stets an seinem Stromkabel hängen. Das integrierte Netzteil besitzt ein Doppel-Schaltnetzteil, das unabhängige Schaltnetzteilsektionen aufbaut, die den Verstärker und die übrigen Schaltkreise separat versorgen und somit gegenseitige Interferenzen vermeiden. Auf diese können Lastschwankungen und Rauschen vermieden werden.  

Musik per WLAN, Bluetooth oder Kabel

Der Ottava SC-C50 kommt mit einer Vielzahl an Musikquellen klar. Neben einem optischen und analogen Eingang gibt es eine USB-Eingang, an dem man beispielsweise einen mit Musik befüllten USB-Stick oder eine Festplatte anstecken kann. Kabellos geht’s über Bluetooth oder WLAN, wobei letztere Übertragungsmöglichkeit vorzuziehen ist, weil die Reichweite, aber auch die Bandbreite – und somit die mögliche Qualität – bei WLAN deutlich besser ist als bei Bluetooth. Die Musik kann aus dem Internet oder von einer heimischen Quelle wie einem Netzwerkspeicher, dem PC, Tablet oder Smartphone gestreamt werden.

Der Lautsprecher unterstützt die WLAN-Frequenzen 2,4 GHz und 5 GHz, was je nach nachbarschaftlicher WLAN-Auslastung ein Vorteil sein kann, wenn man die weniger belastete Frequenz wählt. Natürlich bietet auch die Musikübertragung per Bluetooth vom PC, Tablet oder Smartphone Vorteile – beispielsweise dann, wenn ein Gast mit seinem eigenen Gerät einen Song abspielen möchte, muss er sich nicht umständlich ins heimische Netzwerk einwählen, sondern kann die Musik schnell und unkompliziert per Bluetooth-Verbindung abspielen. 

Über die App sind diverse Feineinstellungen zu Klang und Musikauswahl verfügbar. Über die App sind diverse Feineinstellungen zu Klang und Musikauswahl verfügbar.

Vielzahl möglicher Quellen

Das Gerät kann Musik beispielsweise von den Diensten Spotify, Tidal oder Deezer streamen. Natürlich spielt es auch Internetradio oder Musik ab Bluetooth sowie per Netzwerkwiedergabe wie etwa von einem NAS-Speicher (Network Attached Storage). Über die Technics-eigene App Technics Audio Center (verfügbar für iOS und Android) lässt sich der Ottava SC-C50 im Detail einrichten, zudem können Feineinstellungen vorgenommen werden. Die Streaming-Dienste Spotify, Tidal oder Deezer sind hier ebenfalls integriert. Dieselben lassen sich auch direkt über die jeweilige App oder über Google Home bzw. Chromecast abrufen. Worüber die Musik schlussendlich abgespielt wird, entscheidet man je nachdem, welche Zusatzfunktionen man bevorzugt und welche App einem am besten behagt.

Wer oft zwischen verschiedenen Anbietern und Abspielgeräten hin- und herwechselt, dürfte die Preset-Funktion schätzen, welche es erlaubt, neun verschiedene Quellen zu speichern und diese per Knopfdruck abzurufen. Dies können etwa Spotify-Playlisten oder eine Internetradiostation sein, aber auch ein eingesteckter USB-Stick mit der Lieblingsmusik. Auf diese Weise lassen sich die Quellen wechseln, ohne dass dafür die App gestartet werden muss. Was die Musikformate betrifft, ist der Ottava C50 nicht heikel, er spielt WAV, FLAC, DSD, AIFF, AAC und MP3.

Der Technics SC-C50 und das Smartphone bilden eine Einheit, über die Musik aus den unterschiedlichsten Quellen gespielt werden kann. Der Technics SC-C50 und das Smartphone bilden eine Einheit, über die Musik aus den unterschiedlichsten Quellen gespielt werden kann.

Airplay und Chromecast

Der Technics Ottava SC-C50 ist Airplay-fähig. Das heisst, er kann unkompliziert mit einem iOS-Gerät (iPhone oder iPad) eingerichtet und genutzt werden. Die Musik wird dann über die relativ geschlossene WLAN-Technologie von Apple gestreamt. Leider kann zurzeit ausschliesslich die erste Airplay-Version genutzt werden, das neuere Airplay 2 ist noch nicht nutzbar. Airplay 2 bietet eine Multiroom-Unterstützung an, sodass mehrere Geräte gleichzeitig angesteuert werden können. Zudem wurde bei Airplay 2 die Reaktionszeit und der Cache-Speicher erhöht, was verhindern soll, dass es Aussetzer gibt. Solche konnten wir im Test jedoch mit Airplay 1 nicht feststellen. Airplay funktioniert tadellos.

Multiroom ist mit der etwas offeneren Technologie Chromecast möglich. Befinden sich mehrere Chromecast-Geräte in Reichweite, kann dieselbe oder auch unterschiedliche Musik gleichzeitig in mehreren Räumen abgespielt werden. Zwar ist die Einrichtung des Google-Diensts etwas komplizierter (mittels der Apps Google Home und Chromecast), doch bietet er viele Möglichkeiten. So lassen sich nicht nur Streaming-Dienste verbinden, sondern auch ein Google-Voice-Lautsprecher, der zur Steuerung der Musikwiedergabe genutzt werden kann. Wer zwei Ottava SC-C50 sein Eigen nennt, kann diese via App künftig zu einem Stereopaar koppeln. Diese Funktion ist jedoch zurzeit noch nicht verfügbar.

Fazit

Der Technics SC-C50 ist ein Gerät, das die Bezeichnung «Premium-Lautsprecher» verdient. Die bereits über 50-jährige Marke Technics, die dem Konzern Panasonic Corporation angehört, zeigt mit dem Ottava SC-C50 einmal mehr, wofür die Marke steht: für High-End-Audioprodukte, bei denen Wert aufs Detail gelegt wird. Der exzellente Klang, vereint mit dem schlichten, edlen Design und der breiten Funktionalität machen den Technics SC-C50 zu einem bestechenden Allrounder. Die Möglichkeit, eine Vielzahl an Musikquellen zu integrieren und die Fähigkeit der raumakustischen Feinanpassung sorgen dafür, dass das Gerät überall in der Wohnung aufgestellt werden kann. Der Lautsprecher ist erhältlich in Schwarz und in Weiss, die unverbindliche Preisempfehlung beläuft sich auf 899 Franken.

Macht sich gut in jedem Raum: Technics SC-C50.Macht sich gut in jedem Raum: Technics SC-C50.