Luxman wurde 1925 in Japan gegründet und zählt zu den wenigen HiFi-Herstellern, die ihr hundertjähriges Bestehen noch aktiv im Markt feiern können. Bekannt für analoge Vollverstärker hatte Luxman seinen letzten reinen Class-A-Vollverstärker – den L-550axII – vor rund neun Jahren aus dem Programm genommen. Hintergrund war laut Luxman die schwierige Zertifizierung von Class-A-Konzepten nach CE-Norm.
Zum Jubiläum überwindet Luxman dieses Hindernis nun offenbar und lanciert den L-100 Centennial, der als erster Class-A-Vollverstärker von Luxman die neue LIFES-1.1-Verstärkerschaltung integriert.
LIFES steht für «Luxman Integrated Feedback Engine System» und beschreibt ein proprietäres Gegenkopplungsverfahren, das ausschliesslich die detektierten Verzerrungsanteile korrigiert, ohne dabei das Nutzsignal zu beeinträchtigen. Die Version 1.1 parallelisiert die Eingangs-FETs in der Fehlererkennungsschaltung, was Verzerrung und Rauschen gegenüber dem Vorgänger weiter reduzieren soll. Die Endstufe arbeitet in einer dreifach parallelen Darlington-Push-Pull-Konfiguration im reinen Class-A-Betrieb. Die Nennleistung beträgt 20 Watt pro Kanal an 8 Ohm sowie 40 Watt an 4 Ohm – Werte, die für Class-A typisch und mit effizienten bis mittelempfindlichen Lautsprechern praxistauglich sind. Class-A bedeutet auch einen dauerhaft hohen Ruhestrom – und entsprechende Wärmeentwicklung im Betrieb.
Die Lautstärkeregelung übernimmt ein elektronisch gesteuerter Abschwächer mit 88 Rastpunkten und diskretem Puffertreiber am Ausgang. Das Netzteil kombiniert einen massiven EI-Kerntransformator mit acht Siebkondensatoren zu je 10'000 Mikrofarad. Für die Eingangs- und Ausgangssignal-Platinen verwendet Luxman sogenannte Peel-Coat-PCBs, bei denen der dielektrische Schutzlack entfernt wird, um kapazitive Einflüsse zu minimieren. Eingangsseitig stehen vier Cinch-Eingänge sowie ein XLR-Eingang zur Verfügung, dazu eine integrierte MM/MC-Phonostufe.
Am Gehäuse finden sich zwei Paar Lautsprecherklemmen für Bi-Wiring, je ein 6,3-mm- und ein 4,4-mm-Kopfhörerausgang sowie Trigger-Ein- und -Ausgänge. Optisch trägt das Gerät charakteristisch gelb hinterleuchtete VU-Meter auf einer gebürsteten weissen Frontplatte – eine echte Augenweide mit tollem Vintage-Look.
Konkurrenzprodukte in ähnlicher Preisklasse sind der Pass Labs Int-25 (ebenfalls 25 Watt Class-A, rund CHF 9500) und der Accuphase E-480. Ein Schweizer Preis ist noch nicht bestätigt. In den USA wird der Verstärker für 11'995 Dollar gehandelt.
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