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TESTBERICHT
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Publikationsdatum
26. Juni 2019
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Die Limetree-Serie von Lindemann besteht zurzeit aus vier verschiedenen Geräten mit identischen Abmessungen. Es gibt einen Phono-Vorverstärker für MM und MC, einen Kopfhörer-Vorverstärker sowie zwei Netzwerk-Player: den Limetree Network und den Limetree Bridge. Letzterer verfügt ausschliesslich über Digitalausgänge. Der Limetree Network in unserem Test hingegen hat einen integrierten DAC und gibt die Musik ausschliesslich analog aus – als Signal für den Kopfhörer auf der Frontplatte und über RCA-Ausgänge auf der Rückseite.

Lindemann ist nicht der einzige Hersteller, der sich prinzipiell den kleinen Baugrössen verschrieben hat. Doch Lindemann Audio verspricht ohne explizite Einschränkungen High-End-Qualität. Zudem gibt es bei Lindemann im Allgemeinen und bei der Limetree-Serie im Speziellen keine Geräte, bei denen man nach dem Öffnen des Deckels die Elektronik mit der Lupe suchen muss. Integration und Miniaturisierung dürfen zu kleinen und hochwertigen Geräten führen, ohne eine geräumige Kulisse abzugeben.

Aufgrund des geringen Strombedarfs setzt man auf externe Netzteile, im Fall des Limetree Network mit 5VDC. Das reduziert den Raumbedarf der hochintegrierten Elektronik ebenso wie der Verzicht auf eine Anzeige und auf zahlreiche Bedienungselemente auf der Frontplatte.

So ist es halt in der schönen, neuen HiFi-Welt: Die Geräte kommen uns langsam abhanden. Wo einst Mechanik, Elektrotechnik und Leistung für Antriebsmotoren und dergleichen die Grösse bestimmten (und uns beeindruckten), gibt es nur noch Hardware und Software, Daten und Rechenleistung. Und die «Geräte», die übrig bleiben, brauchen in manchen Fällen noch nicht einmal mehr im Sichtfeld des Musikhörers platziert zu sein.

Beim Limetree Network gibt es gerade mal zwei LEDs, und beide müssen nicht zwingend im Sichtfeld sein. Man kann die kleine Kiste also gerne hinter einem Aktivlautsprecher verstecken oder im Siedeboard unter dem Verstärker. 

Lindemann Limetree Network ohne die WLAN-Antenne. Das einfache Normgehäuse wirkt dank dem stilisierten Limonenblatt sehr edel.

Inbetriebnahme und User Interface

Das ging völlig sorglos: Stromversorgung einstecken, Netzwerkkabel einstecken (mit WLAN geht's natürlich auch) und die Analogausgänge (Cinch) mit dem Verstärker oder in meinem Fall den Analogeingängen der Aktivlautsprecher verbinden. Den Kippschalter kurz betätigen und abwarten bis die linke LED konstant leuchtet.

Die Lindemann-App bildet das User Interface des Limetree Network. Bei erstmaligem Öffnen findet man das Gerät auf dem Bildschirm, oder ... gleich mehrere Geräte. Dann scrollt man nach unten zu den Settings. Ich würde das Gerät unter «Device Name» erstmal benamsen und dann unter «Firmware Update» nach einem Online-Update suchen. Gesagt, getan.

Da ich über ein NAS verfüge, konnte ich schnell einmal durch die Musikordner hindurch nach einem Album suchen und gleich einen Track abspielen. Die grafische Übersicht ist okay, so wie man sich das gewohnt ist. Übersichtlich wäre wohl anders, aber dafür gibt es weitere Betriebsarten, die unterstützt werden.

Zusätzlich zum Zugriff auf gespeicherte Inhalte auf einem NAS kann man auf eine USB-Festplatte zugreifen, die mit dem Gerät verbunden werden muss. Auch das ging problemlos. Zu guter Letzt läuft es auch mit Bluetooth einwandfrei.

Internet-Radio läuft besonders elegant. Man kann natürlich, den üblichen Kriterien folgend, nach einem geeigneten Sender suchen und wird vermutlich zuerst mit den lokalen Sendern beginnen. Sehr interessant ist die Auswahl «High Quality». Dort findet man Internet-Sender, die mit MP3, 320 kBit/Sekunde übertragen werden. Das ist bei Internetradio das Höchste der Gefühle und macht gerade bei Klassik- und Jazz-Sendern schon einen hörbaren Unterschied.

Podcasts werden auf dieselbe Weise gefunden wie Internetradio-Stationen.

Die Auswahl an integrierten Streamingdiensten ist sehr grosszügig: Deezer, Tidal, Qobuz und Highresaudio stehen zur Verfügung. Die Lindemann-App funktioniert wirklich ausgezeichnet.

Gute Übersicht des Internet-Content (Streaming) mit der Lindemann-App.
Direkte Wiedergabe eines Hi-Res-Tracks des Streamingdienstes Highresaudio mit der Lindemann-App auf dem iPad.
Direkte Wiedergabe eines Hi-Res-Tracks des Streamingdienstes Qobuz mit der Lindemann-App auf dem iPad.
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