TESTBERICHT
Die Lumix GH2 wurde Ende September an der Photokina 2010 vorgestellt und kam per Ende Jahr in den Handel. Sie ist die direkte Nachfolgerin der GH1, welche als zweite Kamera des G-Systems im Frühling 2009 lanciert worden war und - als einer der ersten Systemkameras - mit Full-HD-Videoaufnahme überzeugen konnte.
Wie schon ihre Vorgängerin ist auch die GH2 eine spiegellose Systemkamera mit Anschluss für Wechselobjektive des Micro-FourThirds-Standards und mit einem hoch auflösenden elektronischen Sucher sowie einem ausklappbaren 3-Zoll-LCD ausgestattet.

Highlights

Gegenüber ihrer Vorgängerin zeichnet sich die GH2 durch attraktive Verbesserungen aus. So ist der LCD nun berührungssensitiv (Touchscreen) und ermöglicht die Bedienung mittels Fingertippen oder Stift.

Der Fotosensor besitzt zwar die selbe Sensorfläche wie die Vorgängerinnen und alle bisherigen (Micro-)FourThirds-Kameras, weist jedoch mit 16 Megapixel eine höhere, zeitgemässe Fotoauflösung auf. Trotz der daraus resultierenden höheren Pixeldichte mit kleineren Sensorelementen, die meist mit geringerer Lichtempfindlichkeit der einzelnen Sensorelemente einhergehen, hat Panasonic ihrer GH2 auch höhere ISO-Werte verpasst.

Die Grundempfindlichkeit liegt nun bei ISO 160 und kann in Drittelstufen bis auf heute übliche ISO 12'800 (Video bis ISO 3200) erhöht werden. Ganz im Zeichen der Zeit kann die GH2 mit einem optionalen Spezialobjektiv auch 3-D-Aufnahmen machen, beschränkt sich dabei aber leider auf Fotos.

Videos in 3-D sind also mit der GH2 nicht möglich, doch ansonsten zeichnet sich das neue Panasonic Flaggschiff durch Funktionen für Videofilmer aus und hat diverse Videofunktionen mitbekommen. Sie bietet neu wahlweise automatische oder voll manuelle Belichtungssteuerung bei Videoaufnahmen, einen hochwertigen Output mit bis zu 24 Mbps, einen neuen Cinema-Modus mit 24 Bildern pro Sekunde, variable Frameraten für Zeiteffekte sowie eine Telefunktion, die nur einen zentralen Sensorbereich nutzt (Crop-Modus).

Das absolute Highlight der GH2 ist jedoch ihr schneller Autofokus, der für Foto- und Videoaufnahmen zur Verfügung steht und mit digitalen Spiegelreflexkameras (DSLRs) mitzuhalten vermag.

Systemkamera

Die Lumix GH2 ist des aktuelle Flaggschiff des G-Systems von Panasonic und besitzt einen Anschluss für Wechselojektive des Micro-FourThirds-System.

Erhältlich ist die Kamera in zwei Kits, entweder zusammen mit dem 10fachen Superzoom Lumix G Vario HD 14-140mm O.I.S/F4.0-5.8 zu einem Listenpreis von 2199 Franken oder mit dem kompakten, günstigeren Standardzoom Lumix G Vario 14-42mm / F3.5-5.6 ASPH. / O.I.S für 1499 Franken. Das Kameragehäuse gibt es in der Farbe Schwarz und einem dunklen Silber.

Insgesamt gibt es alleine von Panasonic elf Objektive für die Micro G-Kameraserie. Passende Objektive werden zudem vom FourThirds-Partner Olympus angeboten, von denen jedoch keines einen Bildstabilisator besitzt (Olympus setzt auf Sensor-Shift). Daneben führen Fremdobjektivhersteller wie Sigma oder Voigtländer passende Objektive in ihrem Sortiment.

Unter den elf Objektiven von Panasonic befinden sich auch die mit der GH2 angekündigten Neuheiten: das 100-300mm-Telezoom, das 3-D-Objektiv und das 14mm-Pancake-Weitwinkel.Unter den elf Objektiven von Panasonic befinden sich auch die mit der GH2 angekündigten Neuheiten: das 100-300mm-Telezoom, das 3-D-Objektiv und das 14mm-Pancake-Weitwinkel.

Mit einem Adapter lassen sich zusätzlich auch Objektive mit FourThirds-Anschluss (DSLRs) an der GH2 nutzen, wobei der Autofokus oft nur eingeschränkt funktioniert.

Interessant für manchen Fotofan ist die GH2 - wie auch alle anderen spiegellosen Systemkameras - wegen ihres niedrigen Auflagemasses (Distanz Bajonett zum Sensorebene). Denn dadurch lassen sich viele Wechselobjektive - vor allem von analogen und digitalen SLR - mit geeigneten Adaptern verwenden, wobei der Fotograf dabei jedoch gänzlich auf Autofokus und weitere Automatikfunktionen verzichten muss.

Bedingt durch die genutzte Sensorfläche müssen Objektivbrennweiten übrigens stets mit Faktor 2 multipliziert werden, um sie mit dem gängigen Kleinbildformat (35mm Fotofilm) zu vergleichen.

Fotofunktionen

Die Kamera besitzt einen CMOS-ähnlichen "Live MOS"-Fotosensor mit einer für den FourThirds-Standard üblichen Nutzfläche von 17,3 x 13 mm. Der Sensor ist mit rund 18 Millionen Sensorelementen bestückt, von denen je nach gewähltem Aufnahmeformat bis zu 16 Megapixel genutzt werden. In folgenden Seitenverhältnissen kann mit der GH2 fotografiert werden: 4:3 (max. 16 Mpx), 3:2 (max. 15 Mpx), 16:9 (max. 14 Mpx) und 1:1 (max. 12 Mpx).

Fotos speichert die Kamera im Raw- und/oder im JPEG-Format auf SD/SDHC/SDXC-Speicherkarten. Im Serienmodus schafft sie bis zu 5 Fotos pro Sekunde. Im JPEG-Format und mit einer schnellen Speicherkarte kann sie Dauerfeuer schiessen, bis die Karte voll ist. Ist die Fotoaufzeichnung im RAW-Format aktiviert, sind maximal 7 Serienbilder in Folge möglich. Zusätzlich bietet die GH2 einen speziellen Burst-Modus und knipst insgesamt 40 Aufnahmen während einer Sekunde - allerdings in reduzierter Auflösung, die im 4:3-Format 2400 x 1800 px beträgt.

Des weiteren bietet die  GH2 den für semiprofessionelle Kameras üblichen Funktionsumfang. Es gibt die drei Messverfahren (mittenbetonte, Spot- und Mehrfeldmessung) und alle nötigen Belichtungsautomatiken sowie die manuelle Einstellung einer Blenden-Verschluss-Kombination. Die Belichtungsprogramme werden über das Betriebsartenrad oben auf der Kamera gewählt. Dort können auch drei persönliche Belichtungseinstellungen (Custom-Programme: C1, C2, C3) abgerufen werden, die zuvor im Menü festgelegt wurden.

Auch die üblichen motivabhängigen Automatikprogramme (Scene Modes) fehlen nicht. Einige können direkt am Betriebsartenrad gewählt werden, wozu verschiedene Varianten am Monitor zur Verfügung stehen. So sind zum Beispiel unter dem Motivprogramm "Nahaufnahme" (Blumen-Symbol) die vier Varianten "Blumen", "Gegenstände", "Speisen" und "Kreativ" verfügbar. Bei letzterem kann der Fotograf durch Verstellen der Blende die Schärfentiefe beeinflussen.

Die rechte Seite beherbergt die meisten Tasten. Unter dem Daumenrad befinden sich die Quick-Menü- und Display-Tasten, darunter befindet sich das 5-Tasten-Array. Dort sind zwei Funktionstasten (Fn 2 und Fn 3) enthalten, die sich nach Wunsch konfigurieren lassen. Eine weitere Funktionstaste (Fn 1) befindet sich oben in der Ecke, hinter dem roten Videoauslöser.Die rechte Seite beherbergt die meisten Tasten. Unter dem Daumenrad befinden sich die Quick-Menü- und Display-Tasten, darunter befindet sich das 5-Tasten-Array. Dort sind zwei Funktionstasten (Fn 2 und Fn 3) enthalten, die sich nach Wunsch konfigurieren lassen. Eine weitere Funktionstaste (Fn 1) befindet sich oben in der Ecke, hinter dem roten Videoauslöser.

Videofunktionen

Fotokameras mit Wechselobjektiven und ihren grossen Fotosensoren haben das Videofilmen in den letzten zwei Jahren revolutioniert. Die GH1 war Teil dieser Revolution und auch die GH2 dürfte für Videofilmer interessant sein, zumal ihr Autofokus im Vergleich zu dem von filmenden DSLRs deutlich besser ist.

Die GH2 filmt in HD (1920 x 1080 und 1280 x 720) sowie in kleineren Formaten (VGA, QVGA) und in diversen Qualitätsstufen (HD: 17 oder 13 Mbps). Normalerweise werden Videos in Full-HD nativ mit 50 Halbbildern pro Sekunde (50i) aufgezeichnet. Neu beherrscht die GH2 den Cinema-Modus mit 24 Ganzbildern pro Sekunde (24p), wobei die maximale Bitrate von AVCHD mit 24 Mbps ausgeschöpft werden kann. Im kleinen HD-Format wird im progressiven Modus mit 50 Ganzbildern pro Sekunde gefilmt. 

Die Videos werden im AVCHD- (MTS-Datei) oder als Motion JPEG-Format (MOV-Dateicontainer) codiert. Bei letzterem stehen vier Auflösungsstufen von QVGA bis HD 720p bei jeweils 30 fps zur Wahl. Die maximale Aufzeichnungsdauer ist - wie zuvor - aus Zoll-technischen Gründen auf 29 Minuten und 59 Sekunden beschränkt.

Audio wird über das recht gute eingebaute Stereomikrofon aufgezeichnet – jedoch leider stets mit den Bediengeräuschen. Optional gibt es von Panasonic ein Richtmikrofon, das in den Zubehörschuh gesteckt wird. Andere Mikros können über eine 2,5mm-Klinkenbuchse auf der linken Seite angeschlossen werden. 

Wie alle filmenden Fotoapparate werden Videoaufzeichnungen über die gesamte Breite des Sensor erfasst und dann auf die gewählte Videoauflösungen herunter skaliert, was zu störenden Artefakten führen kann. Die GH2 bietet aber auch einen erweiterbaren Telebereich (Extra Teleobjektiv, EX), bei dem nur ein zentraler Bereich des Fotosensors genutzt wird.

Durch diesen Sensor-Ausschnitt (Sensor-Crop) wird die aktuelle Brennweite bei Videoaufnahmen um Faktor 4,8 verlängert. Im Gegensatz zum qualitativ schlechteren Digitalzoom liess sich kein markanter Qualitätsunterschied zwischen der Aufzeichnung im normalen Modus und im EX-Modus ausmachen.

Rückseite mit ausgeklapptem LCD samt Menüanzeige: Zu sehen sind die Einstellungen für variable Frameraten von 80%, 150%, 200% und 300% der eigentlichen Geschwindigkeit bzw. Framerate.Rückseite mit ausgeklapptem LCD samt Menüanzeige: Zu sehen sind die Einstellungen für variable Frameraten von 80%, 150%, 200% und 300% der eigentlichen Geschwindigkeit bzw. Framerate.

Sucher im Doppelpack

Als Sucher dienen der rückseitige 7,5 Zentimeter grosse LCD und der elektronische Sucher, der ja allgemein mit EVF (Electronic View Finder) und von Panasonic als LVF (Live View Finder) bezeichnet wird.
LCD und EVF zeigen alles, was auf den Sensor kommt. Sie bieten also ein 100-Prozent-Blickfeld, das die optischen Sucher der günstigen (D)SLRs nicht bieten. Die zeigen stets weniger (um 95 Prozent).

Beide Sucheranzeigen der GH2 bieten eine hohe Auflösung und ein brillantes Bild, wie man es bereits von den Vorgängermodellen gewohnt ist. Die gute Qualität und besonders das feinpixelige Bild des EVF überzeugen selbst manchen EVF-Skeptiker.

Die 460'000 Punkte des rückseitigen LCDs scheinen im Vergleich zu den heute üblichen 920'000 Punkten von DSLRs nicht ganz so toll, doch in der Praxis wird das Sucherbild als sehr fein und keinesfalls pixelig wahrgenommen.

Besonders vorteilhaft ist natürlich, dass der LCD seitlich ausklappbar (180 Grad) und frei drehbar ist (270 Grad). Dadurch sind tiefe Aufnahmepositionen ohne Verrenkungen und Aufnahmen über Hindernisse (z.B. Menschenmasse, Zaun) hinweg möglich. Wird der LCD nach vorne gerichtet, ermöglicht er kontrollierte Selbstporträts, wie man sie gerne vor Sehenswürdigkeiten oder für einen Blog knipst. Vorteilhaft ist zudem, dass sich der LCD mit der empfindlichen Seite nach innen einklappen lässt und so vor dem Verkratzen und Verschmutzen geschützt ist.

Der 3-Zoll-Touchscreen lässt sich ausklappen und drehen. Er ermöglicht extreme Aufnahmepositionen und kontrollierte Selbstporträts.Der 3-Zoll-Touchscreen lässt sich ausklappen und drehen. Er ermöglicht extreme Aufnahmepositionen und kontrollierte Selbstporträts.
Untermenü-Ansicht der Wiedergabeoptionen als Beispiel. Das digitale Ausgabegerät und weitere Einstellungen können hier gewählt werden.Untermenü-Ansicht der Wiedergabeoptionen als Beispiel. Das digitale Ausgabegerät und weitere Einstellungen können hier gewählt werden.

Gespiesen wird die GH2 durch einen Lithium-Ionen-Akku, der von unten in die Griffwulst eingesetzt wird. Das Handbuch verspricht rund 320 Aufnahmen bzw. eine Aufnahmedauer von 160 Minuten sowie eine Wiedergabedauer von 240 Minuten.

300 Aufnahmen sind zwar für Kompaktkameras ganz gut, jedoch nicht gerade berauschend, wenn man die Akkuleistung von DSLRs zum Vergleich heranzieht. Diese Akku-Reichweiten-Angaben werden nach einem standardisierten Verfahren der CIPA (Organisation der Kamerahersteller) ermittelt und kommen - gemäss persönlichen Erfahrungen des Testautors - einem praktischen Alltagseinsatz sehr nahe.

Wie schon bei anderen Panasonic-Kameras musste der Testautor den Akku der GH2 meist viel früher ersetzen. Im Schnitt waren 200 Fotos möglich, wobei grösstenteils Fotos simultan im JPEG- und Raw-Format aufgenommen, jedoch kaum geblitz und gefilmt wurde.

Wer viel fotografiert oder viel filmt ist gut beraten, stets einen zweiten oder gar dritten Akku mitzuführen und vor dem ersten grösseren Einsatz die Akkureichweite anhand der persönlichen Fotografiergewohnheiten auszutesten.

Einen optionalen Vertikal-Batteriegriff mit Platz für einen zweiten Akku, wie er zu vielen DSLRs erhältlich ist, gibt es zur GH2 leider nicht. Er würde auch den Vorteil der Kompaktheit seitens der GH2 gegenüber DSLRs aufheben.

GH2-Aufsicht: Links sind das Einstellrad für die Fokusfunktionen, in der Mitte der ISO-Blitzschuh und vorne das Stereomikrofon zu sehen. Rechts befindet sich das Modusrad mit Ein-/Aus- sowie Bildtransportschalter sowie ganz rechts die zwei Auslöser und die obere Funktionstaste.GH2-Aufsicht: Links sind das Einstellrad für die Fokusfunktionen, in der Mitte der ISO-Blitzschuh und vorne das Stereomikrofon zu sehen. Rechts befindet sich das Modusrad mit Ein-/Aus- sowie Bildtransportschalter sowie ganz rechts die zwei Auslöser und die obere Funktionstaste.

Praxistest

Getestet haben wir die GH2 im praktischen Einsatz und durch Standardaufnahmen, die wir visuell begutachteten und mit anderen verglichen. Unsere Testkonfiguration war eine schwarze GH2 mit 14-140 mm (offizielle Kitbezeichnung Lumix DMC-GH2HEG-K). Das 10fache Superzoom, das den Brennweitenbereich eines 28-280 mm-Kleinbildobjektivs abdeckt, erscheint uns als vielseitige Idealbestückung – gerade im Hinblick auf die Verwendung der GH2 auf Reisen und für den Videogebrauch. Zweites Testobjektiv war das Olympus Macro 50mm 1:2 mit FourThirds-Anschluss, das mit Adapter am MicroFourThirds-Anschluss der GH2 verwendet wurde. Ausprobiert haben wir auch die neuen Objektive.

Die Aufnahmen, die wir in den Standardeinstellungen machten, fielen eher kühl aus, jedoch mit knackigen Farben – ohne übersättigt zu wirken. Die Aufnahmen waren scharf und boten eine hohe Detailwiedergabe. Die beste Schärfe ergab sich mit dem 14-140 mm bei Blende 1:5.6 und 1:8.0, wobei mit Blende 5.6 ein Schärfeabfall zum Rand hin feststellbar war, so dass Blende 8 meist die optimale Wahl sein dürfte. Bei Blende 11 nahm die Schärfe geringfügig ab, bei Blende 16 etwas stärker (Beugungseffekt). Die GH2 neigt zu etwas knapper Belichtung und bekundet etwas Mühe bei kontrastreichen Fotomotiven, wo sehr helle Flächen kaum noch Detailzeichnung zeigen.

In der Grundempfindlichkeit von ISO 160 bis ISO 400 sind die Aufnahmen einwandfrei, wenn auch bei ISO 400 ein leichtes Helligkeitsrauschen wahrnehmbar wird. Auch bei ISO 800 sind die Bilder noch sehr gut, erst darüber beginnen sie richtig körnig zu werden. Während ISO 3200 noch brauchbare Bilder liefert, ist darüber Schluss und der Verlust an Detailwiedergabe durch Rauschen und Gegenmassnahmen zu stark. 

Eines der Highlights der GH2 ist ihre beschleunigte automatische Scharfstellung. Wie bei den meisten Digitalkameras erfolgt die die Autofokussierung mittels Kontrastfokusmessung, wobei das Objektiv schrittchenweise scharfstellt, bis an der Fokusstelle der Kontrast am höchsten ist. Analoge und digitale SLRs nutzen dagegen die Phasenmessung und dafür einen spezialisierten AF-Fotosensor. Bei der GH2 haben die Panasonic-Ingenieure den Prozesstakt des Kontrastfokus verdoppelt, um den AF zu beschleunigen. Tatsächlich funktioniert dieser so schnell und zuverlässig, dass er kaum Anlass zu Kritik bringt. Vor allem im starken Telebereich, wie ihn das neue 100-300 mm bietet, wird die schnelle Scharfstellung deutlich.

Auch funktioniert der Autofokus nun mit adaptierten FourThirds-Objektiven, die zur Verwendung auf Spiegelreflexkameras konzipiert und nicht für Kontrast-AF optimiert sind. Allerdings drehen die Objektive dabei eine gefühlte Ewigkeit, bis die Scharfstellung erfolgt, so dass mit diesen Objektiven die ganze automatische Scharfstellung nur bedingt brauchbar ist.

Fazit

Die Panasonic Lumix GH2 ist derzeit sicherlich die vielseitigste und leistungsstärkste unter den spiegellosen Systemkameras. Allerdings gehört sie in dieser Kameraklasse zu den grösseren Modellen und wirkt wegen der Erhöhung des EVFs etwas sperrig. Wer häufig einen EVF nutzen will, fährt aber besser mit der GH2 als mit einem Modell mit aufsteckbarem EVF, der bei solchen Kameras mehr herausragt und so beim Verstauen mehr stört und zudem den Zubehörschuh blockiert.

Die GH2 liefert Fotos und Videos von sehr guter Qualität. Nur bei extremen Helligkeitsunterschieden und wenig Licht kann die Kamera mit anderen Systemkameras nicht ganz mithalten. Was der Kamera fehlt ist eine HDR-Funktion, bei der mehrere schnelle Serienbilder mit unterschiedlicher Belichtung geschossen und zu einem optimierten verschmolzen werden.

Wünschenswert wären auch ein zweites Einstellrad, eine Zoomtaste für die Bildbetrachtung und eine NTSC-kompatible Framerate im AVCHD-Format. Letzteres bieten Konkurrenzmodelle schon länger und sind in einer global vernetzten Welt sinnvoll.

Das einzige wirkliche Manko der GH2 ist aber ihre mässige Akkureichweite, die für gelegentliches Knipsen ok wäre, für ein intensiv zu nutzendes Fotowerkzeug jedoch unzureichend ist.

Ein Highlight ist dagegen unbestritten die automatische Scharfstellung, die andere spiegellose Systemkameras abhängt und sogar mit DSLRs mitzuhalten vermag, auch wenn sie in der Praxis einen Tick langsamer und - was die Bildausbeute anbelangt - etwas weniger erfolgreich ist. Handkehrum ist der Autofokus der GH2 dem von DSLRs überlegen, wenn diese im Live-View- und Video-Modus genutzt werden.

Mit ihrem beachtlichen Funktionsumfang und ihrem guten Output ist die GH2 eine Empfehlung für versierte Fotografen und sicherlich auch für manchen Videofilmer, der durch Wechselobjektive und das mögliche Spiel mit der Schärfentiefe kreativen Spielraum erhält. Besonders eignet sich die GH2 für den Multimediaeinsatz und für Leute, die viel mit ihrer Kamera unterwegs sind und deshalb auf geringes Gewicht und Volumen setzen, aber dennoch Wechselobjektive und höchste Leistung verlangen.

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