TESTBERICHT
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Sucher im Doppelpack

Als Sucher dienen der rückseitige 7,5 Zentimeter grosse LCD und der elektronische Sucher, der ja allgemein mit EVF (Electronic View Finder) und von Panasonic als LVF (Live View Finder) bezeichnet wird.
LCD und EVF zeigen alles, was auf den Sensor kommt. Sie bieten also ein 100-Prozent-Blickfeld, das die optischen Sucher der günstigen (D)SLRs nicht bieten. Die zeigen stets weniger (um 95 Prozent).

Beide Sucheranzeigen der GH2 bieten eine hohe Auflösung und ein brillantes Bild, wie man es bereits von den Vorgängermodellen gewohnt ist. Die gute Qualität und besonders das feinpixelige Bild des EVF überzeugen selbst manchen EVF-Skeptiker.

Die 460'000 Punkte des rückseitigen LCDs scheinen im Vergleich zu den heute üblichen 920'000 Punkten von DSLRs nicht ganz so toll, doch in der Praxis wird das Sucherbild als sehr fein und keinesfalls pixelig wahrgenommen.

Besonders vorteilhaft ist natürlich, dass der LCD seitlich ausklappbar (180 Grad) und frei drehbar ist (270 Grad). Dadurch sind tiefe Aufnahmepositionen ohne Verrenkungen und Aufnahmen über Hindernisse (z.B. Menschenmasse, Zaun) hinweg möglich. Wird der LCD nach vorne gerichtet, ermöglicht er kontrollierte Selbstporträts, wie man sie gerne vor Sehenswürdigkeiten oder für einen Blog knipst. Vorteilhaft ist zudem, dass sich der LCD mit der empfindlichen Seite nach innen einklappen lässt und so vor dem Verkratzen und Verschmutzen geschützt ist.

Der 3-Zoll-Touchscreen lässt sich ausklappen und drehen. Er ermöglicht extreme Aufnahmepositionen und kontrollierte Selbstporträts.Der 3-Zoll-Touchscreen lässt sich ausklappen und drehen. Er ermöglicht extreme Aufnahmepositionen und kontrollierte Selbstporträts.

Das Display-Format der GH2 ist übrigens etwas breiter als das des Vorgängermodells. So nimmt das Sucherbild bei Aufnahmen im 3:2-Format praktisch die ganze Fläche ein, während bei 4:3 seitlich, bei 16:9 oben und unten Balken zu sehen sind. Das neue Display-Format ist besser als das alte mit 4:3, wo die 3:2- und 16:9-Anzeigen kleiner ausfielen.

Angenehm ist, dass die GH2 automatisch zwischen LCD und EVF automatisch umschaltet. Erhält der Sensor, der direkt neben dem Sucherokular liegt, wenig Licht, vermutet das System ein Auge des Fotografen am Sucherokular und schaltet den LCD aus sowie den EVF ein. Dies kann jedoch auch mal geschehen, wenn mit ausgeklapptem LCD aus Bauchhöhe knipsend der Sensor von der Kleidung verdeckt wird. Die Empfindlichkeit des Sensors lässt sich übrigens in zwei Stufen einstellen und die Automatik kann auch gäntzlich deaktiviert werden. Ausserdem kann stets  manuell per LVF/LCD-Taste zwischen beiden Suchern umschaltet werden.

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Die Kamera besitzt einen CMOS-ähnlichen "Live MOS"-Fotosensor mit einer für den FourThirds-Standard üblichen Nutzfläche von 17,3 x 13 mm. Der Sensor ist mit rund 18 Millionen Sensorelementen bestückt, von denen je nach gewähltem Aufnahmeformat bis zu 16 Megapixel genutzt werden. In folgenden Seitenverhältnissen kann mit der GH2 fotografiert werden: 4:3 (max. 16 Mpx), 3:2 (max. 15 Mpx), 16:9 (max. 14 Mpx) und 1:1 (max. 12 Mpx).

Fotos speichert die Kamera im Raw- und/oder im JPEG-Format auf SD/SDHC/SDXC-Speicherkarten. Im Serienmodus schafft sie bis zu 5 Fotos pro Sekunde. Im JPEG-Format und mit einer schnellen Speicherkarte kann sie Dauerfeuer schiessen, bis die Karte voll ist. Ist die Fotoaufzeichnung im RAW-Format aktiviert, sind maximal 7 Serienbilder in Folge möglich. Zusätzlich bietet die GH2 einen speziellen Burst-Modus und knipst insgesamt 40 Aufnahmen während einer Sekunde - allerdings in reduzierter Auflösung, die im 4:3-Format 2400 x 1800 px beträgt.

Des weiteren bietet die  GH2 den für semiprofessionelle Kameras üblichen Funktionsumfang. Es gibt die drei Messverfahren (mittenbetonte, Spot- und Mehrfeldmessung) und alle nötigen Belichtungsautomatiken sowie die manuelle Einstellung einer Blenden-Verschluss-Kombination. Die Belichtungsprogramme werden über das Betriebsartenrad oben auf der Kamera gewählt. Dort können auch drei persönliche Belichtungseinstellungen (Custom-Programme: C1, C2, C3) abgerufen werden, die zuvor im Menü festgelegt wurden.

Auch die üblichen motivabhängigen Automatikprogramme (Scene Modes) fehlen nicht. Einige können direkt am Betriebsartenrad gewählt werden, wozu verschiedene Varianten am Monitor zur Verfügung stehen. So sind zum Beispiel unter dem Motivprogramm "Nahaufnahme" (Blumen-Symbol) die vier Varianten "Blumen", "Gegenstände", "Speisen" und "Kreativ" verfügbar. Bei letzterem kann der Fotograf durch Verstellen der Blende die Schärfentiefe beeinflussen.

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