Die Lumix GH4 als Fotokamera
Im avguide.ch Test haben wir die Panasonic Lumix GH4 zusammen mit dem Lumix G Vario 14-140mm/F3.5-5.6 Kit-Objektiv unter die Lupe genommen.
Mit dem 14-140 mm-Objektiv kann der Benutzer ein weites Spektrum an Brennweite abdecken. Vor allem bei guten Lichtverhältnissen ergibt das sehr gute Fotos nah und fern. Bei einer maximalen Blendenöffnung von 5.6 im Zoombereich kommt das Objektv im Lowlight-Bereich aber schnell an ihre Grenzen.
Der ISO-Bereich der Kamera lässt sich zwischen ISO 100 und ISO 25'600 einstellen. Das Rauschverhalten liegt dabei bis ISO 12'800 auf erstaunlich gutem Niveau, allerdings lassen sich bereits ab ISO 800 deutliche Detailverluste feststellen, Konturen wirken bereits ab ISO 1600 leicht ausgefranst und unscharf.
Und wer nicht zwingend auf grün-rote Rauschpartikel im Foto steht, sollte Experimente mit ISO 25'600 eher sein lassen.
Im ISO-Bereich 100 – 800 überzeugt die Lumix GH4 allerdings mit detailtreuen Farben, sowie knackiger Schärfe mit sehr gutem Rauschverhalten.
49 AF-Sensoren
Damit die Schärfe auch präzis gelegt werden kann, besitzt die Panasonic Lumix GH4 49 Autofokus-Messfelder. Kurz die Auslösetaste antippen und schon wird das Motiv scharfgestellt. Wer die Schärfe etwas individueller legen möchte, kann dies auch per Fingerzeig auf dem Touchscreen machen und so festlegen, welcher Bereich scharf sein sollte. Mit zwei Fingern kann dabei das Messfeld auch ganz einfach vergrössert oder verkleinert werden. Eine zusätzliche Peaking-Funktion, welche scharfe Kanten blau hervorhebt, erleichtert die Schärfebewertung im Display immens.
Alles in allem arbeitet der Autofokus auf sehr hohem Niveau und meist sehr präzise. Leider allerdings nicht all zu schnell. Vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen wirkt die Fokussierung oft eher träge und langsam.
Die Lumix GH4 als Videokamera
GH4 als Videokamera: Eigentlich ist die Lumix GH4 ja bei den Fotokameras anzusiedeln, doch die Videofunktionen bei dieser Kamera sind so überragend, dass die Kamera eher einer Videokamera gerecht wird, die auch noch gut fotografieren kann.Als Videokamera will die GH4 nach den Sternen greifen und misst sich gleich mit professionellen Kameras. Davon zeugt zum Beispiel die Auflösung. So verfügt die Kamera nicht etwa wie in der Unterhaltungselektronik weit verbreitet, nur über eine 4K-Auflösung mit 3840 x 2160 Pixel sondern auch über eine Cine 4K Auflösung von 4096 x 2160 Pixel.
Was sich zwar wie ein Vorteil für die GH4 anhört, hat aber auch seine Nachteile. Will man ein Video von der GH4 auf einem 4K-Gerät abspielen, muss das Cine 4K-Format zuerst runterskaliert werden. So macht es – sofern man keine Kinoproduktion anstrebt – gar Sinn, die Auflösung der GH4 auf 3840 x 2160 einzustellen, denn nur so kann direkt ab Karte ein Video präsentiert werden.
Die Aufzeichnung erfolgt entweder in QuickTime MOV, MP4 oder AVCHD und in 8 Bit. Bei Cine 4K sind Aufnahmen nur mit 24p möglich, bei 4K sind es dann schon wahlweise 25p oder 29.97p (bei MP4). Die Datenrate ist mit 100 Mbps ziemlich hoch.
Im Full-HD Modus wird’s dann ganz interessant, jetzt kann nämlich in der vollen Auflösung mit 50p respektive 60p aufgezeichnet werden, und das dank dem All-Intra Verfahren sogar mit einer Datenrate von bis zum 200 Mbps.
Professionelle Funktionen
Auch andere Funktionen aus dem professionellen Kamerabereich wie Timecode, Peaking (Schärfenhilfe) oder Zebra (Überbelichtungsanzeige) lässt die Panasonic GH4 nicht vermissen. Und wer nicht auf die interne 8-Bit Aufzeichnung mit H.264 Komprimierung setzen will, kann per HDMI mit einem externen Recorder auch ein echtes 4.2.2 Signal mit 10 Bit Farbtiefe aufzeichnen – und das natürlich in voller 4K-Auflösung. All diese Funktionen im Videobereich sprechen für die GH4 als professionelle Videokamera.
Auch die vorinstallierten Cinelike Profile, welche die Bildeinstellungen in Schärfe, Kontrast und Farbsättigung anpassen und ein extra flaues Bild bewirken, überzeugen und sind nützlich, wenn nachträglich Farbkorrekturen gemacht werden sollen.
Ein externes Mikrofon kann per Mini-Klinke an die Kamera angeschlossen werden, die Regulierung erfolgt dabei ebenfalls über den Touchscreenmonitor. Hier wäre ein mechanisches Poti natürlich schöner, doch mit ein wenig Übung funktioniert diese Art der Lautstärkenaussteuerung dann auch recht gut.
Schauen wir uns die Qualität der Aufnahmen an, stellen wir ein ähnliches Resultat wie bei der Fotofunktion fest. Bei guten Lichtverhältnissen überzeugt die Kamera in vollen Massen. Das geht sogar so weit, dass die Kamera mit bis zu zehn mal teureren Kameras aus dem Hause Canon oder Sony locker mithalten kann. Im Lowlight-Bereich kommt der Sensor in Puncto Dynamik und Rauschen schlicht an seine Grenzen. So ist bei höheren Werten als ISO 800 das Rauschen sichtbar und störend.
Hingegen ein cooler Zusatz: Die GH4 kann in Full-HD mit 96 Frames pro Sekunde filmen, was ziemlich coole Zeitlupeneffekt ergibt und dem Hobbyfilmer eine neue Welt eröffnet.

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