Zum Start von Soundtouch lancierte Bose drei neue Lautsprecher, die eignes für das neue Mehrraum-Musiksystems entworfen wurden. Das bequeme Verwalten von Musikquellen und die Zuordnung zu den Lautsprechern in den einzelnen Räumen ermöglicht eine App für Mobilgeräte. Besonderes Augenmerk legt man auf ein schlichtes Design, eine einfache, intuitive Bedienung und die Verbindungsstabilität des WiFi-Netzwerkes.
Die Art, wie wir Musikhören, veränderte sich in den letzten Jahren dramatisch. Waren Streaming-Lösungen erst nur eine Alternative zum Musikhören ab CD, die mit Tücken wie unzuverlässige WiFi-Verbindungen auch ihre Schrecken hatten, setzt sich das Streaming von Musik nun auf breiter Front durch und ist massentauglich geworden. Nicht zuletzt durch die Verbreitung der Smartphones und Tablets findet man heute praktisch in jedem Haushalt ein WiFi-Netz. Eine App dient praktisch ausnahmslos als Steuerzentrale. Gemäss Bose-Chef Bob Maresca besitzen in den USA 90% der Haushalte ein WiFi-Netzwerk.
Die Kommunikation der Geräte, insbesondere durch den Router, wurde ständig verbessert. Die Hersteller haben die Technik im Griff, und heute ist es auch für technisch Unbedarfte ein Leichtes, Abspielgeräte und ein Tablet zu deren Steuerung einzubinden.
Das letzte Woche vorgestellten Bose Soundtouch Multiroom-System setzt denn auch konsequent auf WiFi.
Neue WiFi-Lautsprecher fürs Multiroomsystem
Bose Soundtouch portable, Soundtouch 20 und Soundtouch 30.Gleich drei neuen Abspielgeräte lanciert Bose mit der Einführung von Soundtouch. Alle verbinden sich kabellos über WiFi zu den Musikdateien auf dem Computer im gleichen Netzwerk, bieten dank der Einbindung von Vtuner über 18'000 Radiostationen an und wählen sich bei den Musikdiensten ein. Zum Debut findet sich allerdings nur der in den USA führende Pandora Musikservice; die Einbindung des in der Schweiz so beliebten Spotify soll aber in den nächsten Monaten durch ein Software-Update nachgereicht werden.
Gleiches gilt nach Bose Angaben auch für das eben in der Schweiz lancierte Google-Play. Allgemein sieht man die Zukunft der Musikquellen bei den Cloud basierten Services. Man geht davon aus, dass Benutzer ihre Musik vermehrt nicht mehr selber speichern, sondern dies an einen Dienstleister wie Google oder Apple auslagern.
Das Soundtouch 30 ist der grösste der drei neuen Streaming-Player. Auf Anhieb gefallen konnte das dezente, aber doch charakterstarke Design. Wie alle neuen Soundtouch Speaker wirkt er mit seinen Designanleihen aus den Sechzigern und der ultramodern strukturierten Oberfläche zeitlos zurückhaltend, aber nie langweilig. Die Verarbeitung ist bis in die letzte Fuge tadellos. Die Anfassqualität aufgrund der sorgsam abgestimmten Materialien ist sehr hoch. Die neuen Soundtouch Lautsprecher wirken denn auch auf Anhieb sympathisch.
In Innern bringt er mit einem 30 Watt Digitalverstärker das nötige Rüstzeug mit. In der gut stündigen Hörprobe überzeugte der Sounttouch 30 mit der von Bose gewohnten sehr guten Klangqualität. Im mittelgrossen Wohnraum entwickelte er ein beeindruckendes Klangvolumen. Verantwortlich dafür ist nicht zuletzt die schon vom Bose Fernseher bekannte Waveguide Technolgie und ein neuer, innovativer Tieftonlautsprecher.
Mit seiner ausgewogenen tonalen Balance fällt er bei keiner Musikrichtung ab. Egal ob Jazz, Rock oder Klassik, die Klangwiedergabe des Soundtouch 30 wirkt immer natürlich rund und harmonisch. Grobe Aussetzer leistet er sich nirgends im gesamten Klangspektrum. Da wurde zweifellos sehr seriös gearbeitet. Gemäss Bose war man mit der Entwicklung des Soundtouch Systems inklusive App und Lautsprecher insgesamt drei Jahre beschäftigt.
Kompakter fällt der Soundtouch 20 aus, der sich im Mehrraumsystem für Schlafzimmer, Küche oder Büro empfiehlt. Der kleinste Spross, der Soundtouch portable, lässt sich unabhängig vom Stromnetz über den eingebauten Akku für maximal drei Stunden auf dem Balkon oder im Garten betreiben. Vorausgesetzt man hat immer noch eine WiFi-Verbindung.
Aufgrund der Grösse entwickeln beide weniger Dynamik als der grosse Bruder, glänzen aber mit der selben akkurat natürlichen und weiträumigen Klangentfaltung. Zum Glück verzichtet man auf aufgepumpte und nur ermüdende Klangeffekte. Keine Selbstverständlichkeit.
Die Soundtouch Linie soll beständig erweitert werden, wobei auch bereits bestehende Bose Produkte in das Mehrraumsystem integriert werden. Später im Jahr wird sowohl das beliebte Bose Wave (siehe Test in avguide.ch) als auch die Lifestile-Linie (siehe Test in avguide.ch) für das Soundtouch erweitert. Geplant ist zudem eine neue Version der winzigen Jewel Cube Lautsprecher mit Accoustimass Subwoofer. Und selbst der Waveguide-TV mit seinem beeindruckenden Soundsystem (siehe Test in avguide.ch) lässt sich in Zukunft einbinden und als Abspielquelle wählen.
Alle drei neuen Soundtoch Abspielgeräte sind übrigens nebenbei noch airplay-fähig.
Verwaltung per App
Steuerung des Soundtouch Systems per AppEine App für die drei gängigen Smartphone- und Tablet-Betriebsysteme dient zur Musikauswahl. Die schön und übersichtlich gemachte App zeigte sich beim kurzen Antesten als sehr bedienungsfreundlich und weitgehend selbsterklärend. Ins Musikarchiv einbinden kann man sämtliche auf dem Computer vorhandenen Musikdateien, sofern sie über iTunes oder den Windows Mediaplayer zur Verfügung gestellt werden. Die Musikdateien unterschiedlicher Computer werden als separate Archive in der Soundtouch App geführt. Playlists werden direkt aus iTunes übernommen.
Für Internet-Radio greift man auf den Vtuner Dienst zurück. Die Suche einer Station nach Genre und Land ist entsprechend einfach. Die App ist übersichtlich gestaltet und lässt sich wirklich sehr gut bedienen.
Musik hören übers Netzwerk soll gemäss Bose so einfach werden, wie den Lichtschalter zu betätigen. Dazu liess man sich eine clevere Idee einfallen. Playlists aber auch einzelne Alben oder Radiostationen können innerhalb der App in eine der sechs Schnellzugriff-Voreinstellungen, oder Neu-Hochdeutsch Presets, abgelegt werden. Der Clou: Die Presets werden zusätzlich auch an die Abspielgeräte übermittelt und dort gespeichert.
Zum Anwählen eines Presets und damit einer in den Voreinstellungen zugeordneten Musikquelle, braucht man die App gar nicht mehr, da jeder der neuen Soundtouch Lautsprecher sechs Direktwahltasten anbietet. Das vereinfacht den Zugriff ungemein. Denn nicht immer will man das Tablet hervorholen und durch seine Musiksammlung browsen, nur um mal schnell Musik zu hören. Ein einfacher Klick auf eine der Direktwahltasten am Gerät genügt, und die Soundtouch Lautsprecher spielen die zugeordnete Musikzusammenstellung oder Radiostation ab. Ein Feature mit sehr hoher Alltagstauglichkeit!
Was wir vermissten, war die Einbindung vom Musiksammlungen, die auf einem externen Festplattenspeicher (NAS) abgelegt sind. Vorläufig werden nur Musiksammlungen aus iTunes und Windows Media Player unterstützt. Wodurch der Laptop oder Desktop-Computer beständig eingeschaltet bleiben muss. Ein echter Wermutstropfen bei einem ansonsten sehr durchdachten System.
Gemäss Bose würden die NAS-Hersteller das Netzwerkübertragungsprotokoll nicht immer korrekt einhalten, was zu Störungen führt, weshalb man beschloss, zum Start auf diese Möglichkeit zu verzichten. Man wird das Thema jedoch weiter verfolgen.
Auch für die Wiedergabe von nicht datenreduzierten FLAC- oder Apple Lossless-Dateien muss man sich leider noch gedulden: dies soll aber mit einem Firmware Update nachgereicht werden. In den nächsten zwölf Monaten sind vier grössere Software-Aktualisierungen geplant.
Fazit
Mit Soundtouch lanciert Bose ein eigenes Ökosystem für ein heimisches Mehrraum-Audionetzwerk. Der Fokus liegt klar auf einfachster Bedienung und hoher Stabilität. In Bezug auf Design, Verarbeitung und Klangqualität bewegt man sich auf dem von Bose gewohnten sehr hohen Niveau.
Auch wenn man zum Start noch einige Features vermisst, wie die Einbindung von Musikdiensten wie Spotify oder die Unterstützung auf externen Festplattenspeichern (NAS) und verlustfreier Formate, überzeugt das Bose Soundtouch Mehrraumsystem, und die Qualität der Umsetzung ist beeindruckend. Wer seine Musik hauptsächlich als MP3 auf iTunes oder Windows Media Player speichert, kann gleich loslegen und von der hohen Stabilität und der exzellent durchdachten und daher einfachen Bedienung profitieren.
Der offizielle Verkaufspreis für das Soundtouch 30 liegt bei CHF 879.95; für das Soundtouch 20 und das Soundtouch portable sind jeweils CHF 499.95 veranschlagt. Alle drei Produkte sind seit dem dem 11. Oktober 2013 erhältlich.

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