Die Audiowelt verändern
Der französische Hersteller Devialet will mit einer neuen Verstärkertechnologie die Audiowelt verändern, und zwar grundlegend. Diese Ansage dürfte von der „Audiowelt“ a priori mit einer gewissen Skepsis bedacht werden, zumal diese Audiowelt nicht eben progressiv eingestellt ist.
Im Gegenteil: High End Audio wird immer noch vom konservativen Ketten-Gedanken beherrscht, der die individuelle Einflussnahme des Musikhörers auf jedes Glied seiner Musikanlage impliziert und als hohe Kunst verherrlicht. Die Zukunft des High End Audio könnte auch so aussehen, wie sich das Devialet vorstellt.
Zu diesem Schluss sind zahlreiche Fachleute seit der Ersteinführung von Devialet gelangt. Sie haben Devialet mit Auszeichnungen und Würdigungen behängt, wie den Weihnachtsbaum mit Kristallkugeln und das nicht ohne Grund: Der Zeitgeist verlangt nach einfacher Bedienung, maximaler Performance und Design, welches dem moderne Ambiente huldigt.
Nachhaltige Technologie
Der Devialet 120 ist mit 120 Watt Ausgangsleistung das kleinste von vier Modellen. Am anderen Ende steht der Devialet 800 in Doppel-Mono mit 800 Watt Stereo-Ausgangsleistung. Die Verstärker dürften somit in der Lage sein, jeden erdenklichen Passivlautsprecher laststabil anzutreiben.
Die besondere Hybridverstärkung vereint eine analoge Spannungsverstärkung mit einem Schaltverstärker für den Strom. Solche Schaltverstärker werden fälschlicherweise oder vereinfachend als Digitalverstärker bezeichnet. Dabei werden Transistoren mittels Pulsweitenmodulation einfach als hocheffiziente und superlineare Leistungsschalter eingesetzt. Aus den Pulsweiten lässt sich das analoge Audiosignal sozusagen herauslesen. Hier wird nicht à la PCM quantisiert und deshalb sind Schaltverstärker ähnlich wie DSD quasi analog.
Die Nachhaltigkeit dieser Verstärkerschaltung manifestiert sich mit der EVO-Plattform, über die die Weiterentwicklung des Verstärkers dem Kunden als Software-Download regelmässig zur Verfügung steht. Die Wirkung dieser Upgrades wird von Devialet mittels Testemonials werbewirksam untermauert. Ein Verstärker, dessen Klangqualität und Performance dem Kunden jederzeit aktualisiert zur Verfügung steht, ist auch ohne Reklame ein Novum.
Die Lautsprecher erinnern an die Ausserirdischen in "Krieg der Welten", und auch das Innenleben mutet seltsam an: SoundSphere, SoundCurve und FullSound heissen die integrierten Audio-Technologien von Philips.
Die geschwungene Fläche des SoundCurve-Konzeptes soll die Stabilität des Lautsprechergehäuses verstärken. Diese Bauweise verringert interne Resonanzen und vermeidet Vibrationen. FullSound analysiert die Musikinhalte und ergänzt sie gemäss Hersteller "automatisch" - ohne zu erwähnen, wodurch sie ergänzt werden. Immerhin soll dadurch MP3-Musik eindrucksvoller und lebendiger klingen. Eindrucksvoller und lebendiger als MP3-Musik?
Das System besteht aus zwei aktiven Kugellautsprechern mit einem Durchmesser von ca. 35 Zentimetern. Musik lässt sich über Bluetooth streamen. Zudem sorgt der Aux-Anschluss für eine Verbindung zu einem Media-Player.
Die Fidelio PS1 sind ab September für CHF 2999 erhältlich.

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