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Testbericht · Devialet · Vollverstärker

Die Hightech-Musikmaschine

Test Devialet 120 - Wo die Zukunft beginnt

Von Christian Wenger · · Seite 2 von 5

Die Audiowelt verändern

Bei Wandmontage dreht sich das runde Display so, dass die zahlreichen Betriebsinformationen auf dem Display nie Kopf stehen.Bei Wandmontage dreht sich das runde Display so, dass die zahlreichen Betriebsinformationen auf dem Display nie Kopf stehen.

Weniger neu ist der Einsatz von DSP (Digital Sound Processing) zwecks Phasenkorrektur, Tieftonerweiterung, Überlastschutz, Laufzeitoptimierung, Latenz-Verhinderung sowie Pre-Echo- und Verzerrungskontrolle. Neu ist, dass diese Korrekturen für zahlreiche Lautsprechermodelle namhafter Hersteller zur Verfügung stehen, und es werden immer mehr. Die Messdaten dieser Lautsprecher werden erfasst und in SAM-Konfigurationen umgewandelt. Diese Konfigurationen werden vom Kunden für den spezifischen Lautsprecher heruntergeladen und in das Gerät eingelesen. Die Wirkung der Korrektur kann dann durch Umschalten mit/ohne Korrektur gehört werden.

SAM dient auch der Anbindung von Devialet an bekannte Lautsprecher-Hersteller und ist effektives Co-Marketing: Man gibt den Besitzern von SAM-kompatiblen Lautsprechern einen sanften Schubs in Richtung Devialet und den Devialet-Besitzern eine Empfehlung zugunsten der Lautsprecher, die von SAM unterstützt werden.

Man darf aber zur Kenntnis nehmen, dass der Devialet 120 auch an Lautsprechern gut klingt (und vielleicht noch besser), die nicht auf dieser Liste stehen. Zum Glück, denn unsere Präferenzen betreffend der Lautsprecher sind sehr individuell.

Der Konfigurator

Konfigurerbare Ein/Ausgänge. Das Anschlussfeld verschwindet unter der Blende.Konfigurerbare Ein/Ausgänge. Das Anschlussfeld verschwindet unter der Blende.

Der Devialet 120 kostet 5990 CHF und ist eine Investition. Die Kombination von Verstärker, DA-Wandler und Phonovorstufe kombiniert mit unglaublichen Konfigurationsmöglichkeiten und Zugriff auf jede denkbare Quelle lassen ihn dennoch preiswert erscheinen. Dazu profitiert der Besitzer von künftiger Weiterentwicklung und der Tüftler kann stundenlang optimieren und tunen. 

Ich würde den Verstärker als Lautsprecher-neutral bezeichnen. Will heissen, man braucht sich keine Sorgen zu machen, wenn man einmal einen neuen Lautsprecher kauft, ausser vielleicht bei Exoten. Ich glaube nicht, dass der Devialet 120 mit irgendeinem passiven Lautsprechersystem mit vernünftigem Wirkungsgrad nicht harmoniert.

Für die Puristen ist die Lifestyle-Komponente wohl etwas zu dominant, aber man kann auch umdenken. An der Wand montiert hat man schliesslich auch einen tollen Spiegel. Das ist ein Argument für die „betriebsinterne“ Überzeugungsarbeit. Da muss man kreativ sein.

Direktes Musikstreaming von einem NAS mit einer eigenen Mediathek-Oberfläche sollte von Devialet in Betracht gezogen werden. Es wird immer viele Musikhörer geben, die nichts mit PC/Mac am Hut haben. Schlau wäre bestimmt ein separater Streamer. Im Devialet 120 scheint es keinen freien Platz mehr zu geben.

Ob sich SAM durchsetzt, würde ich bezweifeln. Messtechnisch ist das Prinzip korrekt und einleuchtend, aber Devialet spielt ein wenig mit dem Feuer. Das Prinzip polarisiert. Die Wahl des Lautsprechers würde ich niemals von der SAM-Tauglichkeit abhängig machen.

Ein wenig Purismus darf sein.

Der Autor Christian Wenger

Christian Wenger war Elektrotechniker und Marketingfachmann in der Industrielektronik und Inhaber von InConcert Audio in Olten. Von 2013 bis 2024 schrieb er als Redaktor für avguide.ch. Heute lebt der Connaisseur und Weinliebhaber pensioniert in Südfrankreich und bleibt Mitinhaber der avguide.ch GmbH.

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