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Testbericht · Dali · Passiv-Lautsprecher

Benchmark für Einsteiger

Test der Dali Oberon 5

Die neue Oberon-Modellreihe von Dali vereint die neue Treiber-Technologie der Dänen mit einem kostengünstigen Lautsprecher und feiner Optik. Wir nahmen den kleineren Standlautsprecher Oberon 5 unter die Lupe.

Von Christian Wenger · · Seite 1 von 5
Nordisches Flair: die Oberon 5 von Dali.
Nordisches Flair: die Oberon 5 von Dali.

Auf den ersten Blick ist die neue Oberon 5 von Dali einfach ein sehr schöner und übersichtlicher Standlautsprecher mit schönem Design und nordischem Flair. Da ist nichts Aussergewöhnliches dabei, als ein gut gestalteter Lautsprecher für eine moderne Wohnatmosphäre.

Bei näherer Inspektion fällt aber der Soft-Dome-Kalottenhochtöner auf. Er hat einen sehr grossen Durchmesser von 29 mm. Dazu gesellen sich zwei Bass-Mitteltontreiber, wie man sie von Dali gut kennt. Die Membrane besteht aus einem bräunlichen Holzfaser-Material. Was man nicht sieht, ist das neue SMC-Material, aus dem die Permanentmagneten der Tief-Mitteltöner hergestellt wurden.

SMC bedeutet Soft Magnetic Compound. Ein von Dali akribisch entwickeltes Magnetmaterial geheimer Rezeptur. Es hat im Vergleich zu den üblicherweise verwendeten magnetisierbaren Metallen ein stark verringertes Verzerrungsverhalten und bewirkt eine – aus Sicht des Verstärkers – unproblematische Last. Die Lautsprechertreiber reagieren deutlich weniger empfindlich auf unterschiedliche Verstärker.

Das Besondere ist nun, dass man SMC in der Oberon-Modellreihe vorfindet, denn Oberon sind günstige Lautsprecher. Die hier getestete Oberon 5 kostet nur 998 Franken das Paar. Es ist sehr lobenswert, dass Dali eine proprietäre Materialtechnologie in einem Lautsprecher verwendet, welcher der sogenannten Einsteigerklasse zuzuordnen ist.

Zurück zu der Hochtonkalotte: Das sehr weiche Material, aus dem diese besteht, ist extrem leicht, und die Grösse bewirkt ein für Hochtonverhältnisse (in diesem Fall oberhalb von 2400 Hz) breites Abstrahlverhalten. Dali verspricht sich dank dieser Eigenschaft ein optimales räumliches Klangbild, ohne dass die beiden Lautsprecher auf den Hörplatz eingewinkelt werden müssen.

Das hat nun auch wieder Vorteile, sofern es so uneingeschränkt zutrifft. Lautsprecher, die parallel zur Rückwand stehen, wirken unauffälliger und schöner im Wohnraum als solche, die man einwinkelt. Über dermassen druckempfindlichen Kalotten-Hochtönern hängt allerdings das Damoklesschwert der Kleinkinder, auf die solche Schallwandler-Preziosen eine unkontrollierbare Anziehungskraft ausüben.

Dali hat auch dafür gesorgt: Die abnehmbare, stoffbespannte Abdeckung ist nämlich ein sehr stabiles Kunststoffgitter, wogegen «Kinderfingerchen» nichts ausrichten können. Damit ist die Regel klar: Dali Oberon + Kinder = mit Abdeckung.

Der Autor Christian Wenger

Christian Wenger war Elektrotechniker und Marketingfachmann in der Industrielektronik und Inhaber von InConcert Audio in Olten. Von 2013 bis 2024 schrieb er als Redaktor für avguide.ch. Heute lebt der Connaisseur und Weinliebhaber pensioniert in Südfrankreich und bleibt Mitinhaber der avguide.ch GmbH.

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