24. Juli 2019 | seit 1999
TESTBERICHT
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Hörtest

In einem höherwertigen Pickup liegt klar das höchste Aufstiegs-Potenzial.

Haube ab zum Hörtest, hiess es also auch für avguide.ch. Das Carbon/AT 91 erfordert wie gewohnt eine längere Warmlaufphase, während der die anfängliche Sprödigkeit allmählich bis auf einen Rest Harschheit schwand. Dann durfte der Planar 2 beim Abhören vieler neuer und alter Vinyls zeigen, was in ihm steckte.

Zum Beispiel bei The Verves "Urban Hymns" war das schon eine ganze Menge. Der grandiose "Lucky Man" drang mit der nötigen Wucht und Intensität aus den Lautsprechern. Auch bei hohen Abhörlautstärken liess sich der Rega nicht beeindrucken und hielt das Klangbild recht stabil.

Die dynamische Spannbreite von weniger stark komprimiertem Jazz, wie etwa die exzellent aufgenommene Doppel-LP "Continuum" des Schweizer Pianisten Nik Bärtsch und seines Enssembles Mobile (ECM), entfaltete der mittelkleine Rega immer noch respektabel. Allerdings erreichte er nicht die anspringende Lebendigkeit etwa des Planar 3. Und auch die nuancierte Klangfarblichkeit unterschlug das Carbon dann doch hörbar.

Aber wir hatten da ja schon einen kleinen Verdacht hinsichtlich des Tonarms. Und dennoch überraschte, wie gut der RB 220 auch mit verhältnismässig teuren Tonabnehmern wie dem ACE von Benz Micro Switzerland klarkam. Es war schon erstaunlich, wie souverän dann der Planar 2 sogar grossorchestrale Fülle ausbreitete.

Die legendäre Einspielung von Tschaikowskys Sechster Sinfonie unter Dimitri Mitropoulos aus der Frühestzeit der Stereofonie (1957, kürzlich von Speakers Corner ganz vorzüglich nachgefertigt) reproduzierte der preiswerte Dreher mit dem fast doppelt so teuren System bemerkenswert feinfühlig. In einem höherwertigen Pickup liegt klar das höchste Aufstiegs-Potenzial.

Wieder mit dem Carbon bestückt, bestätigte der Planar 2 das Urteil: Er hat zwar nicht ganz die Klasse seines teureren grossen Bruders und auch nicht dessen Ausbauoptionen. Doch er bietet schon in Serienausstattung erstaunlich viel Klang für erstaunlich wenig Geld.

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