TESTBERICHT
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Der Bowers & Wilkins Z2 sieht gut aus und besitzt den Lighning-Stecker für neue iPhone und iPods der jüngsten Generation.Der Bowers & Wilkins Z2 sieht gut aus und besitzt den Lighning-Stecker für neue iPhone und iPods der jüngsten Generation.

Lautsprecher mit Funktübertragung sind momentan sehr gefragt. Waren es vor ein paar Jahren noch die Dockingstationen für den iPod, sind es heute mit Siegenszug der iPads die Airplay-Lautsprecher, welche einen wahren Boom erleben. Die Idee ist klar. Mit der weiten Verbreitung von Smartphones und Tablets speichern immer mehr Benutzer ihre Musik entweder direkt auf den mobilen Geräten - oder besser auf einem Laptop oder einem sonstigen externen Speicher. Das Tablet oder Smartphone dient dann als Steuerzentrale zur Auswahl der Musikstücke inklusive Playlisten, Albumcoveranzeige und Lautstärkeregelung. Mit dem Tablet in der Hand benötigt man als Wiedergabegerät lediglich den Aktivlautsprecher, der sich über das WLAN oder auch Bluetooth verbindet.

Das ist unschlagbar praktisch, denn ein WLAN-Netz ist heute in fast jedem Haushalt vorhanden. Das von Apple erstellte Übertragungsverfahren Airplay macht sich dies zunutze. Es erlaubt das Abspielen von Musik von iTunes oder iOS-Geräten über das WLAN direkt auf die Aktivlautsprecher mit WLAN-Empfänger. Dafür verlangt Apple von den Herstellern dann eine Airplay-Zertifizierung, welche man sich notabene gut bezahlen lässt.

Der Z2 ist nun der neuste Spross unter den Zeppelin Airplay Lautsprechern von Bowers & Wilkins. Für knapp 450 Franken ergänzt er preislich den weiterhin erhältlichen Zeppelin Air nach unten und löst den Zeppelin Mini ab.

Unpacking

Nicht nur beim Design bewegt sich der Bowers & Wilikns Z2 auf hohem Niveau. Auch die Nicht nur beim Design bewegt sich der Bowers & Wilikns Z2 auf hohem Niveau. Auch die "inneren" Werte mit Digitalverstärker und glasfaserverstärktem Gehäuse stimmen.

Bereits beim Auspacken wird klar: Mit dem Z2 legt Bowers & Wilkins die Messlatte für Airplay-Lautsprecher wieder einmal sehr hoch. Bereits der erste Zeppelin wurde ja eine Stilikone und gewann internationale Designawards.

Und auch der Z2 hat das Zeug dazu. Der britische Primus hat wieder einmal viel Geschmack und Designkompetenz bewiesen. Gerade in Weiss ist der Z2 eine Augenweide. Mit einer Breite von 32 Zentimetern, einer Höhe von 18 Zentimetern und einer Tiefe von 10 Zentimetern ist er kaum grösser als ein Grundig Transistorradio aus den 60er Jahren und damit auch deutlich kompakter als der Zeppelin Air.

Die weite, elliptische Form mit dem nach vorne abgeschrägten Oberdeck gibt ihm eine sehr feminine Note, was durch die dezent in Rosa aufleuchtende LED zur Betriebsanzeige noch verstärkt wird. Wirklich nett, und ein erstes Wow macht die Runde. Für alle, die es gerne etwas maskuliner haben, gibt es den Z2 auch in Schwarz.

Bedienungselemente finden sich ausser zwei winzigen, kaum sichtbaren Volumentasten keine. Braucht man ja auch nicht wirklich. Gesteuert wird die Lautstärke meist in iTunes oder am iPhone beziehungsweise dem iPad. Für den Betrieb als Dockingstation mit aufgesetztem iPhone/iPod liegt aber auch eine kleine Fernbedienung bei.

Das Gewicht von 2,6 kg würde den Z2 transportabel machen, der fehlende Batteriebetrieb verhindert aber die Outdoorparty. Eigentlich schade, das sehr stabile, mit Glasfaser verstärke Gehäuse würde auch eine grobe Behandlung wohl weitgehend unbeschadet überstehen. Aber an Audio Interessierte wissen natürlich, dass die hohe Steifigkeit des Gehäuses vor allem der Klangqualität zugute kommt. Ein resonierendes Gehäuse mit entsprechendem Schlabberbass macht jede Bemühung um eine gute Klangqualität zunichte.

Auch bei der Bassreflex-Öffnung auf der Rückseite überliess man nichts dem Zufall. Bereits die wie bei einer Muschel spiralförmig geformte Kanalführung entlockt einem den nächsten Ausrufer. Die golfballähnliche Oberflächenstruktur mit kleinen Vertiefungen, in denen sich winzige Luftwirbel ausbilden, minimieren die Geräusche des austretenden Luftstroms. Das kennt man bereits von Motorrad-Helmen oder eben Golfbällen; es ist ein wirksames Mittel, um den Strömungswiderstand der austretenden Luft zu minimieren.

Insgesamt macht der Z2 einen äusserst wertigen Eindruck. Schöne technische Details paaren sich mit einem bezaubernden Design.

Mit Blitzgewitter

Der Z2 besitzt den Ligthning-Anschluss für das iPhone 5 und die iPods der neusten Generation.Der Z2 besitzt den Ligthning-Anschluss für das iPhone 5 und die iPods der neusten Generation.

Ins Top eingebettet ist das Dock mit Lightning-Anschluss für das iPhone 5, der neusten Generation des iPod Touch und Nano. Damit ist der Z2 das erste Dock von Bowers & Wilkins, das einen Anschluss an den mit dem iPhone 5 eingeführten Verbindungsstecker von Apple anbietet. Ein aktualisierter Zeppelin Air mit Lightning-Dock ist inzwischen ebenfalls angekündigt. Ältere iPhones oder iPods bleiben jedoch aussen vor, da Apple zur Zeit keinen Adapter vom Lightning-Anschluss auf den alten 30pin-Stecker anbietet. Ein Schelm ist, wer dabei vermutet, dies sei ein dezenter Druck aus Cupertino, sich doch vielleicht eine neues iPhone oder einen neuen iPod anzuschaffen ...

Ein iPad passt übrigens nicht in die Aussparung für den Lightning-Stecker. Das Tablet ist dafür zu schwer und hätte eine massive zusätzliche Halterung benötigt, womit die schlichte Optik dahin wäre. Ein Tablet dürften die meisten aber sowieso wohl lieber in der Hand halten, um ihre Musik auszuwählen. Gern gesehen hätten wir aber einen USB-Anschluss mit Lademöglichkeit, um das stromhungrige iPad übers Kabel direkt am Z2 aufzuladen. Fehlt mal das Netzwerk für die kabellose Übertragung über Airplay, bleibt einem für die älteren Apple-Geräte lediglich der analoge Miniklinken-Eingang an der Rückseite als Notnagel. Immerhin.

Der Miniklinkeneingang bleibt auch die einzige Wahl für mobile Zuspieler ausserhalb der Apple-Welt. Die unter Android-Mobilegräten gerne benutze Bluetooh-Übertragung kennt der Z2 nicht. Da bleibt Bowers & Wilkins sich und Apple weiterhin treu. Auf GooglePlay finden sich jedoch Apps, welche die Fernsteuerung von iTunes über Android-Geräte zulassen.

Einige Mühe gab man sich, eine einfache Installation anzubieten. Seit anfangs Jahr ist eine iOS-App von Bowers & Wilkins vorhanden, welche die Anbindung ins heimische Netzwerk mit einer Schritt-für-Schritt Anleitung erleichtert. Viel zu tun gibt es nicht. Der Z2 meldet sich mit einem Adhoc WLAN-Spot, um sich direkt mit iPhone oder iPad zu verbinden, danach gibt man die Zugansdaten zum hauseigenen WLAN-Netzwerk an, fertig. Schon erscheint der Z2 als Airplay-Abspielgerät in iTunes oder iOS-Geräten. Gradliniger geht es wirklich kaum mehr.

Satter Sound

Der Z2 weiss auch klanglich zu gefallen: Satter und trotzdem fein aufgefächterter Sound. Da wird einem kein Klangbrei vorgesetzt.Der Z2 weiss auch klanglich zu gefallen: Satter und trotzdem fein aufgefächterter Sound. Da wird einem kein Klangbrei vorgesetzt.

Wie es dem Firmencredo entspricht, lies man bei Bowers & Wilikns nichts unversucht, dem Z2 einen gehörige Portion Klangkultur einzuverleiben.

Mit auf den Weg gab man ihm einen Digitalverstärker mit 2 x 20 Watt, der zwei Breitbandtreiber mit Glasfasermembran bearbeitet. Eine aufwendige Signalaufbereitung sorgt dafür, dass die Musikalität über den ganzen hörbaren Bereich nicht aus dem Ruder läuft, was bei der zierlichen Grösse und dem notgedrungenen Verzicht auf ein Mehrwegsystem nun wirklich keine Leichtigkeit ist.

Dank den technischen Finessen schafft es der Z2, einen ausserordentlich satten und transparenten Sound zu entwickeln. Gerade bei Pop-Musik präsentiert er sich mit einer erstaunlichen Durchsetzungsfähigkeit, die man eigentlich nur einem weit grösseren System zubilligen würde. Im Bassbereich geht der kleine Zeppelin sogar erstaunlich kräftig zu Werke und entwickelt richtig Rums. Bei den massiven Bässen aus Grace Jones' Private Life (Dubversion) wurde er bisweilen etwas gar übermütig, blieb aber immer schön kontrolliert. Ein gewisser Loudness-Faktor ist dem Z2 nicht abzusprechen. Dadurch klingt er schon bei kleinen Lautstärken erstaunlich präsent.

Auch anspruchsvollere Kost wie die Klavierimprovisationen aus Saints des Craig Taborn Trios oder der einfühlsamen, melancholischen Stimme von Youn Sun Nah in Lento meistert er souverän und sehr akkurat. Dass er das eine oder andere Detail mal verschluckt, muss man ihm verzeihen. Insgesamt ist die Tonalität sehr ausgewogen und im Alltag empfindet man den Z2 immer als angenehm und sehr sauber. Erst bei Partylautstärke wirkt er zunehmend angestrengt. Irgendwann sind bei so einem kleinen Lautsprecher bei aller Raffinesse dann mal die Grenzen erreicht. Auch in der Weiträumigkeit des Klangbilds muss man prinzipbedingt Abstriche machen. Da kann ein kompakter Airplay-Speaker im Solo-Auftritt ein konventionelles Stereo-Lautsprecherpaar nunmal nicht ersetzen.

Der grosse Pluspunkt des Z2 und klangliche Differenz zu vielen Konkurrenzprodukten ist die hohe Durchhörbarkeit des Klangbilds. Da nervt kein flacher, undifferenzierter Klangbrei. Ein Kontrabass ist tief, wird klar umrissen, dröhnt aber nicht und macht so Platz für eine saubere Mittenwiedergabe. Da bleibt selbst noch (akustischer) Raum für fein aufgelöste Schlagzeugbecken. Wie der Z2 die Männerstimme Nils Landgrens in Speak Low herausschälte und die Instrumentierung ohne Verdeckungseffekte richtig zuordnete, war beeindruckend und machte richtig Spass.

Fazit

Beim Z2 ist unschwer zu erkennen, welche Erfahrung man beim britischen Traditionsunternehmen mit kompakten Airplay-Lautsprechern hat. Die Einrichtung ist extrem einfach und gradlinig. Auch störte während der Testphase kein einziges Netzwerkproblem den Betrieb. Die Verarbeitung ist makellos. Das Design besitzt Stil und wertet so manche moderne Wohnumgebung auf. Zudem haben die Ingenieure von Bowers & Wilkins dem Z2 eine ausserordentliche Wiedergabequalität anerzogen. Gerade in der Klangqualität kann er sich von der breiten Masse deutlich absetzen. Alle Besitzer eines iPhone 5 oder der neusten iPods werden sich über den Lightning-Dockanschluss freuen. Gewünscht hätten wir uns etwas mehr Nähe zu Mobilgeräten ausserhalb der Apple-Welt.

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