Audioquest Dragonfly USB-DACMusik am Laptop zu hören, ist en vogue und weit verbreitet. So mancher benutzt inzwischen den Laptop als digitalen Hub für Musik und Videos, lassen sich doch Multimediainhalte über den Computer weit besser verwalten als über die kleinen Anzeigen klassischer Komponenten. Hinzu kommt ein auch unter High Endern immer beliebterer Trend, nur über den Laptop und Aktivlautsprecher auf spartanische Art und Weise Musik zu hören.
Ein Makel haftet der Musikwiedergabe ab Computer aber an: Von den integrierten analogen Audioausgängen der Laptops darf man nicht viel oder besser gleich gar nichts erwarten. Ein zusätzlicher externer Digital-Analog-Wandler ist unabdingbar, will man dem Aktivlautsprecher oder Kopfhörer ein sauberes Audiosignal zuführen oder den Laptop auch nur mit der heimischen Stereoanlage ohne Brummprobleme verbinden.
Die freudigste Entwicklung im Audiobereich der letzten zwei Jahre ist das zunehmende Angebot für hochauflösendes Audio zum Download. Entsprechend steigen auch die Ansprüche an die Wandler: 24 Bit und 96 kHz sind heute einfach Pflicht und bieten mit einem guten Wandler eine Audioqualität ab Festplatte, die jeden noch so teuren CD-Player zur historischen Reliquie macht. Würdigen muss man da HighResAudio.com für seine Pionierarbeit und das breite Angebot an hochauflösendem Audio.
Eine Libelle für Musik
Perfekt für unterwegs mit dem Laptop: der Audioquest Dragonfly USB-DACMit dem Dragonfly (deutsch: “Libelle”) hat Kabelspezialist AudioQuest erstmals einen Wandler im Angebot. Augenfällig sind seine unglaublich geringen Abmessungen in Form eines USB-Sticks. Kleiner geht es kaum noch. Trotz der beschränkten Platzverhältnisse bekam der Audioquest Dragonfly aber so einiges mit auf den Weg, das ihn zu einem aussergewöhnlichen DAC macht und auch einigen grösseren und teureren Wandlern gut anstehen würde.
Für sein erstes Elektronik-Produkt besorgte sich Audioquest das entsprechende Know-how bei niemand Geringerem als Gordon Rankin, seinerseits der Entwickler des inzwischen patentierten asynchronen USB-Übertragungsprotokolls. Der Clou: Der vom Computer über den USB-Port angelieferte Datenstrom wird vor der Wandlereinheit mit einem eigenen internen Clock neu getaktet. Die Wandler-Einheit erhält so ein sauber aufbereitetes und insbesondere von Timingschwankungen (Jitter) befreites Digitalsignal. Das erleichtert seine Arbeit deutlich und reduziert den Einsatz der Fehlerkorrektur auf ein Minimum.
Nicht wenige erachten den Wavelength Audio Crimson von Gordon Rankin aus dem Jahr 2004 als ersten “brauchbaren” USB-DA-Wandler. Inzwischen ist der auch als Streamlength-Codec bekannte Algorithmus weit verbreitet und wird von einer Vielzahl von Herstellern lizenziert.
Kleine, aber feine Details
Die Zutaten machen es aus: Asynchrone Signalübertragung per USB mit eigenem Taktgeber und ESS Wandlerchip von Sabre.Die oben beschriebene «normale» Installation bedingt, dass man einen Fernseher mit ARC-HDMI-Anschluss besitzt. Erfreulicherweise kann die JBL Bar 5.1 auch mit älteren TV-Modellen, die zumindest über einen HDMI-Eingang verfügen (von denen immer noch diverse im Betrieb sind), verwendet werden. Sie erfüllt dann noch zusätzlich die Funktion eines HDMI-Hubs.
Der HDMI-ARC-Anschluss der JBL-Bar ist auch ein ganz normaler HDMI-Ausgang. Wenn man also seine HDMI-Geräte statt am Fernseher an der JBL Bar 5.1 anschliesst, die ja über drei HDMI-Eingänge verfügt, und den HDMI-ARC-Ausgang mit dem Fernseher verbindet, wird die beiliegende JBL-Fernbedienung zur Umschalt- und Auswahlzentrale.
Ich machte den Versuch mit einem in die Jahre gekommenen, aber immer noch funktionierenden Sony-Fernseher, schloss den Satelliten-Receiver und den Blu-ray-Player an der JBL-Bar an und verband diese mit dem HDMI-Eingang des TVs. Das Ergebnis: perfekter Sound und immer noch ein hervorragendes Bild – was will man mehr.
Nur bei alten SCART-Geräten muss man passen. Ausser, das Gerät hat einen digitalen Audioausgang. Auch hier fand ich noch einen rund 15-jährigen Pioneer-DVD-Spieler ohne HDMI, aber mit optischem Audioausgang. Für den Ton sorgt die JBL Bar (optical in), für das Bild der Fernseher via SCART-Buchse ... geht!
«Recycling» ist mit der vielseitigen Bar 5.1 von JBL möglich – und das finde ich hervorragend.
Beim kritischen Betrachten von Musikvideos fiel mir eine minime Verzögerung des Tons auf, die sich nicht korrigieren lässt. Dies kann vor allem bei rhythmisch akzentuierten Videos mit viel Perkussion (z. B. «Supernatural» von Santana) störend wirken. Auf der Fernbedienung gibt es die «± Audio Sync»-Tasten, doch mit denen kann man den Ton nur noch mehr verzögern. Bestehende Tonverzögerungen können nicht justiert werden, da es keine Minuswerte gibt. Schön, wenn dies behoben werden könnte ...
Ein weiterer Wunsch wäre, dass man bei der Auswahl sowohl der Eingänge als auch der Klangmodi nicht immer vorwärts durchsteppen muss; rückwärts sollte auch möglich sein. Andere Variante: Nur die aktiven/angeschlossenen Eingänge werden beim Durchsteppen berücksichtigt.
Und was schon weiter oben erwähnt wurde: Bitte die vollständige Bedienungsanleitung gedruckt beilegen und auf den Quick Guide verzichten.
Doch dies sind nur Kleinigkeiten, die teilweise softwaremässig behoben werden könnten und dem allgemein äusserst positiven Eindruck der JBL Bar 5.1 kaum Abbruch tun.
Der Audioquest Dragonfly ist schnell installiert. Einfach in einen freien USB-Slot einstecken und schon wird er vom Betriebssystem erkannt und ist sofort betriebsbereit. Plug-and-Play wie es sein sollte. Um das Potenzial von hochauflösenden Audiodateien auszuschöpfen, braucht es sowohl auf OSX als auch Windows noch eine kleine, aber wichtige Anpassung in den Systemeinstellungen, da bei beiden Betriebssystemen die maximale Samplingfrequenz per Default auf 44,1 kHz eingestellt ist und auf 96 kHz erhöht werden sollte. Das beigefügte Booklet führt einem schnell durch die Einstellungen.
Von der Kontroll-LED im “Libellen-Logo” erhält man eine farbliche Rückmeldung über die anliegende Samplingfrequenz: grün für 44,1 kHz, blau für 48 kHz und bei Magenta für 96 kHz schlagen audiophile Herzen höher. Ein angenehmes Detail, da nicht jede Abspielsoftware die Samplingrate direkt anzeigt.
Die Verbindung mit der analogen Aussenwelt erfolgt über eine 3,5 mm Stereo Miniklinken-Buchse. Nicht gerade eine ideale Steckverbindung für hochwertiges Audio. Doch bei den Abmessungen liegt schlicht keine andere Verbindungsmöglichkeit drin. Für den Test wurde uns das 40 Franke teure Audioquest Golden Gate Miniklinken-zu-Cinch-Kabel zur Verfügung gestellt.
Ein hochwertiges Kabel sollte man dem Dragonfly auf alle Fälle gönnen. Bei relativ “schweren” Kabeln sollte am allerdings darauf achten, dass kein Zug auf die USB-Buchse wirkt, sonst dürfte mit der Zeit ein Gang zum PC-Doktor anstehen. Ein Schwachpunkt und Tribut an die kleine Baugrösse. Ein zusätzliches, flexibles Zwischenkabel, das für Zugentlastung an USB-Port sorgt, wäre die bessere Lösung gewesen und ist eigentlich allen zu empfehlen.
Hörtest
Richtig Spass macht der Audioquest Dragonfly USB-DAC mit hochauflösenden Audiodateien im 24/96-Format von highresaudio.comDie Klangsteigerung zum integrierten Audioausgang eines Laptops ist gewaltig! An einem Mac Book Air mit Audirvana Plus als Zuspieler erwies sich der Dragonfly DAC als ideale Ergänzung und verwandelte das 13”-Notebook zu einem hochwertigen mobilen Audioplayer. Den Gewinn an Klangqualität zum integrierten Apple Audioausgang kann man nur als dramatisch bezeichnen, und das auch bei datenreduzierten MP3- oder AAC-Files aus iTunes. Nur schon der Rauschabstand ist deutlich besser.
Um das klangliche Potenzial voll auszuloten, mussten dann aber die aktuellen Releases von HighResAudio.com her. Mit hochauflösenden Audiofiles im 24/96-Fomat zeigte der Dragonfly auch einem spezialisierten Audio-PC mit Windows 7, dass man trotz Miniaturisierung einen hervorragenden Wandler bauen kann.
Der Dragonfly lädt richtiggehend ein zum entspannten Musikhören. Digitale Härten und Artefakte sind ihm fremd. Gerda die Mittellage profitiert von der sauberen Signalaufbereitung. Mühelos gelingt es ihm, die verdichtete Emotionalität von Nils Landgren ("Sentimental Journey") in ihrer ganzen Eindringlichkeit in den Hörraum zu transportieren. Schon nach wenigen Takten spürt man: der kleine Wandler-/Vorverstärker wurde mit viel Know-how gebaut. Butterweiche Streicher und perlige Diskantläufe machen Spass zum weiter hören. Mark Knopfler ("Privatteering") rockt mit griffigen, klar strukturierten Gitarren-Riffs. Die Tiefenstaffelung stimmt, und die Blässer besitzen jenes feinsinnig vibrierend goldene Timbre, das ein leises Kräuseln im Nacken auslöst.
Die asynchrone Übertragung und der in der Mittellage bekannt gute ESS Sabre DAC dürften für das erstklassige und natürliche Klangbild verantwortlich sein. Doch wo liegen die klanglichen Grenzen? Nun ja, im Vergleich zu aufwendigen Wandlern mit einer ausgewachsenen analogen Ausgangstufe fehlt dem Dragonfly im Top- und Lowend etwas der Druck und die Durchsetzungsfähigkeit. In der Ausleuchtung des Tieftonkellers und in der Auflösung im Super-Hochtonbereich muss man gewisse Abstriche machen. Für den anvisierten Einsatzbereich dürfte dies allerdings keine Rolle spielen.
Den zum Vergleich herangezogene und doppelt so teuren ASUS Xonar Essence One übertraf der Dragonfly zwar in der Dynamik, musste sich aber bei der Klangästhetik deutlich geschlagen geben.
Fazit
Der Audioquest Dragonfly ist das erste Elektronik-Produkt des bekannten kalifornischen Kabelherstellers. Seine minimalen Abmessungen in Form eines USB-Stricks machen ihn zum idealen, hochwertigen und audiophilen Wandler für unterwegs. Doch auch für alle, die den PC als Abspielgerät für hochauflösendes Audio mit Aktivlautsprechern benutzen, ist er eine geeignete Wahl.
Punkto Audioqualität vermag er auch mit weit teureren Wandlern mühelos mitzuhalten. Bereits die analoge Lautstärkeregelung am Audioausgang hebt ihn deutlich ab von den meisten Mitbewerbern. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist sehr gut. Einziger Kritikpunkt ist die fehlende Zugentlastung beim Anschluss am USB-Port. Im Minimum als Option wünschte man sich ein zusätzliches USB-Verlängerungskabel.

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