Sechs Jahre nach der ersten Home-Generation – die Modelle 150, 250 und 350 – bringt Denon nun die Nachfolgergeneration unter den Bezeichnungen Home 200, Home 400 und Home 600. Denon gehört seit einigen Jahren zum Sound-United-Konzern, der wiederum Teil der Harman-Gruppe unter Samsung-Dach ist.
An der operativen Eigenständigkeit hat sich bislang wenig geändert: Die hauseigene HEOS-Plattform bleibt das Multiroom-Rückgrat, das Denon von den Schwestermarken JBL oder Harman Kardon unterscheidet – und das die direkte Integration in Denons eigene AV-Receiver und Netzwerkverstärker erlaubt.
Der Wireless-Lautsprecher-Markt ist seit dem Erscheinen der Vorgänger erheblich kompetitiver geworden. Sonos hat mit dem Era 100 und dem Era 300 seine Produktpalette neu aufgestellt. Bluesound positioniert sich mit BluOS weiterhin als audiophile Alternative, und Apple hat mit AirPlay 2 ein Ökosystem geschaffen, das viele Nutzer an sich bindet. In diesem Umfeld muss Denon seinen Platz neu rechtfertigen.
Die drei neuen Modelle folgen einer klaren Treiberhierarchie. Der Home 200 ist das kompakteste Gerät der Serie und arbeitet mit drei Chassis sowie drei Class-D-Verstärkern – konkret zwei Hochtöner und ein Tieftöner –, was Denon für kleinere Räume oder als Satelliten in einem grösseren Multiroom-Verbund empfiehlt.
Der Home 400 setzt auf sechs Treiber und sechs Class-D-Verstärker, darunter zwei nach oben abstrahlende Chassis. Diese sogenannten Up-Firing-Treiber sollen die Klangbühne in die Vertikale erweitern und dem Dolby-Atmos-Music-Format die nötige Raumillusion verschaffen.
Am oberen Ende steht der Home 600 mit insgesamt acht Treibern und acht Verstärkern. Das Kernstück bilden zwei gegenüberliegend angeordnete 6,5-Zoll-Tieftöner in einer Push-Push-Konfiguration, die gehäuseinterne Vibrationen gegenläufig kompensieren sollen. Ergänzt werden sie durch Mittel- und Hochtöner sowie zusätzliche Up-Firing-Einheiten.
Alle drei Modelle unterstützen Dolby Atmos Music – wobei es sich dabei technisch um eine virtuelle Prozessierung handelt. Echte Höhenkanäle entstehen damit nicht. Die Up-Firing-Chassis beim Home 400 und Home 600 liefern eine Reflexion an der Raumdecke, deren Wirkung stark von den Raumgegebenheiten abhängt.
Die HEOS-Plattform erlaubt die Einbindung von bis zu 64 kompatiblen Geräten in 32 Zonen, was die Skalierung vom Einzellautsprecher zum hausweiten System ermöglicht.
Als Streaming-Dienste werden TIDAL, Amazon Music HD und Qobuz nativ unterstützt. Apple Music hingegen fehlt in der HEOS-App – Apple AirPlay 2 ist zwar an Bord und ermöglicht die Wiedergabe vom iPhone, eine direkte App-Integration bleibt jedoch aus.
Die physische Konnektivität umfasst neben WLAN und Bluetooth auch einen USB-C-Eingang sowie eine analoge Klinkenbuchse. Letztere erlaubt den Anschluss externer Quellen.
Das Gehäusedesign setzt auf gewebte Stoffbespannungen, eloxierte Aluminium-Elemente und Soft-Touch-Bedienelemente direkt am Gerät. Die zwei Farboptionen Stone (Hellgrau) und Charcoal (Anthrazit) orientieren sich am verbreiteten Trend zur wohnraumkompatiblen Optik. Auf eine Fernbedienung wurde verzichtet.
Im Marktumfeld positioniert sich der Home 200 zu CHF 320 direkt neben dem Sonos Era 100 (rund CHF 280). Allerdings bietet der Home 200 mit den physischen Eingängen und der tieferen Integration in Denon-AV-Systeme andere Schwerpunkte. Der Home 400 zu CHF 450 konkurriert mit dem Sonos Era 300 (rund CHF 500), der ebenfalls Up-Firing-Treiber und Dolby Atmos Music unterstützt. Bluesound bietet mit dem Pulse Mini 2i eine weitere Alternative mit stärkerem Fokus auf audiophile Eigenschaften.
Die neuen Lautsprecher Denon Home 200, Home 400 und Home 600 sind seit Ende März 2026 im Fachhandel erhältlich. Die Schweizer Preisempfehlungen betragen CHF 320 für den Home 200, CHF 450 für den Home 400 und CHF 650 für den Home 600.
avguide.ch meint
Die neue Denon-Home-Serie ist technisch sauber abgestuft und profitiert von der tiefen HEOS-Integration in bestehende Denon-Systeme. Wer bereits ein HEOS-System in Form eines Denon- oder Marantz-AV-Receivers im Wohnraum benutzt, kann sich mit den neuen Home-Komponenten eine umfassende Mehrraumnutzung im gesamten Haus aufbauen.

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