
Gutes hörte man schon vom ersten HD Media Player von ASUS, dem O!Play HDP-R1, der vor rund einem Jahr vorgestellt wurde und für rund 170 Franken in den Schweizer Handel kam. Und nun ist es da, das Nachfolgemodell HDP-R3 mit der Zusatzbezeichnung AIR. Nicht nur hatte man beim Taiwanesischen Computerhersteller die diversen Kundenwünsche gesammelt, man hat sie auch gleich umgesetzt, allerdings auch den Preis entsprechend angehoben.
Kurzportrait

Der O!Play Air ist ein Multimediaplayer ohne eigenen Speicher. Foto-, Video- oder Musikdaten werden entweder von einer externen Festplatte (USB oder SATA), über ein LAN (Kabel oder neu auch wireless) oder nun noch zusätzlich direkt ab Speicherkarte eingelesen.
Die Ausgabe von Bild und Ton erfolgt via HDMI oder analoge Audio/Videoausgänge resp. digitalen Audioausgang, die Bedienung ausschliesslich über eine Fernbedienung (am Gerät selber gibt es keine Bedienungselemente).Die Stromversorgung erfolgt über ein kleines externes Kabelnetzteil. Die gesamte Hardware macht einen stabilen, sorgfältig gefertigten Eindruck. Die Fernbedienung ist übersichtlich und liegt gut in der Hand. Natürlich würden Leuchttasten die Bedienung im oft abgedunkelten Raum erleichtern. Die Installation ist dermassen simpel, dass ich sie beinahe zu erwähnen vergass: Mit einem HDMI-Kabel (nicht im Lieferumfang) den Asus O!Play mit dem (Full HD)Fernseher verbinden, das Netzteil anschliessen, und schon erscheint das übersichtlich gestaltete Hauptmenu, über das man Systemeinstellungen nach eigenem Gusto justieren kann. Um Bild und Ton übertragen zu können, muss man nun noch einen externen Datenträger anschliessen.Angeschlossene (USB-) Festplatten werden automatisch heruntergefahren, wenn der Mediaplayer ausgeschaltet wird.
Erste Erfolgsgefühle

Ernüchtert durch Erfahrungen mit Mitbewerberprodukten begab ich mich auf die Suche nach den Formatierungsvorgaben für anzuschliessende Festplatten, fand jedoch weder in der extrem knappen gedruckten Anleitung, noch in der ausführlicheren PDF Datei auf der beiliegenden CD irgendwelche Informationen. Also schloss ich meine Mac (HDF+) formatierte Festplatte einfach mal an ... und war überrascht und erfreut, dass sie problemlos erkannt wurde. Die neuen Kartenslots auf der rechten Seite faszinierten mich gleichermassen: Sowohl die 4 GB HC SD Karte aus meiner Canon Kamera als auch der Memorystick Duo aus meinem Sony Camcorder, beide voller Fotos, wurden sofort erkannt und eingelesen.
Wenig Hoffnung hatte ich für meinen nicht mehr taufrischen SanDisk MP3 Player, war er doch von diversen Geräten als inkompatibles Format abgelehnt worden. Doch auch hier: Voller Erfolg. Sogar die Erweiterungs-SD-Karte im SanDisk wurde separat aufgelistet.
Beinahe alles

Codecs gibts wie Sand am Meer und immer werden es mehr. Für den Normalverbraucher ist ein Überblick resp. der Durchblick kaum mehr möglich. So verwunderte es mich nicht, dass ich in der Abspielliste des O!Play Air diverse Formate fand, denen ich selbst noch nie begegnet war. Mich interessieren jedoch vor allem Codecs, mit denen ich mich beinahe täglich konfrontiert sehe.
Im Audiobereich gabs keine negativen Überraschungen, da der O!Play sämtliche momentan relevanten Formate spielt inkl. OGG und FLAC.
Auch bei den Fotoformaten ist der Asus Player unglaublich vielseitig. Und erfreulicherweise bietet er auch eine breite Palette von Transitions (Übergängen), die alle ohne Ruckeln funktionieren.
Die Videoformate sind wahrscheinlich am kritischsten: Zwar deckt der O!Play alle wichtigen Codecs ab, spielt sogar ganze DVDs (VIDEO_TS Ordner) inkl. Menüs; einzig beim Quicktime DV- und beim HDV-Codec (beides Kassetten Camcorder Formate) kommt die Meldung «Unsupported Video», trotz der «mov» Endung.
Interessant ist noch, dass eine Videodatei mit der Endung «m2t» nicht wiedergegeben wurde; nachdem ich jedoch im Rechner die Endung mit einem «s» erweiterte (also zu .m2ts) wurde das Filmchen problemlos abgespielt.
Zusätzliche Funktionen
Es würde zu weit führen, alle Möglichkeiten und Zusatzfunktionen des O!Play Air im Detail zu beschreiben. Erwähnt seien jedoch die Kopierfunktion (z.B. von Karte auf Festplatte) und die Datenorganisation.
Wunschliste

Bei all den positiven Erfahrungen, gibt es doch einige «Lücken», sozusagen meine Wunschliste für Firmwareupdates: Gewisse HD-Videos haben eine Auflösung von 1440x1080 Pixel und werden auch entsprechend «gestaucht» wiedergegeben. Zwar kann man im Setup das Seitenverhältnis (Aspect Ratio) korrigieren, doch wäre eine automatische Anpassung oder eine Taste auf der Fernbedienung wesentlich eleganter. Kapitel-, also Chaptermarkers werden nicht erkannt. Man kann zwar in sechs Stufen bis 32fach vorwärts und rückwärts «spulen», doch sind Chaptermarkers eine grosse Hilfe beim Suchen einer bestimmten Stelle, vor allem bei längeren Filmen. Bei Audiodateien (MP3 und FLAC getestet) wird die Coverart, also das CD Cover, nicht gezeigt. Das wäre jedoch äusserst hilfreich - und auch schön. Das Ordner- und Unterordnersystem ist eher kompliziert: Wenn man die Festplatte nicht optimal organisiert, muss man sich durch mehrere Ebenen durcharbeiten, bis man zur gewünschten Datei kommt. Hier könnte doch noch einiges vereinfacht werden. Z.B. werden unter «Movies» zwar die Audio-Ordner angezeigt, doch wenn man sie öffnet, gibt es nichts abzuspielen (man hat ja «Movies» gewählt).
Echte Probleme
Nach dem Einschalten wird kurzzeitig die Firmwareversion angezeigt. Dann schaltet der DAC 2.7 den AES-Digitaleingang per default frei und reduziert die Ausgangsspannung (Mute). Durch Drehen (= Wählen) und Drücken (= Bestätigen) des Bedienungsrads kann jede Einstellung am Gerät vorgenommen werden. Die Fernbedienung ermöglicht denselben Bedienungsumfang.
Alle Eingänge lassen sich individuell mit maximal vier Buchstaben/Zahlen beschriften. Dazu geht man in den PGM-Modus, den man jederzeit einfach wieder verlassen kann. Besonders nützlich ist die digitale Balance-Einstellung, denn Balanceregler sind eher selten geworden – obwohl sie doch so nützlich sind. Auch die Invertierung des digitalen Signals ist einfach einzustellen. Die Anzeige kann in gewissen Grenzen individualisiert werden.
Die Bedienung ist einfach, logisch und zweckdienlich.
Zusammengefasst
Der HDR-Core (HDR = High Dynamics Resolution).
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