Spätestens seit es diese ultraflachen TVs gibt, hat die Klangwiedergabe beim Fernsehen wieder an Qualität eingebüsst. Die nur noch wenige Millimeter dünnen Panels liefern ein perfektes Bild und bieten dank Internetanschluss beinahe grenzenlose Möglichkeiten. Das Einzige, was auf der Strecke bleibt, ist ein guter Sound, und dieser ist ohne Volumen schlicht nicht zu erreichen.
Bei Bose wird seit Jahrzehnten an Lautsprechern getüftelt, welche trotz kleinsten Abmessungen einen grossartigen Klang erzielen. Seien dies verschiedene Heimkinosysteme, Soundbars oder auch der vor rund zwei Jahren präsentierten Fernseher, der VideoWave. Doch auch dessen neuste Version hat nach wie vor eine Tiefe von 14 Zentimetern – dies im Vergleich zu den Panels anderer Hersteller, bei denen jeder Millimeter als Verkaufsargument zählt. Der Unterschied: Bose integriert ein vollwertiges Surround-Soundsystem ins Gehäuse, die andern oft mickrige Breitbandchassis, bei welchen der Bassbereich, die Höhen und die Räumlichkeit auf der Strecke bleiben.
Für kleinere und mittlere TV-Geräte
Für Fernseher mit Bildschirmdiagonalen von rund 32 bis zu 42 Zoll entwickelte der US-Hersteller nun eine Art Soundbar, das Bose Solo TV Sound System. Dieser Lautsprecher wird jedoch nicht vor, sondern gleich unter dem TV platziert. Massgebend für die Kompatibilität sind daher hauptsächlich Gewicht und Sockelgrösse des TVs. Belastet werden darf es mit bis zu 18 Kilogramm. Die Fläche, auf welchem der Fernseher möglichst mittig platziert werden soll, beträgt 52,2 x 30,9 Zentimeter, die Höhe des Lautsprechers rund sieben Zentimeter.
Im Lieferumfang befinden sich neben dem Lautsprecher und der Fernbedienung ein Netzkabel, ein optisches Kabel, ein digitales Koaxialkabel und ein Chinchkabel. Für eine optimale Klangqualität sollte die optische oder die koaxiale Verbindungsmöglichkeit gewählt werden. Die winzige Fernbedienung ist auf der Oberseite gummiert und verfügt über lediglich vier Tasten: Ein/Aus, Lautstärke erhöhen, Lautstärke senken und Mute. Die Bedienung ist dementsprechend einfach. Will man die Klangparameter verändern, so muss dies beim Zuspielgerät erfolgen.
Das Bose Solo TV Sound System passt unter die meisten 32 bis 42 Zoll Fernseher und sorgt für einen druckvollen Sound.Unscheinbar
Im Solo arbeiten vier Chassis, welche den gesamten Frequenzbereich inklusive Bass wiedergeben müssen. Während zwei Membranen direkt in Richtung Zuschauer strahlen, sind die äusseren beiden leicht angewinkelt, um ein breiteres Klangfeld zu schaffen. Auf der Rückseite verfügt das Gehäuse über zwei Bassreflex-Öffnungen. Bei erhöhter Lautstärke spürt man, wie dort die Luft heraus gepresst wird; daraus resultiert ein erstaunlich tiefer Bass.
Äusserlich wirkt das in Schwarz gehaltene Solo Soundsystem unscheinbar. Je nach Farbe des verwendetem Fernsehers und des Möbels fügt es sich besser oder schlechter in die Umgebung ein. Gefertigt ist es aus hochwertigen Kunststoffen und Metall. Hinter dem Lautsprechergitter mit dem dezenten Bose Logo ist eine grüne LED versteckt, welche im Betrieb leuchtet und bei Stummschaltung langsam blinkt.
Das Gewicht des gesamten Lautsprechersystems beträgt 4,6 Kilogramm; verarbeitet ist es präzise.
Schnell und einfach ist das Bose Solo angeschlossen. Alle benötigten Kabel sind im Lieferumfang enthalten.Punkto Connectivity findet man neben den üblichen Digitaleingängen auch noch entsprechende Ausgänge vor; interessant beispielsweise für Besitzer eines Digitalrekorders. Einen Analogeingang sucht man derweil vergeblich. Dafür können Tablets und Smartphones kabellos via Bluetooth andocken – wenn auch nur in der verlustbehafteten Standardvariante.
Die Bedienung des kompakten Geräts ist kinderleicht: Nebst Eingangswahl kann man nur noch die Lautstärke einstellen. Der Verzicht auf eine Fernbedienung fällt beim Desktopeinsatz kaum als Nachteil in Betracht. Beim Betrieb innerhalb der heimischen Stereoanlage nur dann, wenn der M-DAC mini direkt an Endverstärker oder Aktivlautsprecher angeschlossen wird.
Als Besonderheit verfügt der M-DAC mini auch noch über Digitalausgänge und getrennte USB-Eingänge für iOS und Windows/Android.Im Einsatz als DA-Wandler zeigt er sich – wohl auch durch den Einsatz eines Sabre-32-Bit-DACs – auf der Höhe der Zeit und verhalf der Wiedergabekette nicht nur bei HiRes zu ausgesprochen feinem, differenziertem Klang. Im direkten Vergleich mit dem Moon Neo 230 HAD erwies er sich als etwas weniger analytisch, dafür im Hochtonbereich fast schon zart und lieblich abgestimmt. So ist er weniger der Typ «Draufgänger», als vielmehr ein Klangästhet, der auch weniger gute 16-Bit-Aufnahmen noch geniessbar aufbereitet.
Die räumliche Abbildung ist nicht so sehr auf Nahzeichnung und Konturenschärfe fokussiert, sondern bettet Solisten und Einzelinstrumente ins musikalische Gesamtgeschehen ein – ohne dass ihr individueller Charakter verlorenginge. Insgesamt klingt eine analytische Anlage mit dem Audiolab etwas weniger vordergründig und vital, zeigt aber sehr schöne Klangfarben und eine gute Tiefenstaffelung des Musikgeschehens.
Im Einsatz als Kopfhörerverstärker blieben die oben genannten Tugenden weitgehend erhalten. Die tendenziell diskrete Hochtonwiedergabe kam einem (eher analytischen) AKG K701 sehr zu Gute. Dieser klingt an schwachbrüstigen Kopfhörerausgängen oft etwas blutleer und schwach im Tieftonbereich. Nicht so am M-DAC mini, der ihm einen druckvollen, tiefreichenden Bass und wohldosierte Höhen spendierte.
Mühe hatte der netzunabhängige Engländer mit dem niederohmigen Fidelio X1, der etwas dickbauchig und zu wenig quirlig rüberkam. Am hochohmigen Beyerdynamic war die Welt hingegen wieder voll in Ordnung. Die Pegelreserven sind üppig: Wer einen empfindlichen Portable-Hörer anschliesst, wird den Lautstärkeregler meist am unteren Ende bewegen.
Fazit
Das Bose Solo kostet 499 Franken und ist für die meisten Flachbildfernseher zwischen 32 und 42 Zoll geeignet. Da das Sound-System direkt unter dem TV Platz findet, müssen weder Löcher gebohrt noch lange Kabel gezogen werden. Der Aufbau ist innert wenigen Minuten erledigt und die Bedienung unkompliziert. Die ausgezeichneten Klangeigenschaften des flachen Solo gefallen und erlauben einen universellen Einsatz, sei dies beim Schauen von Filmen, einer Nachrichtensendung oder beim Hören von Musik.
Wer also den dünnen Klang des Fernsehers verbannen möchte, sollte sich das Bose Solo TV Sound-System unbedingt mal genauer anschauen.

Alle Themen



