TESTBERICHT
Der Multimediaplayer O!Play von Asus HDP-R3 Air verfügt nun auch über eine drahtlose Verbindung.

Gutes hörte man schon vom ersten HD Media Player von ASUS, dem O!Play HDP-R1, der vor rund einem Jahr vorgestellt wurde und für rund 170 Franken in den Schweizer Handel kam. Und nun ist es da, das Nachfolgemodell HDP-R3 mit der Zusatzbezeichnung AIR. Nicht nur hatte man beim Taiwanesischen Computerhersteller die diversen Kundenwünsche gesammelt, man hat sie auch gleich umgesetzt, allerdings auch den Preis entsprechend angehoben.

Kurzportrait

Eigebauter Card Reader: Alle gängigen Karten können sofort eingelesen werden

Mit der OM-D E-M1 Mark II hat Olympus im Micro-Four-Thirds-Lager eine Kamera gebaut, die ihresgleichen sucht. Manche Funktionen wie Bildstabilisator, Autofokus und Serienbilder sind auch von teuren Profi-Boliden nicht zu überbieten. Ihre robuste Bauweise macht sie zur idealen Kamera für Outdoor-Fotografen, sei es in der Sport- und Tierfotografie oder auf Abenteuerreisen. Journalistische Aufgaben können damit ebenso bewältigt werden wie Studioaufnahmen.

Im Videobereich glänzt sie mit Full-HD-, UHD/4K- und Cinema-4K-Aufnahmen, flüssigem Autofokus sowie Mikrofon- und Kopfhörer-Anschlüssen. Der ausgezeichnete, eingebaute Bildstabilisator macht ein Stativ oder Kamera-Rig oft überflüssig.

Für Einsteiger ist sie jedoch zu komplex. Klar, man kann mir ihr auch unbeschwert im Auto-Modus Bilder knipsen. Doch dazu ist die Kamera viel zu schade, und zu teuer. Für Pauschaltouristen ist sie zu gross und zu schwer.

Der kleine MFT-Sensor bringt eine überraschend gute Bildqualität, wenn man bei ISO 200 bleibt. Wer ISO 800 und höher braucht, sollte gleich im RAW-Format fotografieren und die Bilder im Nachhinein optimieren.

Die Ausstattung und das Zubehör der E-M1 Mark II sind sehr umfangreich, ihre Konfigurationsmöglichkeiten ebenfalls. Eine gewisse Einarbeitungszeit ist deshalb unumgänglich.

Die OM-D E-M1 Mark II ist als Body für 2299 Franken oder im Kit mit dem M.Zuiko Digital ED 12-40 mm 1:2.8 PRO für 2999 Franken erhältlich.

Erste Erfolgsgefühle

Die drei Status LEDs auf der Frontseite: Power, WiFi und Datenträger

Ernüchtert durch Erfahrungen mit Mitbewerberprodukten begab ich mich auf die Suche nach den Formatierungsvorgaben für anzuschliessende Festplatten, fand jedoch weder in der extrem knappen gedruckten Anleitung, noch in der ausführlicheren PDF Datei auf der beiliegenden CD irgendwelche Informationen. Also schloss ich meine Mac (HDF+) formatierte Festplatte einfach mal an ... und war überrascht und erfreut, dass sie problemlos erkannt wurde. Die neuen Kartenslots auf der rechten Seite faszinierten mich gleichermassen: Sowohl die 4 GB HC SD Karte aus meiner Canon Kamera als auch der Memorystick Duo aus meinem Sony Camcorder, beide voller Fotos, wurden sofort erkannt und eingelesen.

Wenig Hoffnung hatte ich für meinen nicht mehr taufrischen SanDisk MP3 Player, war er doch von diversen Geräten als inkompatibles Format abgelehnt worden. Doch auch hier: Voller Erfolg. Sogar die Erweiterungs-SD-Karte im SanDisk wurde separat aufgelistet.

Beinahe alles

Nichts geändert hat sich auf der Anschlussseite: Analoger Audio/Video Ausgang, SPDif optical (digitales Audio), HDMI, LAN, Netzteil.

Codecs gibts wie Sand am Meer und immer werden es mehr. Für den Normalverbraucher ist ein Überblick resp. der Durchblick kaum mehr möglich. So verwunderte es mich nicht, dass ich in der Abspielliste des O!Play Air diverse Formate fand, denen ich selbst noch nie begegnet war. Mich interessieren jedoch vor allem Codecs, mit denen ich mich beinahe täglich konfrontiert sehe.

Im Audiobereich gabs keine negativen Überraschungen, da der O!Play sämtliche momentan relevanten Formate spielt inkl. OGG und FLAC.

Auch bei den Fotoformaten ist der Asus Player unglaublich vielseitig. Und erfreulicherweise bietet er auch eine breite Palette von Transitions (Übergängen), die alle ohne Ruckeln funktionieren.

Die Videoformate sind wahrscheinlich am kritischsten: Zwar deckt der O!Play alle wichtigen Codecs ab, spielt sogar ganze DVDs (VIDEO_TS Ordner) inkl. Menüs; einzig beim Quicktime DV- und beim HDV-Codec (beides Kassetten Camcorder Formate) kommt die Meldung «Unsupported Video», trotz der «mov» Endung.

Interessant ist noch, dass eine Videodatei mit der Endung «m2t» nicht wiedergegeben wurde; nachdem ich jedoch im Rechner die Endung mit einem «s» erweiterte (also zu .m2ts) wurde das Filmchen problemlos abgespielt.

Zusätzliche Funktionen

Es würde zu weit führen, alle Möglichkeiten und Zusatzfunktionen des O!Play Air im Detail zu beschreiben. Erwähnt seien jedoch die Kopierfunktion (z.B. von Karte auf Festplatte) und die Datenorganisation.

Wunschliste

Der Hauptbildschirm ist ansprechend und übersichtlich gestaltet

Bei all den positiven Erfahrungen, gibt es doch einige «Lücken», sozusagen meine Wunschliste für Firmwareupdates: Gewisse HD-Videos haben eine Auflösung von 1440x1080 Pixel und werden auch entsprechend «gestaucht» wiedergegeben. Zwar kann man im Setup das Seitenverhältnis (Aspect Ratio) korrigieren, doch wäre eine automatische Anpassung oder eine Taste auf der Fernbedienung wesentlich eleganter. Kapitel-, also Chaptermarkers werden nicht erkannt. Man kann zwar in sechs Stufen bis 32fach vorwärts und rückwärts «spulen», doch sind Chaptermarkers eine grosse Hilfe beim Suchen einer bestimmten Stelle, vor allem bei längeren Filmen. Bei Audiodateien (MP3 und FLAC getestet) wird die Coverart, also das CD Cover, nicht gezeigt. Das wäre jedoch äusserst hilfreich - und auch schön. Das Ordner- und Unterordnersystem ist eher kompliziert: Wenn man die Festplatte nicht optimal organisiert, muss man sich durch mehrere Ebenen durcharbeiten, bis man zur gewünschten Datei kommt. Hier könnte doch noch einiges vereinfacht werden. Z.B. werden unter «Movies» zwar die Audio-Ordner angezeigt, doch wenn man sie öffnet, gibt es nichts abzuspielen (man hat ja «Movies» gewählt).

Echte Probleme

Ich muss nochmals betonen, dass mich der O!Play Air von Asus begeistert und die obige Wunschliste keine Mängelliste darstellt. Trotzdem stiess ich auf zwei Probleme, die ich nicht lösen konnte: Stockende Musik während Slideshow: Während man sich seine Fotokollektion (z.B. ab SD Karte) anschaut, kann man ja gleichzeitig Musik (z.B. ab Festplatte) abspielen. Das klappte eigentlich gut, doch nach einer gewissen Zeit (jeweils mehr als 20 Minuten) begann die Musik zu stocken, zu unterbrechen, und zwar sowohl mit FLAC als auch mit MP3 Dateien. Netzwerk Einbindung: Ich gebe gerne zu, dass ich kein Netzwerkspezialist bin. So brachte ich es nicht fertig, meine schon vernetzten Macs im Asus Player erscheinen zu lassen. Der O!Play liess zwar die LED in meinem Router aufleuchten, doch fand ich keine Mediendateien im Netzwerk. Das PDF Handbuch gibt zwar genaue Installations-Anweisungen, beschränkt sich jedoch im Detail auf Windows Vista und XP.

Zusammengefasst

Der O!Play Air von Asus ist ein Bijou unter den (momentan erhältlichen) Media Playern. Die Wiedergabequalität von HD Videos, Fotos und Musik ist hervorragend (alle erkannten und getesteten HD-Videos spielten absolut ruckelfrei). Mit den zusätzlichen Kartenlesern und der WLAN Möglichkeit lässt er kaum mehr Wünsche offen, was die Hardware betrifft. Alles andere lässt sich durch Firmware Updates korrigieren, erweitern und verbessern.

Ob die erwähnten Neuerungen den doch um einiges höheren Preis rechtfertigen, wird im Endeffekt der Kunde entscheiden.

Übersicht zu diesem Artikel
Seite 1:
Seite 2:
Seite 3:
Seite 4: