Respighi ist wohl der bekannteste italienische Komponist des 20. Jahrhunderts. Seine meistgespielten Werke sind gewiss die Römische Trilogie "Die Brunnen von Rom", "Die Pinien von Rom" und "Römische Feste". Zudem hat sich Respighi mit den gefälligen, neoklassizistischen "Antiche Danze", bei denen er Lauten- und Gitarrenklänge aus dem 16. und 17. Jahrhundert übernimmt, in die Herzen vieler Klassikfreunde eingeschmust.
Im vorliegenden, bei BIS im Jahr 2016 sowohl als SACD in Stereo wie auch in 5.0 erschienenen Album werden jedoch weniger bekannte, dafür dramatische, schwere, aber auch absolut grossartige Orchesterklänge geboten. Das Orchestre Philharmonique Royal de Liège (Lüttich, Belgien) unter der Leitung von John Neschling stellt einen Riesen-Klangapparat mit 97 Musikern samt einer Orgel für diese anno 2015 im "Salle philharmonique" getätigten Aufnahmen bereit. Interessant ist dabei, dass Respighi von der Orgel nur den Bass zur Unterstützung des Orchesters einsetzt.
Bestes Equipment, beste Leute
Das Aufnahmeteam, bestehend aus dem Produzenten der Firma Take5 Music Production, Hans Kipfer, samt seinem Tonmeister Jens Braun, setzt nur allerbestes Material wie Schoeps- und Neumann-Mikrofone, Audio-Elektronik von RME, B&W-Monitorlautsprecher, Stax- und Sennheiser-Kopfhörer, Sequoia- und Pyramix-Digital-Audio-Workstationen ein und nehmen das Ganze im 24bit/96kHz-Format auf, das auch in diesem zweikanaligen FLAC-Download dargeboten wird.
Weniger bekannte, dramatische Werke
Trend zu Retro-DesignVernünftige Dynamik
Die Aufnahme hat eine gesunde, aber nicht übertriebene Dynamik. Die Fortissimo-Passagen sollten denn auch mit sattem Schallpegel abgehört werden. Nur so wird garantiert, dass die gewaltig-dramatische Stimmung voll herüberkommt. Tatsache ist, dass man die Aufnahme aber auch bei mittleren Pegeln geniessen kann, denn die Tonmeister haben gerade die Pianissimopassagen, insbesondere die leisen Bläsersolis, bezüglich Pegel dezent angehoben, damit sie auch bei geringerem Gesamtpegel noch gut durchhörbar sind. Dies zum endlosen Thema: "Wie gross darf die Dynamik – also der Pegelunterschied zwischen der lautesten und der leisesten Musikpassage – einer Aufnahme, die in normalen Wohnräumen abgehört wird, überhaupt sein?
John Neschling und das Orchestre Philharmonique Royal de Liège.Testklänge für High-End-Anlagen
Nicht weniger dramatisch, dafür noch dynamischer geht es in der anfangs der 1920er-Jahre komponierten Ouverture Belfagor zu und her. Und dieses Stück ist nun genau die richtige Kost, um eine potente High-End-Anlage ganz grossartig aufspielen zu lassen. Respighi zieht hier innert kurzer Zeit alle Register, die ein grosser Orchesterkörper zu bieten hat. Und da sind praktisch alle Klangfarben, die man sich nur denken kann, enthalten. Absolut gigantisch, was da von den Schlagzeuggruppen, den Holz- und Blechbläsern samt Bassposaune und Tuba zu hören sind. Klanglich wie auch dynamisch wird hier viel geboten. So wechselt das Klanggeschehen blitzartig vom flüsterleisen Oboen-Solo zur gigantischen Blechbläser-Orgie. Nach dunklem Donnergrollen ertönen Triangelklänge, deren Obertonreichtum auch Fledermäuse entzücken können.
Fazit
Mit dem Download dieses HiRes-Albums in FLAC 24/96 erhält der Käufer zwar etwas schwere, tiefgründige musikalische Kost, die jedoch meisterhaft interpretiert und absolut erstklassig aufgenommen ist.

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