Aktivlautsprecher mit eingebautem Streaming-Modul ersetzen in immer mehr Wohnzimmern die klassische Kette aus Vorstufe, Endstufe und Boxenkabel. KEF hat diese Entwicklung mit der LS50 Wireless geprägt wie kaum ein anderer Hersteller und über LSX und LS60 zu einer eigenen Linie ausgebaut. Mit der LS Luxe kommt nun das bislang aufwendigste Modell dieser Reihe hinzu.
KEF positioniert das Modell zwischen der kompakten LS50 Wireless II und der grossen LS60 Wireless – es zielt stärker auf Design und Verarbeitung als auf ein reines Technik-Upgrade.
Kern praktisch jeder KEF-Box ist seit 1988 der Uni-Q-Treiber. Firmengründer Raymond Cooke war vom Single-Source-Prinzip überzeugt, wie zuvor schon Tannoy mit dem Dual-Concentric-Treiber. Der Hochtöner sitzt im akustischen Zentrum des Tieftöners, anstatt dass beide Chassis nebeneinander platziert sind. Der Vorteil: Beide Schallquellen kommen aus demselben Punkt, wodurch sich der Klang unabhängiger vom Hörwinkel verhält als bei getrennten Treibern – und noch wichtiger: Die Schallauslösung und damit auch die Impulsdarstellung sind zeitlich identisch für beide Chassis. Ein für die Gehörphysiologie so wichtiges Element, das zudem gut erforscht ist.
Links die LS50 Wireless II und rechts die LS Luxe mit ihren runden Kanten.Die LS Luxe nutzt die zwölfte Generation dieses konzentrischen Prinzips mit einem auf 16,5 Zentimeter vergrösserten Aluminiumkonus. Die Hochtonkalotte trägt zusätzlich eine Metamaterial-Dämpfungsschicht, die KEF «MAT» nennt.
Ein feines Kanal-Labyrinth im Rücken der Kalotte verschluckt jene Schallanteile, die sonst hinter der Membran reflektiert würden und den Klang nach vorne einfärben.
Ungewöhnlich ist die Verstärkeraufteilung. Für Bass und Mitteltonbereich setzt KEF auf einen 280 Watt starken Class-D-Verstärker, für den Hochtöner auf einen 100 Watt starken Class-AB-Verstärker. Class-D-Schaltungen takten das Signal digital und arbeiten sehr effizient, verlangen aber ein sauberes Filterdesign am Ausgang, sonst rutschen Artefakte in den Hörbereich. Analoge Class-AB-Schaltungen sind weniger effizient, gelten aber als äusserst linear.
KEF nutzt die Vorteile beider Prinzipien für das, wofür sie sich jeweils eher eignen: Class-D für Leistung im Bass, Class-AB für Auflösung im Hochton.
Äusserlich hat Industriedesigner Ross Lovegrove die LS Luxe gestaltet, mit organisch gerundetem Gehäuse ohne scharfe Kanten, an denen sich Schallwellen brechen könnten. Die Uni-Q-Baugruppe ist zusätzlich mechanisch vom Gehäuse entkoppelt, damit dessen Resonanzen weniger auf den Treiber wirken. Zur Ausstattung gehören ein Zwischenlautsprecherkabel, ein HDMI-Kabel und eine beleuchtete Fernbedienung namens C3. An Anschlüssen bietet die Box HDMI eARC, Toslink, Koaxial, Analogeingang und einen eigenen Subwoofer-Ausgang. Gestreamt wird über AirPlay, Chromecast und Bluetooth 5.3, dazu direkt aus Spotify, Tidal, Qobuz und Deezer. Roon-Unterstützung soll laut KEF erst 2027 folgen.
KEF nennt auf der eigenen Website einen Preis von 4000 Euro pro Paar. Verkauft wird das Modell vorerst nur über eine Early-Access-Anmeldung, ein regulärer Verkaufsstart mit festem Datum steht noch aus.

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