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Publikationsdatum
1. April 2016
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Heute werden gute und vor allem viele Fotos geschossen. Die Zeit für eine spannende Fotoauswahl wird oft unterschätzt.

Mit Digitalkameras, Camcordern, Action-Cams, Smartphones und Tablets werden heute gute und vor allem viele Fotos geschossen. All diese schönen Erinnerungen möchten gezeigt und danach möglichst lange aufbewahrt werden. Damit Enkel und Urenkel später mal ihre Freude daran haben.

Früher brachte man die Fotos zur Entwicklung ins Fachgeschäft und wartete gespannt auf die Bilder. Die Hälfte davon wurde gleich weggeworfen, der Rest wanderte in einen Schuhkarton oder wurde liebevoll in ein Album geklebt. Sofern man dafür Zeit fand.

Heute hat der Digitalfotograf die Qual der Wahl. Vom Papierausdruck bis zur Diashow in der Cloud ist vieles möglich. Neben vorhandenen Geräten ist auch das Zielpublikum massgebend. Für eine Vorführung im engsten Familienkreis reicht der heimische Fernseher völlig aus. Wird der gesamte Ferienklub eingeladen, sollten die Bilder schon etwas grösser daherkommen. Ein Fall für den Videobeamer. Und mit einem Fotoalbum im Web erreicht man schliesslich sein Publikum weltweit.

Die nächste Frage betrifft den oft unterschätzten Zeitaufwand für Fotoauswahl und Vorbereitung einer Präsentation. Reicht ein einfaches Bild-für-Bild-Zeigen, oder möchte man raffinierte Überblendungen dazwischen, ergänzt mit coolen Bildeffekten, Titeln und Musikuntermalung? Ist man bereit, dafür jedes einzelne Foto zu bearbeiten?

Bilderwahl

Die Fotoauswahl wird sehr vereinfacht, wenn man unmittelbar nach der Aufnahme entscheidet, ob einem das Bild gefällt oder nicht. Wenn nicht, wird es sofort gelöscht. Kann man sich nicht gleich entscheiden, geht man einen weniger drastischen Weg.

Man behält alle Bilder und markiert sehr gute Aufnahmen als «Favoriten». Die Markierung wird meist durch ein Sternchen im Bild dargestellt und am besten bei der Wiedergabe mittels Funktionstaste gesetzt. Das geht am schnellsten.

Eine weitere Möglichkeit zur Vorsortierung bietet die intelligente Motiverkennung vieler Kameras. Dabei werden die Bilder automatisch bestimmten Kategorien zugeordnet, wie etwa Gesichter, Landschaft, Events oder Speisen. Vorgeführt werden dann nur die Fotos der ausgewählten Kategorie.

Show ab Kamera

Die Diashow direkt ab Digicam kommt oft einfach daher. Raffinierter gehts mit Apps auf Smartphone oder Tablet. Hier der "Russian Shuffle"-Effekt.

Am einfachsten zeigt man die Bilder gleich auf dem Display seiner Digicam, dem Smartphone oder Tablet. Videostandbilder und Fotos einer Videokamera können ebenfalls direkt am Camcordermonitor angeschaut werden.

Im Wiedergabemenü läuft mit der Funktion «Diashow» oder «Automatische Wiedergabe» das Bilderbetrachten von alleine ab. Im Untermenü wird die Wiedergabeart ausgewählt. Schlichtes Bild an Bild oder mit Übergängen, Anzeigedauer pro Foto, mit oder ohne Musikuntermalung.

Meist lassen sich Übergangsart und Musikstil aus verschiedenen Stimmungen auswählen, etwa romantisch, dynamisch, Pop oder klassisch. Oft können noch Filter wie Sepia, Schwarzweiss, Miniatureffekt und Ähnliches auf die Bilder gelegt werden.

Im Diashow-Menü lässt sich auch die Fotoauswahl einstellen: Sollen nur die als Favoriten markierten Bilder gezeigt werden, nur die eines bestimmten Datums oder Ordners, nur solche mit Gesichtern drauf oder einfach alles, inklusive Videos.

Bei aktuellen Digicams lässt sich in verschiedenen Bildseitenverhältnissen fotografieren. Neben dem klassischen 3:2 auch in 4:3, 16:9 oder 1:1. Hinzu kommen Aufnahmen im Hoch- oder Querformat und Panoramabilder.

Bei der Wiedergabe berücksichtigen die meisten Geräte die Ausrichtung und das Format der Bilder, indem sie entsprechend gedreht und gezoomt werden. Falls nun doch mal ein Bild verkehrt angezeigt wird, steht vermutlich eine Funktion wie «Bilder automatisch drehen» oder ähnlich auf aus.

Eine Ausnahme bilden Camcorder, die davon ausgehen, dass nur Fotos im Querformat geschossen werden. Porträt-Aufnahmen im Hochformat als Beispiel zeigt dann das Kameradisplay immer quer an.

Eine etwas grössere Anzeige bieten digitale Bilderrahmen, die ab 2009 einige Jahre sehr populär waren. Erhältlich mit Bildschirmdiagonalen zwischen 6 und 40 Zentimetern übertreffen sie jedes herkömmlich gerahmte Bild auf dem Schreibtisch, da sie mehrere Fotos hintereinander anzeigen können.

Einige Modelle verfügen über Zusatzfunktionen wie WLAN-Modul, Musik- und Videowiedergabe, Speicherkartenleser für verschiedene Formate, Radio, Uhr- und Weckzeit oder Wetterstation. Dies bietet heute natürlich schon jedes Tablet.

Wer seine Lieblingsfotos ständig auf dem Schreibtisch präsent haben möchte, dem bieten diese Bilderrahmen nach wie vor eine günstige Lösung. Es gibt sie auch in Mini-Ausführung als Schlüsselanhänger mit knapp 4 cm grossem Bildschirm.

Auf den Schirm

Digitale Bilderrahmen und Tablets bieten etwas grössere Anzeigen. Für mehr Publikum sind jedoch Fernsehgerät oder Beamer besser geeignet.

Für ein grösseres Publikum verbindet man Kamera oder Smartphone mit einem Fernsehgerät oder Computermonitor. Entweder direkt per Kabel, drahtlos oder mittels Speicherkarte.

Die beste Qualität beim Kabel erhält man via HDMI-Anschluss, die schlechteste per AV(Audio/Video)-Verbindung. Diese ist leider oft die einzige Möglichkeit, bei älteren Fernsehern wie etwa Röhren-TVs die Fotos auf den Schirm zu bekommen.

Falls man dort auch nach dem Umschalten auf den richtigen AV-Eingang immer noch kein Bild sieht, sollte im Kameramenü überprüft werden, ob beim AV-Signal die richtige TV-Norm, nämlich PAL- und nicht NTSC, steht.

Die PAL-Norm ist auch der Grund dafür, dass die digitalen Fotos flimmern, besonders auf Röhrengeräten ohne 100-Hertz-Technik, und auch sonst qualitativ nicht überzeugen. Mit einer Standardauflösung von 720 x 576 Pixel, was gerade mal 0,41 Megapixeln entspricht, wird die Qualität der heutigen 16 bis 20 Megapixel grossen Bilder bei weitem nicht ausgeschöpft.

Eigentlich erstaunlich, dass wir uns diese miese Fernsehqualität so lange angesehen haben. Doch bei bewegten Bildern fiel es eben weniger auf als bei Fotos.

Während die neuen Camcorder meist noch einen AV-Ausgang besitzen, muss man sich bei aktuellen Digicams und Smartphones mit Kabeladaptern oder externen Kartenlesern behelfen, um das Signal auf ältere Fernsehapparate zu kriegen.

Eine wesentlich bessere Qualität zeigen Full-HD- und 4K-Fernseher mit 1920 x 1080, bzw. 3840 x 2160 Pixel. Aber nur, wenn sie die Fotos über ihre digitalen Eingänge auf den Schirm bekommen und kleinere Bildformate nicht ungefragt hochskalieren.

Am einfachsten lassen sich Fotos über die eingebauten Kartenleser anzeigen, sofern das Format mit demjenigen der Kamera übereinstimmt. Und das ist heute meist die SD-Karte. Für die kleineren Mini- und Micro-SD sowie grössere CF-Karten -(Compact Flash) oder den Memory-Stick muss dann ein Adapter oder externes Lesegerät her.

Für die HDMI-Verbindung muss natürlich auch die Digicam über einen HDMI-Ausgang verfügen. Das Verbindungskabel dafür ist meist nicht im Lieferumfang der Kamera enthalten und muss separat beschafft werden.

Statt an ein Fernsehgerät kann man die Digicam auch an einen Videoprojektor anschliessen. Punkto Übertragungsqualität gilt das vorher Erwähnte, also möglichst digital verbinden. Bei der Auswahl sind Heimkinoprojektoren mit geringem Lüftergeräusch zu bevorzugen.

Ältere Präsentationsbeamer für den geschäftlichen Einsatz zeigen zwar bei Tageslicht im Konferenzraum noch gut erkennbare PowerPoints, sind aber für fein abgestufte Farben und Kontraste weniger geeignet. Zudem ist ihre Auflösung oft auf  SVGA mit 800 x 600 oder HD720 mit 1280 x 720 Pixel beschränkt.

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