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Publikationsdatum
5. Juli 2004
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Satellitenempfang ist in der Schweiz stetig im Aufwind. Kühle Rechner entdecken, dass die Amortisation der günstigen Satempfangsgeräte preiswerter kommt als die monatlichen Abokosten bei der Cablecom.

Rückenwind bekommen die Sat-Empfänger zusätzlich, weil der Grossteil der europäischen TV-Programme digital über die zentralen Satellitenpositionen Astra und Eutelsat Hotbird abgestrahlt wird.

Digital-TV bietet im Vergleich zum leider oftmals mittelmässigen bis schlechten Kabelsignal eine hohe Bildqualität.

Davon profitieren vor allem Heimkino-Besitzer, die Spielfilme mit Dolby-Digital-Ton empfangen können, was von diversen Fernsehanstalten und Pay-TV-Anbietern wie etwa Premiere zum Teil bereits angeboten wird.

Elektronische Programmführer erleichtern dabei die Auswahl der Programme.

Nicht nur die grossen – öffentlich-rechtlichen und privaten – TV-Sender laufen über Astra bzw. Eutelsat, auch eine ganze Reihe Spartenprogramme lassen sich via Satellit empfangen.

Arte, 3Sat, Eurosport etc. laufen zwar auch über Kabel, exklusiv via Sat aber beispielsweise die digitalen Angebote von ARD und ZDF wie ZDF-Doku, -Info- und -Theaterkanal oder Eins-Extra, -Festival und –MuXx.

Während das Kabel über eine begrenzte Übertragungskapazität an analogen Fernsehprogrammen verfügt, sind dank digitaler Übertragung via Satellit der Sendervielfalt kaum Grenzen gesetzt.

Gute Wachstumschancen

Insgesamt bietet die Fernsehübertragung via Satellit bessere Expansionsmöglichkeiten, solange die TV-Übertragung via Kabel in der Schweiz nicht digitalisiert wird.

Immer wichtiger im unübersichtlichen Senderdschungel wird ein elektronischer Programmführer (EPG). Digital TV ab Satellit bietet dabei mehr Zusatzinformationen als der herkömmmliche Teletext.

Der EPG kann zudem zur Aufnahmeprogrammierung herangezogen werden, wenn man Besitzer eines digitalen Sat-Receivers mit integrierter Festplatte ist.

TV ab Kabel eine überholte Technik?

Swisscom-Chef Jens Alder hat kürzlich den TV-Empfang über das Kabelnetz eine überholte Technologie genannt und dabei auf den ersten Feldversuch der Swisscom hingewiesen, TV-Sender über das Telefonnetz empfangen können.

Mitte März haben Japaner und Südkoreaner gemeinsam den ersten Mobile-Media-Satelliten gestartet. Er ist ausschliesslich für die Übertragung von über 100 digitalen TV-Radioprogrammen auf mobile Geräte bestimmt: Fernsehen im Freien oder im Auto.

Vor- und Nachteile Sat Empfang

+ Programmvielfalt
+ hohe Bild- und Tonqualität
+ elektronischer Programmführer
+ preiswerter in Betrieb und Unterhalt als das Kabelnetz
- kein Empfang der privaten TV- und Radio-Regionalsender
- Access-Karten für SRG- und ORF-Sender
- bauliche Massnahmen

Wie funktioniert Sat-Empfang

TV- und Radio-Empfang bekommt man grundsätzlich günstiger direkt ab dem Satelliten als über das Kabelnetz. Auch die Programmvielfalt ist ein wichtiger Entscheidungsgrund für viele Haushalte, zum Satellitenempfang zu wechseln. Aber wie funktioniert Sat-Empfang, und was benötigt man hierfür?

Sat-Empfang funktioniert im Prinzip so: Mit Hilfe eines Spiegels («Schüssel») wird das Signal gebündelt auf einen Umsetzer («LNB», «LNC») geworfen.

Dieser Umsetzer verstärkt die Signale und speist sie in das Antennenkabel ein, an dessen anderem Ende ein Empfänger («Receiver») steht.

Der Receiver bereitet das Signal so auf, das es auf einem Fernseher abgebildet werden kann.

Handelt es sich um eine Mehrteilnehmeranlage, so gibt es zwischen dem Receiver und dem LNB noch ein weiteres Bauteil: einen sogenannten Multischalter. Dieses Gerät sorgt dafür, das jeder Receiver mit den richtigen Signalen versorgt wird.

Voraussetzungen für den Empfang

Verlockend ist eine Montage im Garten. Aber aufgepasst: nicht zu nahe an schnell wachsendem Gebüsch oder Bäumen.
Die Schüssel muss freie Sicht nach Südosten haben. Freie Sicht bedeutet, dass der Abstand zu einem Hindernis (Haus, Baum, Strauch) doppelt so gross sein muss wie die Höhe des Hindernisses.

Prinzipiell kann die Schüssel auch mit einer speziellen Halterung an einer Hauswand, auf dem Dach oder an einem Geländer befestigt werden.

Wichtig ist nur, dass die gesetzlichen Bestimmungen bezüglich Blitzschutz und Befestigungsmaterial eingehalten werden. Mit Vorteil holt man sich den Rat des Fachhändlers.

Als Schüsseldurchmesser sind zu empfehlen:
- Einteilnehmerempfang Astra und Eutelsat 85cm
- Mehrteilnehmerempfang Astra und Eutelsat 100cm

Damit kommt auch bei schlechtem Wetter stets ein gutes Bild in die Stube.

Verkabelung

Beim Bau eines neuen Hauses ist es ratsam, eine sogenannte unverzweigte Sternverteilung vorzunehmen: jeweils ein Kabel bis zu jedem Fernseher bzw. zwei Kabel, wenn Videorecorder und Fernseher getrennt betrieben werden sollen.

Das Kabel darf nicht nochmals verteilt werden und muss in einem Stück von der zentralen Verteilstelle bis hin zu dem Fernseher (bzw. der Dose in der Wand) verlaufen. Die bei Kabelanlagen oft vorgenommene «Verästelung» ist für solche Sat-Anlagen ungeeignet.

Fazit

Prinzipiell können geübte Hobbywerker eine Sat-Empfangsanlage auch selber einrichten.

Für eine saubere Installation und einwandfreien Empfang lohnt sich aber die Zusammenarbeit mit dem Fachhandel, der auch über entsprechend professionelles Equipment verfügt. Immerhin handelt es sich um eine Investition, die sich über Jahre und Jahrzehnte auszahlen soll.
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