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TESTBERICHT
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Publikationsdatum
21. April 2008
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Bereits seit einigen Jahren erfreuen sich Spiegelreflexkameras von Canon grosser Beliebtheit. Seit der Epoche der EOS 350D sind digitale Spiegelreflexkameras nämlich auch für den Normalverdiener erschwinglich. Dass Canon bei der Entwicklung trotzdem nicht stehen geblieben ist, beweisen sie mit ihrer Semiprofessionellen Line, der auch die EOS 40D angehört. Trotz des hohen Technikstandart können sie die Kameras in einem sehr guten Preis/Leistungsverhältnis anbieten.

Technik auf höchstem Niveau

Schon die Vorgängerin in dieser Linie, die EOS 30D, war für ihre Zeit eine geniale Kamera. Die 40D toppt diese aber mit den neusten technischen Errungenschaften. Ein 10,1-Megapixel CMOS-Sensor, welcher mit 3888 x 2592 Pixeln auflöst, gilt als das Herzstück der Kamera. Neun Kreuzsensoren sorgen in den Autofokus-Messfeldern für eine hervorragende Schärfe - auch bei schwierigen Motiven.

Die hohe Spanne der Verschlusszeit, die von 1/8000 Sekunden bis zu 30 Sekunden reicht, macht die Kamera auch für den professionellen Anwender sehr interessant. Neu spendierte Canon der 30D-Nachfolgerin ein sehr schönes, grosses 3-Zoll Display mit einer 73K RGB Auflösung, auf welchem man seine Fotos in ansprechender Qualität betrachten kann. Auf dem beleuchteten Hilfsmonitor auf der Oberseite der Kamera können Blenden-, sowie Verschlusseinstellungen vorgenommen werden. Gespeichert wird wie immer auf eine Compact-Flash-Karte.

Live View

Nützlich: Das kleine Display auf der Oberseite ermöglicht einfache Einstellungen.

Im Moment hält ein neues System Einzug im DSLR Sektor: Live View. Wie bei Kompaktkameras, kann der Fotografierende sein Bild durch das LC-Display in Echtzeit anschauen und dann abdrücken.

Auch die 40D ist mit so einem System ausgestattet. Laut Canon soll die Funktion vor allem dann nützlich sein, wenn man nicht gut an das Objekt heran kann (um zum Beispiel hoch über den Köpfen einer Menschenmenge zu fotografieren). Grösster Schwachpunkt am System: Der Autofokus funktioniert nicht. Wenn man jedesmal noch manuell Scharfstellen muss, erleichtert dies den Zugang zu schwer einzufangenden Objekten nicht unbedingt.

Automatische Sensorreinigung

Canon führt für die 40D wie schon bei der 400D einen automatischen Sensorreiniger ein. Besonders beim Wechseln der Objektive ist es immer wieder möglich, dass Staub auf den Sensor gelangt. Bei Fotos, welche mit kleiner Blende (hohe Blendenzahl) aufgenommen wurden, sind bei der Vorgängerin diese Staubkörnchen als dunkle Punkte deutlich zu sehen.

Mit dem automatischen Sensorreiniger wird dem aber deutlich entgegengewirkt und der Sensor blieb im Test tatsächlich länger staubfrei. Bei «schwerem Staubbefall» zum Beispiel von einer Baustelle, reicht die interne Reinigung dann aber nicht mehr. Da helfen nur altbewährte Mitteln, respektive der Gang zum Fotofachgeschäft. Für ganz normalen Hausstaub ist die automatische Sensorreinigung allerdings eine deutliche Erleichterung. Effektiv entfernt sie die nervenden, nach einem Objektivwechsel zurückbleibenden Staubkörner.

Schnell auf der Piste

Bei der Geschwindigkeit hat die 40D nochmals zugelegt. Mit 6,5 Fotos pro Sekunden ist sie eine der schnellsten DSLRs in ihrer Klasse. Die Sony Alpha 700 und die Nikon D200 stellt sie in diesem Vergleich klar in den Schatten. Weiter sieht man in der Geschwindigkeit den deutlichsten Unterschied zu den Amateurkameras wie der 400D, die sich mit einer halb so schnellen Bildfolgezeit begnügt.

Objektive braucht die Welt

Alles im Blick: Mit dem 28-300mm Objektiv wird der Weitwinkel und der Zoombereich mit einem Objektiv abgedeckt.

Natürlich steht und fällt die SLR auch mit den Objektiven. Für den Einsteiger empfiehlt es sich gleich ein Kit mit der Kamera anzuschaffen. So kann man zwei Objektive (EF-S 17-85mm 1:4-5,6 IS USM und EF 70-300mm 1:4-5,6 IS USM) zusammen mit dem Body im Set kaufen und hat somit den Weitwinkel, sowie den Zoombereich grösstenteils abgedeckt.

Als Alternative zum oft im Set angebotenen EF-S 4-5,6/17-85mm IS USM kann das sehr lichtstarke EF-S 2,8/17-50mm IS USM empfohlen werden, welches aber mit Kosten von über 2000 Franken den preislichen Rahmen sprengt. Wer es ganz exklusiv mag, kann sich auch ein Objektiv der L-Serie anschaffen, mit dem EF 28-300mm 3.5-5.6 L IS USM hat man den Weitwinkel und den Zoombereich in einem Objektiv, stolzer Preis des zwei Kilo schweren Objektiv: 4848 Franken.

Fazit

Fest im Griff: Ein stabiles Gehäuse und gute Bedienelemente machen die Kamera Top!

Die EOS 40D gehört mit seinen 740 Gramm nicht zu den leichtesten Kameras, dafür liegt sie sehr gut in der Hand und das Gehäuse ist gegen Staub und Feuchtigkeit ausreichend geschützt.

Die Bedienung und die Menüstruktur ist dieselbe wie bei der Profikamera 1D Mark III. Das Handling ist dank einem Mini-Joystick und einem grossen Drehrad sehr komfortabel.

Die Preise variieren je nach Ausführung von 1868 Franken (Nur Body) bis zu 3348 Franken (mit zwei Objektiven). Mit der Anschaffung der EOS 40D wird man in allem Belangen zufrieden sein, das Preis-Leitungsverhältnis stimmt. Einziger Schmachpunkt: Die Live-View-Funktion ohne Autofokusunterstützung.

STECKBRIEF
Modell:
EOS 40D
Profil:
Semi-Professionelle Kamera erfüllt höchste technische Ansprüche zu einem fairen Preis.
Pro:
Grosse Display;Schneller Auslöser;Kompatibel zu Professionellen Objektiven;Gute Menuführung;Gute Verarbeitung
Contra:
Live-View ohne Autofokus
Preis:
1,868.00 CHF
Hersteller:
Jahrgang:
2008
Vertrieb:
Masse:
145,5 x 107,8 x 73,5 mm
Gewicht:
0,74 kg
Farbe:
schwarz
Auflösung:
3.888 x 2.592
Bildsensor:
CMOS-Sensor (22,2 x 14,8 mm)
Datenformat:
JPEG,RAW
eingebauter Speicher:
0 MB
Empfindlichkeit ISO:
100-1600
LCD Monitor:
3,0-Zoll TFT, ca. 230.000 Bildpunkte
Pixel:
10,1 Megapixel
Schnittstelle:
USB 2
Speichermedien:
CF
Verschlusszeit:
1/8000s - 30s
Videoaufnahme:
nein
Wettbewerb