Nikon platziert die Z 5 etwas unterhalb der Z 6 und Z 7, die beide vor gut zwei Jahren auf den Markt kamen. Das jüngste Mitglied der Nikon-Z-Familie ist robust, leicht und handlich und damit laut Hersteller das ideale Einstiegsmodell in die spiegellose Vollformat-Fotografie.
Neben den Festbrennweiten Nikkor Z 50 mm 1:1,8 und Z 85 mm 1:1,8 stand uns für den Test das Kamera-Kit Z 5 mit Nikkor Z 24–50 mm 1:4-6,3 zur Verfügung. Gemäss Nikon ist es das kürzeste und leichteste Zoomobjektiv für spiegellose Vollformatkameras. Erreicht wird dies, indem der Objektivtubus über die Weitwinkel-Einstellung hinaus gedreht wird und für den Transport in dieser eingezogenen Position einrastet.
Apropos drehen: Wie üblich beim Testen von Nikon Kameras mit Wechselobjektiven muss zuerst das Gehirn umgepolt werden. Alle Drehbewegungen wie Objektive ans Bajonett ansetzen oder Deckel abnehmen werden nicht in der wie bei allen anderen Kamerasystemen üblichen Richtung, sondern entgegengesetzt ausgeführt. Auch das Z-Bajonettsystem bleibt dabei. Wer dies vergisst, dreht schnell mal etwas fest, statt es zu lösen.
Kleine Unterschiede
Von vorne und hinten betrachtet unterscheidet sich eine Z 5 kaum von einer Z 6. Erst auf der Oberseite erkennt man Abweichungen. So besitzt die Z 5 kein Status-Display, und das Funktionswählrad wurde auf der rechten Seite platziert. Die Abmessungen beider Kameras sind bis auf die Tiefe identisch. Die neue Z 5 ist sagenhafte zwei Millimeter dicker.
Finde die Unterschiede: Beinahe Zwillinge, links die Nikon Z 5, rechts die Z 6.Sonst findet man alle Bedienungselemente der Z 6 auch an der Z 5 wieder, inklusive Joystick und Nikon-typischer «i»-Menütaste. Die üppige Ausstattung erstaunt für eine Einsteigerkamera im positiven Sinne. Der OLED-Sucher bietet ebenfalls 3,69 Millionen Bildpunkte, hat eine Bildfeldabdeckung von rund 100 Prozent und einen Vergrösserungsfaktor von 0,8.
Mit 8,1 cm (3,2 Zoll) hat die Z 5 die gleiche Monitor-Grösse wie die Z 6, besitzt mit ca. 1,04 Millionen Bildpunkten jedoch nur die Hälfte deren Auflösung. Der Touchscreen lässt sich nach oben und unten neigen, jedoch nicht ausschwenken und nach vorne drehen. Youtuber, Vlogger und Selfie-Fans müssen deshalb auf eine andere Lösung ausweichen und zum Beispiel das Bild übers Smartphone anzeigen lassen.
Eine kleine Überraschung gibt es beim Speicher. Während die Z 6 und Z 7 nur Speicherkarten vom exotischen und damit teuren Typ XQD unterstützen, können bei der Z 5 die normalen SD-, SDHC- und SDXC-Kärtchen verwendet werden. Und dafür stehen – erstmals in der Nikon-Z-Familie – gleich zwei Kartenslots zur Verfügung. Damit übertrumpft die Z 5 sowohl die Z 6 wie auch die Z 7, die jeweils nur ein Kartenfach besitzen und dafür einige Kritik einstecken mussten.
Die Lage hat sich inzwischen etwas beruhigt, da beide Kameras per Firmware-Update nun auch die etwas günstigeren CFexpress-Karten unterstützen und XQD wie auch CFexpress sich nicht nur als sehr schnell, sondern auch als sehr robust herausgestellt haben.
Im Doppel sicherer: Die Nikon Z 5 besitzt gleich zwei Karteneinschübe für herkömmliche SD-Speicherkarten.Innere Werte
Die Bildsensoren von Z 5 und Z 6 sind flächenmässig gleich gross. Die Unterschiede liegen wie so oft in den Details. So hat die Z 5 mit 6016 x 4016 Pixel eine minimal kleinere Fotoauflösung und besitzt einen Bildsensortyp, der im Gegensatz zur Z 6 ohne BSI-Technik («back side illumination») auskommt. In der Praxis sind die Unterschiede jedoch zu vernachlässigen und, wenn überhaupt, nur im direkten Vergleich erkennbar.
Deutlichere Unterschiede gibt es bei der Serienbildgeschwindigkeit. Die Nikon Z 5 mit nur 4,5 Bildern pro Sekunde wird von einer Z 6 mit 12 Bildern klar abgehängt.
Die Nikon Z 5 verfügt wie ihre beiden grösseren Schwestern Z 6 und Z 7 über einen in die Kamera integrierten Bildstabilisator, in der Nikon-Welt als «VR» («Vibration Reduction») bezeichnet. Der Bildstabilisator kompensiert Bewegungen über fünf Achsen, indem der beweglich gelagerte Bildsensor horizontal, vertikal und in der Rotation verschoben wird. Die Wirksamkeit des Stabilisators soll einer um ca. 5,0 Lichtwertstufen (EV) kürzeren Belichtungszeit entsprechen.
Die Stabilisation funktioniert auch mit bereits vorhandenen Nikkor-F-Objektiven, wenn sie mit dem optional erhältlichen Bajonettadapter FTZ verwendet werden. Bei Objektiven mit eigenem Stabilisator (VR-Objektiven) arbeiten beide Systeme gemeinsam. Das Objektiv übernimmt dabei die Korrektur bei Verschwenkungen, die restlichen Achsen werden vom Kamerastabilisator ausgeglichen.



