25. September 2018 | seit 1999
TESTBERICHT
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«Wir schicken Ihnen gerne unser neustes Smart­phone an Stelle einer Kompakt­kamera zu», lautete die Antwort auf meine Frage nach einer kleinen Foto­kamera für die Ferien. Immer weniger Hersteller entwickeln solche Modelle weiter oder haben sie überhaupt noch im Angebot. Nach Action- und Outdoor-Cams kommen gleich die System­kameras mit wechselbaren Objektiven. Den Bereich dazwischen haben die Smart­phones für sich erobert.

Bisher hatte ich Smart­phone-Knipser und Handy-Filmer belächelt. Aus diesen winzigen Kameras können doch keine guten Bilder kommen. Klar habe ich davon gehört, dass damit schon Kino­filme gedreht wurden. Aber da waren Profis am Werk und zusätzliches Equipment im Einsatz. Und das schleppt wohl kein Ur­lauber in die Ferien oder mit auf Reisen.

Nachdem ich vier aktuelle Smart­phones ausprobieren durfte, musste ich meine Meinung gründlich revidieren! Die Fotos und Videos auf diesen Geräten können sich durchaus sehen lassen. Und wie die Her­steller zwei oder gar drei Optiken in den schmalen Gehäusen unterbringen, ist wirklich eine technische Meister­leistung.

Zum Glück für die Foto­branche gibt es immer noch physikalische Grund­lagen, die sich nicht so einfach per App umgehen lassen. Deshalb finden sich in unserem Rat­geber auch noch drei typische Foto­kameras für Ferien und Reisen.

Das sind die Canon PowerShot G7 X Mark II, die Nikon Coolpix B700 und die Panasonic Lumix DC-TZ202. Ihnen gegenüber stehen die Smart­phones Apple iPhone X, Huawei P20 Pro, Samsung Galaxy S9+ sowie Sony Xperia XZ2.

Man sollte nun nicht den Fehler machen, die Handys mit professionellen Foto­kameras zu vergleichen, wie dies teils in der Her­steller-Werbung geschieht. Oben habe ich bewusst geschrieben, dass die Bilder AUF den Smart­phones sehr gut ausschauen. Werden sie an Freunde weiter­geleitet oder auf sozialen Medien­platt­formen geteilt, schaut man sie in der Regel auch wieder über das Handy-Display an.

Dort sehen sie dank OLED- und HDR-Bild­schirm­techniken optimal aus. Am grossen Monitor zuhause bei 100-Prozent-Dar­stellung betrachtet, zeigen sich dann so einige Unter­schiede – und Aha-Erlebnisse sind garantiert.

Für die Mehr­heit der Smart­phone-Foto­grafen sind die Resultate aus den ein­gebauten Kameras jedoch absolut genügend. Hier stehen vor allem Spass, Erinnerungs­wert und – geben wir es zu – Selbst­darstellung im Vorder­grund. «Seht mal, ich bin hier, mache dies, esse das!» ist wichtiger als eine sorgfältig komponierte Foto­grafie. Was mit den Foto-Handys natürlich auch geht.

Bei den Smart­phones beschränken wir uns auf die vor­installierten Kamera-Apps. Genauer angeschaut wurden bei allen Teil­nehmern das Foto­grafieren per Voll­automatik, das Frei­stellen im Allgemeinen und der Porträt-Modus im Speziellen sowie die Panorama-Funktion.

Im Urlaub meist wichtiger als die perfekte Fotografie: Erinnerungsbildchen per Handy.
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