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Publikationsdatum
21. Mai 2018
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Waren Sie schon einmal in Yorkshire? Falls ja, dann haben Sie vielleicht einen Bezug zur Phonetik dieses seltsamen Namens, der sich wie Sugden anhört – dem Namen des Firmengründers James Edward Sugden. Er baute 1967 seinen ersten Verstärker, den A21, für einen bekannten britischen Lautsprecher-Hersteller. Nur ein Jahr später jedoch endete die Kooperation bereits wieder. Dann wurde daraus der Sugden A21 mit Produktion in Cleckheaton («CKLEKHIITEN») in West Yorkshire.

Ab 1981 wurde in Heckmondwike produziert – und damit erschöpfen sich die Phonetik-Übungen bei mir. Viel wichtiger ist das Verstärkerprinzip: Class A. Das klingt sehr schön, und vielleicht hat sogar Daimler später daraus seine eigene A-Klasse gemacht (aber vielleicht auch nicht). Sugden baut seither konsequent Class-A-Verstärker. Aber was ist das eigentlich, ein Class-A-Verstärker?

Class-A-Schaltung bei Gegentakt-Endstufen

Die Class-A-Schaltung wird sowohl bei Eintakt- als auch Gegentakt-Endstufen angewandt. Im Fall des Sugden AI-7 sind es Gegentakt-Endstufen. Sie ermöglichen es, die Endtransistoren in einem besonders linearen Bereich arbeiten zu lassen. Also gerade in der Mitte des linearen Bereichs der Verstärkungskennlinie bipolarer Transistoren. Die Vorteile liegen auf der Hand: Transistoren sind prinzipiell nicht sehr linear (linear = gleiche Verstärkung bei allen Frequenzanteilen). In der Regel wird das über die sogenannte Gegenkopplung kompensiert. Diese hat aber je nach Intensität klangliche Nachteile, also Dynamik-Defizite.

Bei der Class-A-Schaltung wird der Arbeitspunkt der Ausgangstransistoren in die Mitte des linearen Teils der Transistorkennlinie gelegt. Anschaulich ausgedrückt: Die Emitter-Kollektor-Strecke befindet sich auch ohne anliegendes Musiksignal in einem Zustand, der – auf die Leitfähigkeit bezogen – ungefähr in der Mitte zwischen «Sperren» und «voller Leitfähigkeit» liegt.

Daher ist die Emitter-Kollektor-Strecke jedes Leistungstransistors immer stromführend. Dies führt zu einer erheblichen Leistung und Wärmeentwicklung – auch dann, wenn kein Musiksignal anliegt. Folgedessen müssen Endstufen mit Class-A-Schaltung grosszügig gekühlt werden – grosse Kühlkörper und gute Belüftung sind also wichtig.

Dem gegenüber mutet die nutzbare Verstärkerleistung im Verhältnis zu der Abwärme gering an. Im vorliegenden Fall sind es 33 Watt pro Kanal. Damit ähneln Class-A-Verstärker ein wenig den Röhrengeräten, wenn man Leistungsaufnahme, Abwärme und Nutzleistung in Betracht zieht.

Er bleibt kühl

Sugden hat enorm viel Erfahrung mit Class-A-Verstärkern, was sich auch beim IA-4 bemerkbar macht. Das Temperaturmanagement wurde sehr gut konzipiert. Der Verstärker wird im Dauerbetrieb gerade mal handwarm. Die Kühlkörper erstrecken sich über die beiden Seiten des Gehäuses und sind über die Abdeckplatte thermisch gut verbunden. Ein Lüfter würde für das Gerät nicht in Frage kommen.

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