TESTBERICHT
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Ansichtssache

Standbild aus Videosequenz: Noch im Camcorder kann bei Wiedergabe mittels Foto-Symbol rechts ein Einzelbild gespeichert werden.Standbild aus Videosequenz: Noch im Camcorder kann bei Wiedergabe mittels Foto-Symbol rechts ein Einzelbild gespeichert werden.

Über die „Thumbnail“-Taste wird zwischen Aufnahme und Wiedergabe umgeschaltet. Man kann die Aufnahmen nach Datum oder nach Aufnahmeformat sortiert anschauen. In der Miniaturbild-Anzeige lassen sich bis zu 20 Vorschaubilder auf einer Seite oder eine Sequenz mit detaillierten Aufnahmedaten anzeigen.

Die beste Wiedergabequalität gibt es über die HDMI-Buchse. Ein Kabel dazu wird mitgeliefert. Wenn dann noch der Fernseher oder Monitor einen HDMI 2.0 Anschluss für 4K-Videomaterial mit 50 oder 60 Bildern pro Sekunde aufweist, steht dem optimalen Bildgenuss nichts mehr im Wege. Aber auch auf einem Full-HD Fernseher betrachtet sind die herunterskalierten Bilder ein Augenschmaus. Vor allem, wenn bei genügend Licht gefilmt wurde. Hier kommt dann das Potenzial von HD-Aufnahmen erst richtig zur Geltung.

Wer den Camcorder im Aufnahmemodus an ein 4K-kompatibles TV-Gerät anschliesst, kriegt leider nur Full-HD Bilder mit 1920 x 1080 Pixeln zu sehen. Auch wenn das Aufnahmeformat auf 4K oder Cinema 4K steht. Das dabei eventuell entstehende Geräusch, die von Kameramikrofon und TV-Lautsprecher hervorgerufene Audiorückkopplung, erklärt das Handbuch ganz unprofessionell mit „quietschendes, ungewöhnliches“ Geräusch.

Über die Cinch-Buchsen für analoges Video und Audio lässt sich der Camcorder sogar noch an einen 4:3 PAL-Fernseher anschliessen. Eine Down-Converter-Funktion passt das Breitbildvideo an das normale TV-Gerät an. Von High-Definition ist dann natürlich nichts mehr zu sehen.

Die in Profi-Kreisen übliche SDI-Buchse für HD-Video, Time-Code oder Synchronsignale fehlt dem HC-X1000. Dafür ist die Datensicherung oder Archivierung gut und einfach gelöst. Über schnelle USB 3.0 -Anschlüsse nimmt der Camcorder als externes Laufwerk oder als Kartenleser mit PC oder Mac Kontakt auf (Device-Modus).

Das Kopieren kann über Drag-and-Drop oder dem Verwaltungsprogramm des Computers erfolgen, oder man benutzt die kostenlose HD-Writer Software von Panasonic. Sie verwaltet die Video- und Fotodaten auf einer Festplatte und schreibt sie auf Speichermedien wie Blu-ray Discs, DVDs oder SD-Karten. Oder man schliesst im Host-Modus eine Festplatte direkt an die Kamera an und kopiert die Videoaufnahmen der beiden Speicherkärtchen. Ab dieser Festplatte können die gesicherten Aufnahmen auch wieder via Kamera auf einem Fernseher betrachtet werden.

Die Beurteilung der Videoqualität ist einmal mehr Ansichtssache. Hier besonders, da sich bei der HC-X1000 sehr viele bildbeeinflussende Parameter verändern lassen. Hinzu kommt, dass die Darstellung auf verschiedenen Fernsehern und Monitoren, 4K-kompatibel oder Full-HD, sehr unterschiedlich aussehen kann. Zudem fallen bei diesen hohen Auflösungen Bildfehler, Griesseln, Wabern und Rauschen umso mehr und störender auf, da man auch noch genauer hinschaut.

Wer sich etwas länger mit den unterschiedlichen Einstellungen beschäftigt, die „intelligente Automatik“ verlässt und für seine wichtigsten Aufnahmesituationen optimale Szenendateien erstellt, bringt erstaunliche Bilder aus diesem Camcorder. Die Herausforderung besteht darin, die sehr gute Schärfe dank 4K-Video und kleinem Sensor mit möglichst wenig Rauschen und Bildstörungen in lichtschwachen Situationen beizubehalten. So kann bei vielen Aufnahmen die manuelle Begrenzung des Gain-Wertes und die Anpassung des Gammas ausschlaggebend sein.

Der bei CMOS-Sensoren unvermeidliche Rolling-Shutter-Effekt wird im Camcorder etwas korrigiert, ist aber vor allem bei schnellen Bewegungen aus der Hand gut wahrnehmbar. Ruckende Bilder waren auch bei 4K-Auflösung dank 50p kein Thema. Hier unterscheidet sich der HC-X1000 wohltuend von den meisten Amateur- und Prosumer-Geräten mit 24 oder 25p. Wenn Videobilder stottern oder rucken, dann ist dies für mich kein Kino-Feeling, sondern es sind schlicht und einfach technisch fehlerhafte Sequenzen.

Aussenaufnahmen im Automatik-Modus bei genügend Licht waren sehr scharf und vor allem in Full-HD überwältigend. Da 4K-Videoaufnahmen für die Weitergabe zur Zeit meist sowieso in Full-HD heruntergerechnet werden, kann der Camcorder sehr gut als Lieferant für hochwertiges Full-HD Quellmaterial dienen. Die Detailfülle, Schärfe und Räumlichkeit der konvertierten Bilder ist einfach fantastisch. Trotzdem kann auch der 1/2,3 Zoll Chip des HC-X1000 die physikalischen Einschränkungen kleiner Sensorflächen nicht umgehen. Bei wenig Licht tritt in homogenen Flächen Farbrauschen auf und in extremen Hell-Dunkel-Übergängen treten leichte Farbsäume in lila und türkis auf. Bei weniger Licht draussen wollte die Kamera die Schärfe beibehalten und überzog die Sträucher und Blätter mit einem unübersehbaren Griesseln.

Gesichter werden in der Standardeinstellung (Szenendatei 1) bei Tageslicht farblich neutral und natürlich dargestellt. Die extreme Schärfe, die natürlich auch Falten und Unreinheiten unschmeichelhaft hervorhebt, kann mit der „Skin Tone Detail“-Einstellung abgeschwächt werden und lässt die Haut sanfter erscheinen.

Eine längere Theateraufführung mit teils sehr dunklen Bühnenbildern bot einen interessanten Praxistest. Der erste Versuch mit auf 6 dB limitierter Gain-Verstärkung, längerer Belichtungszeit und manueller Scharfstellung ging so ziemlich in die Hose. Das Bild war zwar genügend hell, zog bei Bewegungen von Personen jedoch unschön nach. Kaum in den Griff zu kriegen war die korrekte Schärfe, wenn die Kamera voll auf die Bühne einzoomte. Trotz Fokus-Assistenz waren in den düsteren Bildern kaum Kanten auszumachen, und Unschärfen fielen gerade durch die sonstige Schärfe im Bild noch mehr auf.

Der zweite Versuch mit normaler Belichtung und Autofokus überraschte dann sehr. Die Bilder waren gesamthaft etwas dunkler, kamen jedoch noch immer genügend durchzeichnet und ohne Nachzieher herüber. Der Autofokus arbeitete hervorragend und sorgte durchwegs für knackscharfe Bilder. Eine positive Überraschung auch beim gefürchteten Griesseln, das sich dank Gain-Limiter sehr in Grenzen hielt. Da ich die Blende manuell dem jeweiligen, professionell ausgeleuchteten Bühnenbild anpasste, gab es auch keine überstrahlten, konturlosen weissen Köpfe der Darsteller. Ein Effekt, der sehr oft bei Consumer-Camcordern zu beobachten ist. Dort ist das Gesamtbild allgemein heller, aber Darsteller im Scheinwerferlicht werden hoffnungslos überbelichtet aufgezeichnet.

Standbilder, „gecaptured“ aus den Theateraufnahmen, liess ich bis zu DIN A3 Grösse auf Fotopapier ausbelichten. Und überraschte damit so manchen gestandenen Fotografen. Für den einen sahen die Fotos zwar schon etwas zu „videomässig“ und „geplättet“ aus, für den anderen könnte sich dieser Look, nicht zuletzt auch dank Handy- und Tablet-Fotos, durchaus etablieren. Alles Ansichtssache eben.

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Beim HC-X1000 sind alle wichtigen Funktionen manuell und unabhängig voneinander einstellbar. Amateurkameras lassen dies nur eingeschränkt zu, oft hebt eine Einstellung die andere wieder auf.

Nachdem der iA-Schalter („intelligente Automatik“- oder „Esel“-Schalter…) auf „Manu“ gestellt wurde, können an den Tasten links davon die Belichtung, der Weissabgleich und die Verstärkung (Gain) einzeln oder in Kombination angepasst werden. Die gewünschten Werte werden über eine Drehrolle, den „Push Dial“, angepasst. Die Drehrolle ist multifunktionell. Habe ich als Beispiel den Gain-Wert damit geregelt und drücke die Rolle nochmals, werden beim Weiterdrehen alternierend die anderen, auch noch auf manuell gestellten Funktionen angezeigt und können mit einem weiteren Rollendruck ausgewählt und verändert werden. Drückt man stattdessen direkt die Belichtungs-, Weissabgleichs- oder Gain-Taste, wird die Einstellung wieder automatisiert.

Diese Mehrfachfunktion der Rolle ist verwirrend, und trotz Einblendung der Werte am Bildschirm wird man sich zu Beginn öfters daran „verdrehen“. Besonders bei Funktionen, die das mehrmalige Drücken und Drehen erfordern. Wie etwa das Setzen eines individuellen Weissabgleichs oder der variablen Verschlusszeit (Synchro Scan).

Unabhängig von den obigen drei Manuellfunktionen lassen sich Schärfe und Blende über griffige Ringe am Objektiv regeln. Die 4K-Videoauflösung verzeiht keine „schlampigen“ Beinahe-Schärfen und entlarvt unscharfe Szenen gnadenlos. Bei der manuellen Fokussierung hilft deshalb eine Peaking-Anzeige (farbige Betonung der Bildkonturen) und eine bis zu 10-fache Vergrösserung des Aufnahmebildes.

Trotz grossem Schärfering und jahrelanger Erfahrung gelang es mir bei einer Theateraufführung mit wenig Licht nicht immer, die Schärfe genügend schnell manuell nachzuführen. Das hat auch damit zu tun, dass der freilaufende Ring, also ohne Endanschläge, nicht direkt mechanisch auf das Objektiv wirkt, sondern es indirekt verstellt wird. Beim Zoomen war es ähnlich, bei schnellem manuellem Drehen am Ring „lief“ er immer etwas nach. Beim Theater war mir der Autofokus jedenfalls haushoch überlegen, von zwei oder drei nervösen Suchmanövern bei fast völliger Dunkelheit mal abgesehen.

Es gibt noch weitere Fokussier-Hilfen. Ein Drücken der „Push AF“-Taste aktiviert den Autofokus temporär und eine „Bereichsfunktion“ ermöglicht die Scharfstellung durch Berühren des Motivs auf dem Bildschirm. Schliesslich lässt sich noch eine Fokusverlagerung mit bis zu drei Positionen programmieren, die dann automatisch abgefahren wird.

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