20. August 2019 | seit 1999
TESTBERICHT
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Hörerlebnis

Die Abdeckung der Lautsprecher von hinten. Das ist gar nicht uncool und könnte, sichtbar gemacht, ganz gut wirken.

Die Lautsprecher arbeiten nach dem Bassreflex-Prinzip. Die beiden Bassreflexrohre (pro Lautsprecher) befinden sich auf der Rückseite. In meiner gewählten Aufstellung standen die Lautsprecher ziemlich frei mit ca. 60 cm Abstand von der vorderen Wand und mit 150 cm Abstand von den Seitenwänden. Das Stereo-Dreieck hatte eine Seitenlänge von 2.5 Metern. Als Quellen diente mir ein Streaming-Gerät von Innuos und ein Samsung-Smartphone für Bluetooth aptX (von meinem Sohn ...). Als Streaming-Dienst verwendete ich Qobuz, und beim Streamer kam Roon zum Einsatz.

Beim ersten Hördurchgang fiel mir ein übertriebener, zu Schwammigkeit neigender Bass auf, trotz grosser Wandabstände und wenig Neigung des Raums zu Bassmoden. Die Grundabstimmung im Bassbereich entspricht nach meiner Interpretation dem Grundsatz «viel Bass, egal wie» und mag bei jugendlichen Hörern gut ankommen. Bei mir nicht. Ich korrigierte den Bassbereich dann mit dem Equalizer per Fernsteuerung mit -3dB und – oh Wunder – das klappte ausgezeichnet. Die tonale Balance kam damit ins Lot, wenn auch immer noch etwas zu rundlich in den tiefen Registern.

Der Song «Liberty» von Anette Askvik kam dann sehr musikalisch herüber mit einer Grundton-akzentuierten Stimme der Sängerin und einem warmtonigen Tenorsaxofon (ein unglaubliches Saxofon übrigens). Die klangliche Abstimmung der Lautsprecher geht deutlich ins Schmeichlerische, was einen verkaufsfördernden Wow-Effekt bewirkt.

Die zahlreichen sphärischen Geräusche in der Aufnahme wirkten gegenüber meiner hier nicht genannten Referenz etwas gedämpft, aber damit konnte ich gut leben und verzichtete auf eine Korrektur im Hochtonbereich.

Die Klangbühne verdient Respekt. Sie ist für die Ansprüche von «Normalverbrauchern» exzellent, geräumig mit guter Ortbarkeit, wenn auch nicht mit der holografisch präzisen Definition, die möglich ist. Diese stimmt aber auch bei High-End-Systemen nicht immer.

Etwas ausgereizter wurde es dann mit «Black Messiah» von George Duke, einer extrem dynamischen Live-Aufnahme. Die Lautsprecher schlugen sich wacker mit etwas reduzierter Dynamik, und auch bei hohen Pegeln wurde es nicht chaotisch. Überhaupt ist die Bassneigung der Lautsprecher nicht deutlich von der Lautheit abhängig. Sie ist immer etwa gleich.

Hochtonseitig gab es keine Auffälligkeiten. Der neue Hochtöner ist eine echte Verbesserung gegenüber dem Vorgänger und übertreibt oder verzerrt nicht und wirkte nie grell oder giftig.

Die neue Marcus-Miller-Version von Jean-Pierre (Miles Davis), ebenfalls live, zeigte eine Tugend der Ultimas: Sie beherrscht die Untertreibung dieser absurden Dynamik der Aufnahme und tut, was sie kann, ohne ins Negative abzurutschen. Das Spektakel blieb noch beisammen, einfach abgemildert. So charakterisieren sich eben Allrounder-Eigenschaften.

Schliesslich mein Tribut an die Jugend: «Limit to Your Love» von James Blake. Die Ultimas brachten sogar bei dieser krassen und künstlichen Low-Bass-Unterlage eine überzeugende Interpretation hin. Gewiss konnte ich die unterste Oktave, oder etwas mehr, nur noch erahnen, aber ich war sehr positiv überrascht, was dieser Lautsprecher von dem, was die Musik-Produktion wollte, noch übrig liess.

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