Pure Evoke Play.Pure, einer der Marktführer im Bereich Digitalradio, ist mit drei neuen Lautsprecher-Streaming-Modellen aus der Evoke-Reihe am Start. Zwei davon, den Evoke Play und den Evoke Home, haben wir uns etwas genauer angeschaut und angehört.
Klein, praktisch und vielseitig: Evoke Play
Der kleinere der beiden Evoke-Lautsprecher ist der Evoke Play. Er ist gerade mal 12 cm hoch, 2,1 Kilogramm schwer und verfügt über einen Tagegriff, sodass man ihn mit angedockten Akku bequem herumtragen und bei Bedarf auch überallhin mitnehmen kann.
Die kleine Musikbox spielt Audioinhalte von verschiedenen Quellen: Radio gibt’s entweder über UKW, DAB+ oder als Internetradio. Der leistungsstarke DAB+-Tuner sorgt dabei für einen guten Empfang in allen getesteten Wohnbereichen. Sollte der UKW- oder DAB+-Empfang zu schwach sein, kann auf der Rückseite die 35 cm lange Teleskopantenne ausgefahren werden.
Der Evoke Play ist aber mehr als ein Radiogerät. Als modernes «Smart Radio» kann er auch fürs Streaming verwendet werden. Da Spotify Connect mit dabei ist, lässt sich die Spotify-Musik ohne grosses Einrichtungsprozedere via Smartphone, Tablet oder PC auf dem Gerät abspielen. Die Verbindung geschieht über WLAN oder per Bluetooth. Selbstverständlich klappt das Streaming nicht nur via Spotify, sondern auch mit jedem anderen Streamingdienst.
Der Pure Evoke Play verbindet sich mit 2,5- und mit 5-GHz-Netzwerken. Die Kopplung des WLAN geschieht vorzugsweise per WPS-Taste am Router. Sollte dies nicht funktionieren, ist eine etwas umständlichere manuelle Einrichtung der WLAN-Verbindung notwendig. Auch per Bluetooth lässt sich ad-hoc Musik streamen oder abspielen, so auch Inhalte, die sich auf dem Smartgerät befinden – also etwa auch die gespeicherte Musik oder Podcasts.
Mit Tragegriff ausgerüstet und bespannt mit recyceltem Akustikstoff von Kvadrat: Pure Evoke Play.Bedienung
Auffällig am Pure Play ist sein aufklappbares, 2,4 Zoll grosses Display. In zugeklapptem Zustand sind neben dem Volumen-Drehregler nur ein paar wenige Tasten sichtbar. Klappt man den kleinen Bildschirm auf, befinden sich darunter alle zur Bedienung erforderlichen Tasten. Wer also etwa Klang-Einstellungen vornehmen, die Musik wechseln oder ein neues Gerät per Bluetooth verbinden möchte, muss das Display aufklappen. Auch wenn man sich für Informationen wie den aktuellen Titel oder die gewählte Radiostation interessiert, muss das Display hochgestellt sein – es sei denn, man bedient das Gerät via App am Smartphone oder Tablet. Dabei kommt die kostenlose App Undok zum Zug, die es für iOS und Android gibt. Auf dem Smartphone-Display sind ebenfalls alle Informationen und Bedienelemente verfügbar, sodass man den Play bequem vom Sofa aus steuern kann.
Der Evoke Play ist mit einem Wecker inklusive Schlummerfunktion ausgestattet – er eignet sich also auch als Schlafzimmergerät. Design, Ausstattung und Klang
Eine eigene Fernsteuerung hat das Gerät nicht. Diese braucht es auch gar nicht unbedingt, wie die oben beschriebene Steuerungsmöglichkeit per App zeigt. Der Tragegriff und die Möglichkeit der portablen Verwendung lassen zwar die Vermutung zu, dass das Gerät einen integrierten Akku besitzt. Dem ist aber nicht so! Wer den Evoke Play mit nach draussen nehmen möchte, muss den zusätzlich erhältlichen Akku, den ChargePAK für rund CHF 50 kaufen. Seine Laufzeit wird mit 12 Stunden angegeben.
Anschlussmässig ist der Pure Evoke Play etwas schwach ausgerüstet. Einen Kopfhörerausgang gibt es nicht, und auch ein Aux-In ist nicht vorhanden, um eine externe Musikquelle per Kabel anzuschliessen.
Den äusserst aparten Pure Evoke Play gibt’s in Schwarz (Coffee Black) oder Weiss (Cotton White) zum Preis von CHF 279. Der Lautsprecher ist mit einem Wollstoff aus 90 % ökozertifizierter und recycelter Wolle bezogen. Das Gerät eignet sich für alle Lebensräume: Hervorragend als Küchenradio, als Wohnzimmerbeschaller oder, da er mit einem Wecker inklusive Schlummerfunktion ausgerüstet ist, auch fürs Schlafzimmer.
Das kleine Ding bringt ein ordentliches Klangvolumen in den Raum. Das 2-Wege-System mit zwei 20-mm-Hochtönern und einem 90-mm-Tieftöner sorgt in den Standardeinstellungen für einen in Anbetracht seiner Grösse ausgewogenen Klang. Höhen und Bässe lassen sich bei Bedarf über den Equalizer individuell noch etwas anpassen.
Mit zusätzlichem Akku spielt der Evoke Play auch draussen Musik.Der grosse Bruder: Pure Evoke Home
Das grösste Gerät aus der neuen Evoke-Serie heisst Home und ist an Vielseitigkeit fast nicht zu überbieten. Das Gerät vereint UKW, DAB+, Internetradio, Streaming (inklusive Spotify Connect) und ein CD-Laufwerk. Wie das Modell Play ist der Home nicht mit einem Akku ausgestattet. Er ist somit stets auf eine Steckdose angewiesen. Tragegriff und Akku wären bei seiner Grösse und seinem Gewicht von 3,9 Kilogramm auch kaum sinnvoll.
Das All-in-One-Musiksystem Home und der kleine Play haben noch weitere Gemeinsamkeiten: Wie beim Evoke Play sind die Lautsprecher mit einem edlen Akustikstoff der Firma Kvadrat bespannt. Wie der Kleine verfügt auch der Grosse über ein aufklappbares Display. Dieses ist mit 2,8 Zoll etwas grösser (gegenüber 2,4 Zoll). Die Steuerelemente und Knöpfe sind die gleichen, sogar der multifunktionale Lautstärkeregler ist beim Home identisch. Dazu kommt, dass dieselbe App zur Gerätebedienung eingesetzt werden kann.
Doch bei allen Gemeinsamkeiten gibt es Unterschiede. Zum Beispiel in den Bedienungsmöglichkeiten: Beim Pure Evoke Home liegt auch eine Fernbedienung bei. Mit dieser Mini-Fernbedienung können alle wichtigen Funktionen angesteuert und Musikquellen ausgewählt werden. Die kleine Fernbedienung liegt zwar nicht besonders gut in der Hand, ist aber ganz praktisch, wenn man aus der Raumecke schnell mal die Musik wechseln möchte, ohne das Smartphone oder Tablet entsperren zu müssen.
Bei unserem schwarzen Pure Evoke Home macht sich in der Bedienung ein kleiner Nachteil bemerkbar: Abends oder bei wenig direktem Licht sind die schwarzen Steuerelemente am Gerät und deren dezenten Beschriftungen nicht gut erkennbar. Bei Schummerlicht greift man also gerne zur Fernbedienung oder zum Smartphone. Einzig der runde Lautstärkeregler und natürlich das Display sind beleuchtet.
Spielt als Küchenradio auch Musik ab CD oder streamt die Lieblingssongs von Spotify und Co.Streaming trifft CD
Weiterer Unterschied: Anders als der Play hat der Home einen Kopfhöreranschluss sowie einen Aux-Eingang für externe Musikquellen. Der wichtigste Unterschied zum kleinen Play aber ist – mal abgesehen von der Grösse – die Tatsache, dass der Home über einen CD-Player verfügt. Das mag einige Streaming-Liebhaber vielleicht verwundern. Die CD ist tot, heisst es immer. Das stimmt zwar bezüglich Anzahl konsumierter Musik im Vergleich zum Streaming. Doch haben immer noch viele Musikliebhaber zuhause Regale voller CDs herumstehen. Gehört werden sie kaum noch, denn Spotify und andere Streamingdienste auf dem Smartphone und Tablet stets ready to play.
Vielleicht liegt die CD-Sammlung auch irgendwo im Keller, weil der CD-Player längst ausgestiegen ist und nicht ersetzt wurde. Und weil der PC auch längst kein CD-Laufwerk mehr hat, altern die CDs ungehört vor sich hin. Da kann der Pure Evoke Home in die Bresche springen und die CDs zu neuem Leben erwecken. Als Kombigerät ist er ein smarter Alleskönner, um jederzeit via WLAN aus dem Internet Musik zu streamen, aber auch mal wieder der CD-Musik zu frönen.
Wie beim Evoke Play kann beim Modell Home das Display ein- und ausgeklappt werden. All-in-One mit Hifi
Den Klang-Battle zwischen Home und Pure gewinnt der Evoke Home eindeutig. Klar, das Gerät ist um einiges massiver und technisch besser bestückt. Ausgestattet mit zwei 20-mm-Hochtönern und zwei 3,5-Zoll-Tieftönern liefert der Evoke Home eine kraftvolle, breite Klangbühne auch in etwas grösseren Räumen. Immerhin verfügt er über eine Leistung von 100 Watt. Auf der Rückseite gibt es mittig einen Bassreflex-Ausgang. Die aufwändigere Soundtechnik ist durchaus hörbar: Als Wohnzimmer-Anlage eignet es sich für fast alle Musikstile und Vorlieben. Einzig wenn für die Party Musik in hoher Lautstärke wummern soll, kommt das Gerät an seine Grenzen. Im Normalbetrieb dürfte der Evoke Home für die meisten Musikhörer genügend wummern.
Fazit
Der Pure Evoke Play ist ein praktischer kleiner Streaming-Lautsprecher mit grosser Radio-Funktionalität und für seine Grösse mit guten Klangeigenschaften versehen. Dass die portable Musikbox mit Tragegriff nicht von Haus aus mit einem Akku versehen wird, ist ein Nachteil dieses vielseitigen Gerätchens. Denn die geringe Grösse und das Gewicht von nur 2,1 Kilo verleiten geradezu, dieses bei einem Raumwechsel zuhause einfach in die Hand oder mit nach draussen zu nehmen. Es empfiehlt sich also, den optionalen Akku gleich von Beginn weg dazuzukaufen. Dann steht dem mobilen Musikgenuss nichts im Wege.
Der grosse Bruder Pure Evoke Home klingt deutlich ausgewogener, wärmer und bringt die Musik kraftvoller in die gute Stube. Neben den vielen Musikquellen, die auch beim Play dabei sind, kommt beim Home das Abspielen von CDs hinzu. Dies dürfte jene Benutzer ein entscheidender Vorteil sein, die ihre CD-Sammlung nicht dem Sondermüll übergeben möchten und die Silberscheiben noch immer mögen.
Beide Geräte haben ein äusserst stilvolles Design und machen sich in jeder Wohnumgebung gut. Während die Anschlussmöglichkeiten beim Play etwas spärlich sind, bietet der Home alle üblichen Anschlüsse, die eine Heim-Streaming-Box haben sollte. Die Bedienung beider Geräte kann – insbesondere in den schwarzen Versionen bei Dunkelheit – etwas knifflig sein. Die bequeme Steuerung über die App und das übersichtliche, klappbare Display machen diesen kleinen Nachteil aber mehr als wett.
Mit CD-Player und Fernbedienung: Pure Evoke Home. 
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