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21. April 2001
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Die IFPI (Bundesverband der Phonografischen Wirtschaft) zieht über die Geschäfte der Musikindustrie im vergangenen Jahr Bilanz: In Deutschland zeichnet sich kaum ein Verlust ab, hier gingen im vergangenen Jahr 3,8 Prozent weniger Waren über den Ladentisch als im Vorjahr. Der diesbezügliche Umsatzrückgang beträgt 2,2 Prozent. Die IFPI führt diese Verluste auf "Musikpiraten" wie Napster oder MP3 zurück. Indessen bangt man auch in Europa um die Zukunft der Phonobranche und sieht das Ende der Erträge in nahe Zukunft gerückt. Der IFPI-Bericht ist auf der Homepage abrufbar.

Die Umsatzeinbußen für so genannte Schulhof-Piraterie, gemeint ist hier der Verkauf von selbstgebrannten CDs, würde sich in Deutschland auf etwa 550 Mio. Mark belaufen, so Thomas Stein, Vorsitzender des Bundesverbandes der Phonografischen Wirtschaft. Dabei tauschen vor allem besonders intensive Musiknutzer, die mehr als neun CDs im Jahr kaufen, ihre Songs an den dafür vorgesehenen Angeboten. Der einzig "erhellende Punkt" im IFPI-Report ist der Verkauf von CDs, der weltweit anstieg.

"Der Geschäftsrückgang in den USA hat sich auf die gesamten Verkaufszahlen geschlagen, auch ist das Ergebnis der erste Beweis für die unmittelbare Auswirkung von frei erhältlicher Online-Musik", lautet es im IFPI-Bericht. Europa schnitt vergleichsweise als stärkster Markt ab, die Anzahl der verkauften Tonträger stieg um 1,3 Prozent an. Am ertragreichsten zeigte sich hier der britische Markt, die Verkäufe stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 6,2 Prozent. Die Verluste in Italien, Frankreich und Deutschland führte die IFPI wiederum auf die Online-Piraterie zurück.
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