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18. Oktober 2002
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Die beiden Online-Musikservices im Besitz der fünf grossen Player der Musikindustrie, Pressplay und MusicNet, stehen kurz vor dem Abschluss von Verträgen, die ihnen das Repertoire aller fünf Labels für ihr Angebot sichern. Die Deals beinhalten alle Zusatzangebote, die User von Online-Services erwarten, berichtet das Wall Street Journal (WSJ) unter Berufung auf Verhandlungskreise. Das würde bedeuten, dass es keine Beschränkungen gibt, also ein permanenter Download sowie das Brennen auf CD möglich ist. Bisher war der grösste Mangel von Pressplay und MusicNet das beschränkte Angebot an Musiktiteln und die zahlreichen Limitierungen des Downloads. Die Services konnten daher den von der Musikindustrie als illegal betrachteten Peer-to-Peer-Tauschbörsen wie KaZaA, Morpheus oder LimeWire nicht das Wasser abgraben.

Pressplay, das den Labels Sony und Vivendi Universal gehört, hat einen Vertrag mit Bertelsmanns BMG unterzeichnet. Ein weiterer Vertrag mit der Warner Music Group soll vor dem Abschluss stehen, so das WSJ. Eine Vereinbarung zwischen Pressplay und EMI existiert bereits. MusicNet, im Besitz von AOL Time Warner, EMI und Bertelsmann, hat laut Informationen des WSJ einen Deal mit Universal Music bereits in der Tasche, mit Sony stehe eine Einigung unmittelbar bevor. Somit hätten beide Services die Musik aller fünf grossen Labels im Angebot und das, was Konsumentenherzen begehren: Auswahl. Da moderne User angesichts kostenloser und unlimitierter Angebote verwöhnt und anspruchsvoll sind, werde auch deren zweiter Sehnsucht entsprochen: weitgehend unlimitierter Download.

Über ein ähnliches Angebot verfügt das unabhängige Unternehmen Listen.com bereits, das ebenfalls auf Verträge mit allen fünf grossen Labels verweisen kann. Allerdings gibt es bei Listen.com grössere Beschränkungen beim Download bzw. kein Brennen auf CD für Musik der Major Labels. Dem WSJ liegen auch bei Listen.com Informationen vor, dass das Brennen von Musiktiteln der grossen Labels bald möglich sein wird. Die Industrie steht unter Druck des US-Justizministeriums, das wegen Kartellbildung und Wettbewerbsverzerrung ermittelt. Deshalb müssen die Labels auch Anbietern, die nicht in ihrem Besitz sind, Lizenzverträge gewähren.
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