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Publikationsdatum
29. August 2005
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Das Top-Thema der Internationalen Funkausstellung in Berlin (IFA) wird das hoch auflösende Fernsehen (HDTV) sein.

Die Digitalisierung aller Medien und portable Geräte sind weitere starke Trendthemen. Zur Ausstellung von 2. bis 7. September in Berlin werden 1200 Aussteller aus 40 Ländern erwartet.

Die weltgrösste Messe für Consumer Electronics öffnet an sechs Tagen jeweils von 10.00 - 18.00 Uhr ihre Tore.

Breitbild-Fernsehen

Was auf der IFA 2003 noch eine technische Neuheit war, bestimmt nun das Marktgeschehen auf breiter Front.

Bildschirme mit Diagonalen bis zu 160 Zentimeter sind in diesem Jahr keine Exoten mehr. 16:9-Fernseher – mit oder ohne HD ready-Logo - sind an den Ständen aller wichtigen Hersteller in umfassender Auswahl als marktreife Grossserien-Produkte zu sehen.

Nicht zuletzt wegen der Fussball-WM könnte 2006 ein Boom-Jahr für LCD-, Plasma- und Projektions-TV-Geräte im 16:9-Format werden, da die ARD und das ZDF aber auch der Pay-TV-Kanal Premiere die Spiele im 16:9 Format ausstrahlen werden.

Wer jedoch einen zukunftssicheren Flachbild-Fernseher kaufen will, der auf die Darstellung künftiger HDTV-Übertragungen vorbereitet ist, sollte auf das Logo „HD ready“ achten.

Diese Geräte garantieren den problemlosen Übergang in die Medienzukunft.

Hochauflösende Bilder

Mit den hoch auflösenden Flachbildschirmen wächst die Nachfrage nach Bildern in höherer Qualität. Dazu gehört das Zukunftsfernsehen HDTV, das mit den ersten regelmässigen Ausstrahlungen des Abo-Senders Premiere im kommenden November sein Debüt feiern wird.

Die IFA nimmt dieses Ereignis sozusagen vorweg: Sie zeigt, in welchem Mass HDTV die Fernsehzukunft bereichern wird – mit hochzeiligen, scharfen, plastischen Bildern, die dem Begriff Heimkino eine ganz neue Bedeutung verleihen.

Speziell zu diesem Thema und in Anspielung auf die zu erwartenden HDTV-Übertragungen der Fussball-Weltmeisterschaft haben die IFA-Veranstalter in der Halle 26 einen grossen Stand als HDTV Sportsbar eingerichtet, in der auf rund 30 Monitoren verschiedener Hersteller HD-Bilder eine einmalige Stadion-Atmosphäre vermitteln sollen.

Ebenfalls ein Thema werden die Anforderungen an die nächste, HDTV-tüchtige Generation der Satelliten-Set-Top-Boxen sein.

HD-Medien

Einzelne Aussteller werden aber auch demonstrieren, mit welchen Medien sich die hoch auflösenden Grossbild-Geräte heute schon nutzen lassen. Dazu gehören zum Beispiel die ersten Camcorder, die Digitalvideos in HD-Qualität drehen – mit 1080 Bildzeilen.

Auch digitale Foto-Kameras sind natürlich eine gute Quelle für moderne Bildschirme, etwa für die Wiedergabe einer Diashow auf einem grossen LCD- oder Plasma-Fernseher.

Es gibt sogar schon einige Spielfilme auf optischen Medien in HD-Qualität. Diese Scheiben heissen WMV-HD, beruhen auf aktueller DVD-Technik und laufen auf jedem neueren PC.

Dank effektiver Kompressionstechnik, ähnlich wie sie im hoch auflösenden Fernsehen zum Einsatz kommt, speichert WMV-HD einen ganzen Spielfilm auf einer Daten-DVD.

Die IFA zeigt auch bereits erste DVD-Player, die dieses Format abspielen und auf hoch auflösenden Bildschirmen darstellen können.

DVD-Nachfolge

In grösserer Auswahl aber werden Filme auf vorbespielten HD-Medien erst im nächsten Jahr erscheinen. Gleich zwei neue Medienformate stehen dann zur Auswahl: die Blu-ray Disc und die HD-DVD.

Beide arbeiten mit kurzwelligem blauem Laserlicht, das viel schmalere Datenspuren lesen kann als der rote Laser in DVD-Spielern.

30 Gigabyte passen so auf eine HD-DVD mit zwei Schichten, bei Blu-ray sind es sogar 50 Gigabyte. Zum Vergleich: Auf einer DVD lassen sich maximal 8,5 GB pro Seite unterbringen.

Die IFA zeigt bereits erste Prototypen von Playern und Recordern für diese neuen Medien.

DVD-Recorder

Die DVD gehört deshalb aber noch lange nicht zum alten Eisen. Insbesondere als Aufnahme-Medium macht sie derzeit eine steile Karriere.

Die DVD-Recorder der neuen Generation können auch Medien mit zwei Signalschichten bespielen – damit selbst Spielfilme mit Überlänge oder ganze TV-Serien Platz auf einer Scheibe haben.

Viele der neuen Modelle sind zusätzlich mit eingebauten Festplatten ausgerüstet, die Platz für hunderte von Programmstunden bieten.

Manche der neuen Digitalrecorder-Modelle haben auch eingebaute VHS-Laufwerke. So lassen sich analoge Video-Archive auf DVDs kopieren und für die Digital-Ära erhalten.

Handy-Fernsehen

Grenzüberschreitungen zwischen Gerätearten, Medienplattformen und Techniken sind eines der Kennzeichen der Digitalisierung. Im portablen Bereich entstehen dabei Multimediageräte mit weitgehenden Anwendungsmöglichkeiten.

So gibt es auf der IFA Smartphones zu sehen, die mit einer 3 Gigabyte grossen Festplatte neben einer Fülle von Daten auch ganze Musik- und Fotoarchive speichern.

Einige Aussteller zeigen gar Prototypen von Zukunfts-Handys, die fernsehähnliche Multimedia-Dienste empfangen können.

Gleich mehrere Techniken kommen für die Übertragung in Frage: unter anderem ein DVB-H genanntes Übertragungsverfahren, das auf der Basis von DVB-T funktioniert und speziell für den Strom sparenden Empfang ausgelegt ist, und das System Digital Multimedia Broadcast (DMB), das auf der Basis des Digitalradios DAB entwickelt wurde.

Beide Lösungen sollen bereits im Jahre 2006 für Handy-Fernsehen sorgen. Wie das funktioniert, kann im Technisch-Wissenschaftlichen Forum der IFA angeschaut werden.

DVB-T

Das digitale terrestrische Fernsehen DVB-T ist in Deutschland ein grosses Thema, hat aber auch in der Schweiz Zukunft.

Noch in diesem Jahr werden die Regionen Halle/Leipzig und Erfurt/Weimar auf DVB-T umstellen. Damit wächst in Deutschland die technische Reichweite der digitalen Ausstrahlung auf 47 Millionen potentielle Fernseh-Zuschauer an.

Die Akzeptanz des terrestrischen Digitalfernsehens ist gross. Bis zu 24 Programme sorgen für eine im analogen Antennenfernsehen undenkbare Programmvielfalt, die digitale Übertragung steht für störungsfreie Bildqualität, der mobile Empfang erlaubt den Fernsehgenuss auch unterwegs.

Die IFA zeigt, dass auch die Empfangsgeräte für DVB-T immer attraktiver werden. Empfänger in USB-Sticks machen das Notebook zum komfortablen Fernseher, mobile LCD-Empfänger haben gleich noch ein DVD-Player-Laufwerk an Bord, DVD-Set-Top-Boxen erscheinen immer häufiger mit eingebauten Festplatten für zeitversetztes Fernsehen oder für Timer-Aufnahmen.

High-Tech zum Fotografieren

Wer die Vorzüge moderner Digitaltechnik zur aktiven Gestaltung kreativer Hobbys nutzen möchte, der findet auf der IFA ein breites Angebot.

Markierten bei den Digitalkameras bis vor kurzem noch Modelle mit zwei oder drei Megapixeln die Einsteigerklasse, so spendieren die Hersteller ihren Kompakt-Kameras nun mindestens vier Millionen Pixel.

Auf der IFA werden auch Modelle mit acht bis neun Megapixeln zu sehen sein, die trotzdem nicht grösser als eine Zigarettenschachtel sind.

Neben der Auflösung haben die Hersteller die Reaktionszeiten verbessert. Die Kameras lösen schneller aus und fangen auch Motive ein, die früher längst aus dem Sucher verschwunden waren.

Manche Modelle bieten komfortable Bildstabilisatoren, die jeden Verwackler stoppen.

Vom Trend zu besserer Ausstattung profitieren nicht zuletzt auch die Spiegelreflex-Kameras.

Camcorder mit neuen Speichermedien

Im Video-Bereich werden neben den etablierten Mini-DV-Modellen auch Camcorder Modelle zu sehen sein, die nicht mehr mit einer Kassette, sondern mit einem acht Zentimeter kleinen DVD-Rohling als Aufnahmemedium arbeiten.

Die Vorzüge der Disc liegen auf der Hand: Das Vor- und Zurückspulen entfällt, jede aufgenommene Szene zeigt sich mit einem kleinen Vorschau-Bildchen im Inhaltsverzeichnis, und ein einziger Click genügt, um den gewünschten Video-Take sofort abzuspielen.

Aber auch andere Speichermedien gewinnen immer mehr an Bedeutung. Zum Beispiel winzige, fest eingebaute Festplatten oder Wechselfestplatten.

Die kleinsten Geräte für digitale Videos, zugeschnitten auf die Tasche im Freizeit-Hemd, speichern die Bilder sogar auf Chipkarten, also ganz ohne Mechanik.
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