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Publikationsdatum
22. Januar 2018
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Panasonic, das Filmstudio 20th Century Fox und Samsung verkündeten im Vorfeld der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas Updates zum neuen HDR10+ Standard. Zur IFA 2017 in Berlin angekündigt, entwickelten die Partner den neuen, offenen Standard für HDR-Inhalte (High Dynamic Range) bis heute weiter. Die drei Unternehmen beginnen ab sofort gemeinsam mit der Lizensierung von HDR+-Produkten und -Inhalten.

Dafür haben sie eine unabhängige HDR10+-Plattform geschaffen, die Metadaten für Content-Unternehmen, Ultra-HD-TVs, Blu-ray-Discs, Blu-ray-Player, Blu-ray-Recorder und Hersteller von Set-Top-Boxen sowie SoC-Anbieter lizenziert. Voraussetzung hierfür ist lediglich ein geringer Mitgliederbeitrag. Verbraucher können den neuen Standard am neuen Logo erkennen.

HDR10+ ist ein innovativer Standard, der die technologischen Stärken von HDR nutzt, um bestmögliche Fernseherlebnisse auf die TV-Geräte der nächsten Generation zu bringen. Die Technologie optimiert durch dynamisches Tonemapping die Darstellung jeder einzelnen Szene und erzeugt leuchtende Bilder in beispielloser Qualität.

Die verbesserten visuellen Erlebnisse ermöglichen es den Zuschauern, die Bilder so wahrzunehmen, wie es Regisseure und Filmemacher bei der Produktion beabsichtigt haben. Das HDR10+-Logo bescheinigt dem zertifizierten Produkt eine exzellente Bildqualität.

Für Partner, die den Standard für ihre Produkte übernehmen möchten, bietet HDR10+ gleich mehrere überzeugende Vorteile. So bietet HDR10+ eine Anlagenflexibilität, die es TV- und Geräteherstellern, Filmemachern und Content-Anbietern ermöglicht, den Standard in ihre Produktentwicklung einzubinden und so das Fernseherlebnis der Nutzer auf ein neues Qualitätsniveau zu heben. Die HDR10+-Plattform wird auch für zukünftige technologische Entwicklungen und Innovationen offen sein.

Wichtige Punkte des Lizenzprogramms

• Vorteile für Gerätehersteller (z. B., TV, Ultra-HD-Blu-ray, OTT STB, etc.), Content-Dienstleister, SoC-Produzenten, Herausgeber und Content-Creation-Tool-Anbieter
• keine Stücklizenzgebühr
• geringer Mitgliederbeitrag
• technische Spezifikationen, Prüfspezifikationen, HDR10+-Logo sowie ein Logo-Leitfaden erhalten Lizenznehmer direkt von den drei Gründungsunternehmen
• Zertifizierung von Produkten durch ein unabhängiges Prüfzentrum

Sobald das HDR10+-Programm frei zugänglich ist, werden die drei Gründungs­unternehmen die Technologie in allen künftigen Ultra-HD-Film-Veröffentlichungen, ausgewählten Fernsehern, Ultra-HD-Blu-ray-Playern und -Recordern sowie weiteren Produkten integrieren. Der neue Standard erhält schon jetzt grossen Zuspruch. Mehr als 25 Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen haben bereits ihr Interesse signalisiert.

Die drei HRD10+-Gründungsunternehmen (oben) und die ersten beiden Unterstützer (unten).

Amazon Prime Video gehört zu den ersten Streaming-Diensten, die HDR10+ weltweit unterstützen. Seit kurzem sind alle Prime-HDR-Videos in HDR10+-Qualität verfügbar, dazu gehören unter anderem Filme wie «The Grand Tour», die für den Golden Globe® nominierte Serie «The Marvelous Mrs. Maisel», «Jean-Claude Van Johnson», «The Tick und The Man in the High Castle» sowie viele weitere Lizenztitel.

Auch Warner Bros. Home Entertainment wird HDR10+ unterstützen, um Inhalte von Warner Bros. auf HDR10+-kompatiblen 4K-HDR-TVs von Panasonic, Samsung oder anderen Herstellern zu ermöglichen. «Warner Bros. strebt schon immer danach, seinen Kunden das Home-Entertainment-Erlebnis der neuesten Generation in den eigenen vier Wände zu bieten», sagt Jim Wuthrich, President of the Americas and Global Strategy bei Warner Bros. Home Entertainment. «Dank HDR10+ kann Warner Bros. die Vision der Filmemacher jetzt noch besser und detailreicher als zuvor auf die heimischen HDR10+-kompatiblen Fernseher bringen. Dies gilt nicht nur für unsere Neuerscheinungen im Jahr 2018, sondern auch für unser grosses Repertoire von über 75 4K-HDR-Titeln.»

«HDR10+ liefert dynamische Metadaten, die jede Szene genau beschreiben, und sorgt so für eine noch nie dagewesene Bildqualität», sagt Danny Kaye, Executive Vice President bei 20th Century Fox, and Managing Director des Fox Innovation Labs. «Unsere Zusammenarbeit mit Panasonic und Samsung ermöglicht es uns, neue Standards wie HDR10+ zu etablieren und damit die Visionen der Filmemacher auch über das Kino hinaus eins zu eins abzubilden.»

«Die drei führenden Unternehmen für Content und Hardware im Bereich Home Entertainment sind gleichzeitig auch die idealen Partner, um den HDR10+-Standard voranzutreiben und enorme Vorteile zu bieten – sowohl für die Verbraucher als auch für die kreativen Köpfe», sagt Toshiharu Tsutsui, Director der Panasonic TV Business Division. «Dementsprechend prognostizieren wir dem neuen HDR10+-Standard einen grossen Erfolg.»

«Wir sind fest entschlossen, die neuesten Technologietrends auf unseren TV-Geräten verfügbar zu machen. Wir sind überzeugt davon, dass HDR10+ erstklassige Inhalte liefern und für noch bildgewaltigere Fernseherlebnisse sorgen wird», so Jongsuk Chu, Senior Vice President Visual Display Business bei Samsung Electronics.

Weitere Informationen über das neue Lizenzprogramm HDR10+ sind auf der Website www.hdr10plus.org erhältlich.

avguide.ch meint

Und sie lernen es nie: Während man sich beim statischen HDR-Fernsehen, wo die Daten für den gesamten Film festgelegt sind, auf einen Standard einigen konnte (HDR10, UHD-Alliance), buhlen bei der dynamischen HDR-Anpassung, die jedes einzelne Bild berücksichtigt und dadurch die Bilddarstellung noch einmal deutlich verbessert, zwei verschiedene Systeme um die Gunst von Geräteherstellern, Filmstudios und Streaming-Diensten.

Zum einen sind da die Dolby Laboratories, die versuchen, ihr Dolby Vision durchzusetzen, dafür jedoch Lizenzgebühren verlangen. Unterstützt werden sie von Sony, Paramount, Universal und Apple. Auf der anderen Seite steht das Konkurrenzformat HDR10+ von Samsung, Panasonic und 20th Century Fox, das zwar etwas später auf den Markt kam, mit Amazon Prime Video und Warner Bros. Home Entertainment jedoch gleich zwei gewichtige Mitkämpfer ins Boot holen konnte. Da sich noch nicht alle Filmstudios auf ein Format geeignet haben, bahnt sich einmal mehr ein weiterer Formatkrieg an.