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Callisto

Das Callisto-System steht kurz vor der Markteinführung. Die Prototypen klangen überaus vielversprechend.Das Callisto-System steht kurz vor der Markteinführung. Die Prototypen klangen überaus vielversprechend.

Mit Callisto geht Dali neue Wege in die bereits klar erkennbare Richtung von HiFi-Systemen, die aus weniger Komponenten bestehen und die in Wohnräumen flexibler und einfacher eingesetzt werden können. Die Betonung liegt auf HiFi. Lautsprecher-Hersteller mit Tradition leiden ganz allgemein darunter, dass das authentische, ergreifend emotionale Musikerlebnis bei vielen mitunter populären Lösungen nur noch herbeigeredet wird.

Wer vor Callisto sitzt, sitzt vor 2 Standlautsprechern und dem Sound Hub. Im ersten Moment sieht es so aus wie immer. Die sichtbare Erscheinung der Callisto-Lautsprecher unterscheidet sich nicht von Lautsprechern, wie wir sie kennen. Form follows Function. Man verzichtet auf Extravaganzen.

Eigenschaften

Die Lautsprecher sind aktive Zweiweg-Systeme mit einer digitalen Frequenzweiche und einem DSP, das sehr moderat, vielleicht sogar etwas sehr vorsichtig eingesetzt wird. Sie werden wireless vom Sound Hub versorgt mit 24Bit/96kHz. Die Wireless-Verbindung arbeitet autonom und ist nicht von einem WLAN abhängig. Der Übertragungsstandard (Protokoll) ist eine Variante von Clearnet.

Die Callisto-Lautsprecher können auch analog angesteuert werden in Verbindung zu einem Vorverstärker oder einer Quelle mit regelbarer Lautstärke.

Der Sound Hub ist ein Streaminggerät mit integrierter Bluesound-Technologie und allen Möglichkeiten, die sich damit ergeben (Roon End Point, Bluetooth Aptx HD Audio, Streamingdienste, Google Chromecast usw.). Die digitale Lautstärkenregelung von Bluesound ist aber nicht in Betrieb. Das Ausgangssignal ist fix und wird in der Digital Domain der Lautsprecher geregelt.

Dazu gesellen sich allerlei spannende Bedienungseffekte, die nicht klangrelevant sind, aber heute einfach dazugehören. Man kann die Lautstärke nicht nur mit dem Smartphone oder am Sound Hub regeln, sondern auch, indem man mit der Hand über die Oberseite der Lautsprecher wischt. Die Lautstärke wird visuell an den Lautsprecher an einer LED-Balkenanzeige sichtbar.

Klang

Beeindruckend an der Vorführung war die grosse, souveräne Klangbühne, die exakte und natürliche Platzierung der Instrumente und Stimmen sowie das klare, transparente und jede Aggressivität vermissende Klangbild. Die Phasen und Zeitverhältnisse schienen mir richtig. Das führte zu einem recht breiten, tonalen Sweetspot.

Der Bassbereich wirkte raumbedingt noch etwas suboptimal Raummoden-geplagt. Trotz aktiver Technologie arbeiten die Lautsprecher nach dem Bassreflex-Prinzip mit rückseitiger Position des Reflexrohrs. Die Lautsprecher verlangen wie gewohnt eine sorgfältige Aufstellung. Es handelte sich allerdings noch um den Prototypen, der bis zur Markteinführung noch optimiert wird.

Positionierung im Markt

Mit einem Systempreis von ca. 4100 Euro will Dali mit Callisto vor allem moderne, audiophile Musikhörer ansprechen, Leute, die sich heute eher ein kabelloses Lifestyle-Audiosystem mit fraglicher Klangqualität aber hohem Bedienungskomfort gönnen. Der Systempreis ist bei der gehörten Klangqualität eine ernsthafte Kampfansage.

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