Von Analog pur bis total Digital
Bedienelemente
Erlebnis Bandmaschine
Eingefleischte Analog-Fans wurden im Klangschloss gleichfalls bestens bedient. Eine höchst beliebte Anlaufstelle war wie immer der Raum, in dem Jürg Schopper von Swissonor alte Plattenspieler und Tonbandmaschinen präsentierte.
Eine Studer C 37 wurde gar "nackt" gezeigt – das Innenleben eines solchen Magnettonaufzeichnungs-Dinosauriers ist ein fulminanter Anblick. Mit Kopien originaler Masterbänder bereitete Schopper schöne Hörerlebnisse, wobei in einer Vorführung der etwas verwellte und damit Schleifgeräusche verursachende Teller für einen freitragenden Wickel manchen Besucher irritierte.
Jürg Schopper gewährt einen Blick ins Innenleben der Studer C 37.Für den Autor machte Schopper, wie gewohnt auch mit einer Phalanx restaurierter Lenco- und Thorens-Plattenspieler angetreten, dieses Manko mehr als wett mit einer Demonstration, die jeden Beatles-Fan in den Bann zog: Er hatte eine der extrem seltenen "Kangooroo"-Pressungen von "Rubber Soul" dabei. Also der Ausgabe, die von EMI in den 1960er-Jahren aus dem Verkehr gezogen wurde, weil sie wegen unbegrenzt geschnittener Dynamik und sattem Bass die Nadeln der damaligen Plattenfräsen in den Jugendzimmern zum Springen brachten. Wie das heute mit adäquaten Abtastern übertragen klingt, lässt höchstens das Herz hüpfen.

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