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Nicht mehr klein, aber fein!

Report vom Klangschloss 2017

Mit einem neuen Besucherrekord ging die zwölfte HighEnd-Show im Schloss Greifensee zu Ende. Das Klangschloss hat sich etabliert als noble Adresse für den guten Ton.

Von Lothar Brandt · · Seite 1 von 3
Prachtvolles Wetter in Greifensee. Das Schloss erwartet die Liebhaber hochwertiger Musikanlagen.
Die Besucher kamen in den Genuss hochwertiger Audiosysteme (Bild Klangschloss).
Das Spektrum reichte von nicht ganz so preiswerten Komponenten wie bei TAD ...
Bis zu den schmucken und preiswerten Röhrenvollverstärkern von Blue Aura für 700 Franken.
Natürlich durfte auch der Schallplattenmarkt nicht fehlen (Bild Klangschloss).
Und auch Geselligkeit bei der Verpflegung gehört zum Klangschloss.
Der Trend zu gehobenen Kopfhörern ist ungebrochen. Die Hörprobe überzeugt: Der Stax SR 007 gehört zu Besten.
Bella Italia sowohl im Design und Klang. Die brandneue Tradition-Serie von Sonus Faber bei voice70.
Ein Geheimtipp für jede Loft: Die Lautsprecher von PSI-Audio mit rein analogen elektronischen Filtern und integriertem Verstärker. Dazu erstaunlich preiswert. Made in Yverdon-les-Bains.
Der Raumprozessor von Illusonic im 3.1-Setup mit Centerlautsprecher und Subwoofer von Klangwerk zeigt, wie Stereoquellen dank dem Center noch authentischer klingen können.
Thomas Flammer von voice70 zeigt mit einem Heimkino-Setup aus Devialet-Phantom-Lautsprechern und einem 75-Zoll-Panasonic-Fernseher, was für ein faszinierendes Erlebnis aus grossem Bild und hochwertigem Audio entsteht.
Günter Tobian präsentiert seine handwerklich perfekt gefertigte Linie aus Plattenspieler, Röhrenverstärkern und Vollbereichslautsprecher.
Thierry Mayer brachte diesmal die Focal-Sopra-3-Lautsprecher mit Devialet-Verstärkern mit und demonstrierte, was sich mit Tuning-Massnahmen noch zusätzlich aus französischen Kette rausholen lässt.
Die Demos mit Masterbändern aus russischen Archiven auf einer restaurierten Studer C 37 abgespielt gehörten wie schon im Vorjahr zu den absoluten Highlights am Klangschloss: Ein Shangri-La für jeden Klang- und Musikliebhaber...
Aus russischen Archiven und aufgenommen noch in Sowjet-Zeiten. Sergey Stadler spielt auf einer Stradivari Tschaikowski mit dem Bolschoi-Theater-Orchester. Klanglich UND musikalisch wie nicht mehr von dieser Welt…
Da traten die exklusiven, liebevoll von Jürg Schopper restaurierten Plattenspieler-Raritäten schon fast in den Hintergrund.
Die Zukunft ist aktiv und digital, beschwört Kii Audio. Wenn man die Präzision und den resonanzfreien Tiefbass der Kii im kleinen Gehäuse gehört hat, könnte man zustimmen.
Wadim Gratschow von MBL liess es sich nicht nehmen, persönlich von Berlin anzureisen.
Musikreaktor und Fachjournalist Lothar Brandt führte eloquent und begleitet durch zahlreiche Beispiele durch die wohl kreativste Phase der Popmusik: die Flowerpower-Ära Ende der Sechzigerjahre (Bild Klangschloss).
Klangschloss-Mastermind Markus Thomann organisierte auch dies Jahr wieder hochkarätige Vorträge.
Jürg Vogt, Werkstoffingenieur und Inhaber der Firma Vovox, wagte sich ans heikle Thema Klangunterschiede bei Kabeln. Sein Fazit: Genau hinhören, aber nur im Blindtest beurteilen ergibt nachvollziehbare Ergebnisse jenseits vom Marketing. (Bild Klangschloss)
Die Aktivlautsprecher Ella vom Klangwerk sind eine Ode an guten Klang gepaart mit Designkunst. Der neue Subwoofer rechts unten ist noch ein Prototyp. (Bild Klangschloss)
Eine echte Attraktion: Die Livebox von Daniel Weiss für binaurales Hören. Viele waren sich einig, das Resultat ist näher am Live-Erlebnis als Stereo. (Bild Klangschloss)
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Das Dutzend ist voll. Zum zwölften Mal lud Veranstalter Markus Thomann in das Klangschloss. Doch Dutzendware gab es in dem malerischen Gebäude zu Greifensee nahe Zürich auch dieses Jahr nicht zu sehen – vielmehr stand wie immer erlesenes Audio-Equipment zum «Luege und Lose» in den ehrwürdigen Räumlichkeiten parat. Wie gleichfalls schon gewohnt, ergänzt um einen engagiert betreuten Schallplatten-Marktplatz im Kellergewölbe, schmackhafte Versorgung von und mit Speis und Trank sowie einem attraktiven Vortragsprogramm.

avguide.ch als Medienpartner des Klangschlosses war natürlich auch heuer am Wochenende vom 29./30. April vor Ort. Der Wettergott muss audiophile Neigungen haben, denn auch dieses Mal strahlte die Sonne von einem herrlich blauen Himmel, nachdem es am Freitag noch aus einem bewölkten, gut durchkühlten Firmament teils kräftig geregnet hatte. Das gute Wetter zog auch zahlreiche Touristen, Bootsfahrer und Wassersportler zum nahen See, so dass schon bald die Parkplätze knapp wurden. Was der guten Laune jedoch überhaupt keinen Abbruch tat – ein paar Meter mehr zu Fuss durch die warme, frische Luft zu gehen, trug eher noch dazu bei.

Schon am frühem Samstagmorgen zeigte sich das Klangschloss gut besucht, und Veranstalter Markus Thomann schon recht zufrieden. Wobei der Chef des Zürcher Unternehmens Klangwerk gegenüber avguide.ch klar machte, dass er sich selber gar nicht so gerne in den Vordergrund gestellt sieht. Denn "das Klangschloss ist eine partnerschaftliche Veranstaltung mit den Ausstellern, die uns zum Teil schon über ein Jahrzehnt die Treue halten. Dieser Geist ist es, der die Veranstaltung so besonders macht."

Recht hat er. Die Tuchfühlung der Aussteller und ihrer Produkte mit den Konsumenten und die wahrhaft publikumsnahen Präsentationen heben sich wohltuend ab von anderen, durchgestylten und durchorganisierten Highend-Präsentationen. Dass Thomann am Ende mit 650 zahlenden Besuchern einen neuen Rekord für seine nun nicht mehr ganz so kleine, aber immer noch feine Messe verzeichnen durfte, freut natürlich umso mehr.

Der Autor Lothar Brandt
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