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MUSIKREZENSION
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Publikationsdatum
25. Oktober 2004
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Normalerweise lässt ein Sound Engineer den Solisten, sei es ein(e) Sänger(in), Pianist(in) etc. bei einer 5.1-Aufnahme hauptsächlich über den Centerkanal erschallen.

Nicht so bei der 2003 im Colosseum in Watford von einer englischen Crew gemachten DECCA Aufnahme mit der Starsopranistin Renée Fleming.

Den Centerkanal benutzt man lediglich dazu, zum Beispiel die begleitende Laute und das Cembalo zu übertragen: Die Solistin erklingt aus den beiden Frontlautsprechern links und rechts wie bei einer normalen Stereoaufnahme.

Die Stimme klingt, Sitzplatz genau in der Mitte vorausgesetzt, als käme sie haargenau aus der Mitte und wirkt offen und sehr breit. Man nennt dies auch „Phantomschallquelle“.

Schlagartig ändert sich dies, wenn sich der Hörer etwas links oder rechts der Mitte befindet. Dann nämlich wandert die Stimme nach links oder rechts und aus ist's mit der schönen, ausgewogenen Frontperspektive.

Im Prinzip handelt es sich hier um eine aufgemotzte Stereoaufnahme, der man etwas Sound im Mittenkanal und leise Raumanteile über die Rearboxen hinzugemischt hat.

Betrug also? Tatsache ist, dass die Aufnahme einfach hervorragend klingt.

Dies aber nur dann, wenn man am optimalen Sitzplatz genau in der Mitte der Frontboxen sitzt.
Wie Anno dazumal im Stereozeitalter...

Die Starsolistin bringt die Händel-Ohrwürmer mit Bravour, von Harry Beck und dem Orchestra of the Age of Enlightenment bestens unterstützt.

Klanglich und musikalisch ein Ohrenschmaus.
STECKBRIEF
Albumtitel:
Renée Fleming , Handel
Komponist:
Händel
Label:
DECCA
Jahr:
2003
Bestellnummer:
475 6186
Tonformat:
Stereo, Mehrkanal
Medium:
Hybrid SA-CD
Musikwertung:
10
Klangwertung:
8
Preis:
40.00
Wettbewerb