24. Mai 2018 | seit 1999
MUSIKREZENSION
ARTIKEL
Publikationsdatum
8. August 2005
Themen
Drucken
Teilen mit Twitter
Auf seiner neusten Aufnahme spielen Carlo Franzetti und „The Jazz Kamerata“ Kompositionen von Miles Davis, Pat Metheny, Keith Jarret und anderen hochkarätigen Musikern.

Das tönt verlockend.

Dieses Ensemble besteht aus einem Streichquintett mit Violinen, Bratsche, Cello und Kontrabass. Hinzu kommen Klavier, Flöte, Klarinette und diverse Saxophonarten.

Das stimmt kritisch.

Denn: Jazz und Streicherensembles haben in der Vergangenheit noch nie so recht zueinander gepasst.

Auch ergaben sich sehr oft peinliche Momente, wenn Musiker mit klassischer Ausbildung, insbesondere Streicher, zu „jazzen“ versuchten.

Die ersten Paar Takte zeigen aber klar, dass man hier gar nicht danach trachtet, irgendwelchen Jazzmeistern den Rang abzulaufen.

Das ganze klingt denn auch nicht nach „kammermusikalischem Jazz“, sondern ganz klar nach Salonmusik.

Hier blitzen geschmeidig-schnulzige Sax-Solis und elegante Klavierpassagen auf, die dann wieder von melancholisch-süss-schluchzenden Streicherklängen abgelöst werden.

Musik also, die man als Backgroundmusik benutzen kann, die aber als Alleinunterhaltung nicht zu faszinieren vermag.

Wie man es vom audiophilen Label Chesky gewohnt ist, klingt die Aufnahme absolut hervorragend.

Auf den Centerkanal verzichtet man hier aus Prinzip. Trotzdem klingt die Aufnahme extrem transparent und dennoch räumlich.

Kein Wunder, denn der Produzent ist niemand anders als Altmeister David Chesky höchstpersönlich.
STECKBRIEF
Albumtitel:
The Jazz Kamerata
Komponist:
Div
Label:
Chesky
Jahr:
2005
Bestellnummer:
SACD287
Tonformat:
Stereo, 4.0
Medium:
Hybrid SACD
Musikwertung:
5
Klangwertung:
10
Preis:
32.00