17. August 2018 | seit 1999
TESTBERICHT
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Publikationsdatum
19. Januar 2004
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Und sie dreht sich doch! Nicht die ganze Kamera, aber zumindest der seitliche Objektivblock lässt sich um 180 Grad drehen.

Zuerst steht die Camcorder-Linse vorn und die entsprechenden Bedienelemente oben, dann die Optik für die Digitalfotokamera mit ausklappbarem Blitz.

War die Fotoabteilung vieler bisheriger Camcorder eher als Notlösung gedacht, macht Samsung mit einem 4.13 Megapixel-Chip und einer maximalen Auflösung von 2272 x 1704 Pixeln keine halben Sachen.

Der Dreh zum Camcorder

Der gesamte Objektivblock lässt sich in Richtung Camcorder oder Digitalfoto drehen.
Der gesamte Objektivblock lässt sich in Richtung Camcorder oder Digitalfoto drehen.
Zum Vorschein kommt die Linse mit optischem 10fach Zoom (f = 2.7 – 27 mm), einer Lichtstärke F1.4 bis F1.8 und einem 30 mm Filtergewinde.

Die Ausstattung des Camcorder-Teils scheint weitgehend komplett. Nützlich sind dabei der elektronische Bildstabilisator und zu Beginn der Easy-Modus, welcher mit einem Tastendruck die ganze Einstellungsarbeit übernimmt.

Erfahrene Anwender schätzen aber auch die schnell zugänglichen manuellen Änderungsmöglichkeiten an Belichtungszeit, Blende und dem Focus.

Auch digitale Gadgets sind vorhanden, allen voran die Night Capture-Funktion, welche in absoluter Dunkelheit mit Infrarotlicht zu neuer Sicht verhilft.

Digitale Kommunikation

Der DV-Ein-/Ausgang ermöglicht digitales Kopieren der Aufnahmen auf den Computer und zurück aufs Band.
Der DV-Ein-/Ausgang ermöglicht digitales Kopieren der Aufnahmen auf den Computer und zurück aufs Band.
Um die Vorteile der digitalen Aufnahme voll zu nutzen, bietet der Samsung neben den analogen Ausgängen auch einen DV- (Video) und USB-Anschluss (Foto).

Im Lieferumfang der Kamera enthalten sind die Softwarepakete Photo Express SE und Video Studio SE DVD von Ulead, damit der selbstgebrannten DVD nichts mehr im Wege steht.

Evolution oder Revolution im Camcorderbereich?

Keine Fragen offen lässt die Bedienung des Camcorders. Alle Tasten sind passend beschriftet und gut erreichbar, das Menü enthält keine verwirrenden Überraschungen.

So gelingen selbst dem ungeübten Kameramann auf Anhieb gute Bilder, und er darf getrost der Easy-Funktion die Aufgaben überlassen.

So oder so sollte respektive kann der Bildstabilisator immer eingeschaltet bleiben, denn seine wichtige Arbeit fällt bis auf wenige Einzelfälle nie auf.

Für passionierte Filmer wird der manuelle Focus eher zum Thema, um den Autofocus zu entlasten.
Nicht besonders liegen dem Samsung schlechte Lichtverhältnisse, selbst wenn die Night Capture-Funktion auch im absoluten Dunkel die nächsten zwei, drei Meter vor der Kamrea zeigt.

Im Normalbetrieb zieren bald vertikale Muster die dunkleren Bereiche.

Der gute Ton

Das eingebaute Stereomikrofon macht seine Arbeit gut.
Das eingebaute Stereomikrofon macht seine Arbeit gut.
Zum Bild gehört der passende Ton. Hier meistert das eingebaute Stereo-Mikrofon die Aufgabe bereits sehr gut, nimmt zwar etwas Laufwerksgeräusch mit, aber keinen Ton vom Zoom.

Stimmen bleiben selbst in lauter, lärmiger Umgebung verständlich, und Musik spielt sogar mit etwas Körper und Klang.

Die Reduktion der Auflösung von 16 auf 12 Bit ändert am Ergebnis nichts, dafür steht jetzt eine weitere Spur zum Nachvertonen bereit.

Angeschlossen werden kann ein externes Mikrofon oder ein Linesignal.

Ein weiterer Dreh zur Digitalkamera

Wird die Kamera nun eingeschaltet, fährt das Foto-Objektiv aus dem Gehäuse. Ein 3fach optisches Zoom ist es nun (f = 7.7 – 23.1 mm), mit einer Lichtstärke von F2.7 bis F4.9.

Die zusätzliche Makrofunktion erweitert den Schärfebereich nach unten auf 30 bis 80 cm.

Vier verschiedene Auflösungen in zwei Formaten und drei Qualitätsstufen stehen zur Auswahl, gespeichert wird auf einen Memory Stick mit maximal 128 MB.

Die manuellen Möglichkeiten beschränken sich auf Blitz, Schärfe, Blende und die Fixierung des Weissabgleichs.

Verschiedene digitale Tricks lassen Raum für Versuche; die Easy-Funktion macht dem Anwender erneut das Leben leicht.

Das Fotoshooting

Im Vergleich zu einer durchschnittlichen Digitalkamera ist der Samsung Camcorder-Kombi etwas gross, meist wagen sich nur Spiegelreflexkameras in diese Dimensionen.

Dafür liegt er gut in der Hand, lässt sich einfach bedienen und vereint zwei Geräte in einem.

Die Bilder brauchen den Vergleich mit reinen Vertretern ihrer Zunft nicht zu scheuen, und die Auflösung von 4 Megapixeln bürgt selbst für grosse, hochwertige Abzüge.

Kritik gefallen lassen muss sich erneut der Autofocus, welcher lange braucht, um sich zu entscheiden. Entsprechend vergehen selbst ohne Blitz vom Auslösezeitpunkt bis zur Belichtung rund zwei Sekunden.

Nach einer ganzen Umdrehung

Schön, dass der Digitalfototeil des Samsung VP-D5000i nicht nur als Notnagel dient, sondern vollwertige Bilder schiesst.

Schön auch, dass der Camcorderteil seine Arbeit genauso gut erledigt.

Schade eigentlich, dass das optische 10fach Zoom nur dem Camcorderteil zur Verfügung steht.

Unter dem Strich also eine Kamera, für alle, welche sich nicht zwischen bewegten und stehenden Bildern entscheiden können. Samsung hat sie beide, in einem Gerät.
STECKBRIEF
Preis:
Fr. 2.198.-
Profil:
Der fotografierende Camcorder für alle, die sich nicht zwischen stehenden und bewegten Bildern entscheiden können.
Pro:
Camcorder und Foto in einem, Ausstattung, Anschlüsse, Fotoqualität, Lieferumfang (zwei Akkus und Software)
Contra:
Auslöseverzögerung, Autofocus
Ausstattung:
5 cm LCD-Display mit 211 000 Pixeln
DV Ein-/Ausgang
USB-Anschluss
Memory Stick (max. 125 MB)
Bildstabilisator
Eingebauter Blitz
Nachtsichtfunktion
Technische Daten:
Video:
800 000 Pixel
1/6 Zoll Chip
optisches 10fach Zoom
Foto:
4.13 Megapixel
1/1.8 Zoll Chip
optisches 3fach Zoom
96 x 82 x 140 mm (BxHxT)
700 g
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