16. November 2018 | seit 1999
TESTBERICHT
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Publikationsdatum
23. Oktober 2006
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Bitte recht freundlich, und nicht bewegen! Denn gegen einen Zappelphilipp vor der Kamera sind auch optische Bildstabilisatoren machtlos. Neu hilft hier die Intelligent ISO Control I.I.C.. Sie analysiert das Motiv, erkennt Bewegungen und erhöht automatisch die Empfindlichkeit, so dass mit kurzer Belichtungszeit Ruhe einkehrt ins Bild.
Eine gelungene Ergänzung des OIS, des optischen Bildstabilisators, den Panasonic neben der DMC FZ50 in allen ihren Kameramodellen anbietet. Aber sie kann noch deutlich mehr.

Von Anfang an

Kein Ausfahren mehr: Das Objektiv bleibt immer in seiner Position, ausgestattet mit einem 55 mm Filtergewinde.
Es war einmal die FZ1, bereits mit Leica-Objektiv, 12fach optischem Zoom und optischem Bildstabilisator ausgestattet – wie die FZ50 heute. Doch die Auflösung lag bei ganzen 2 Megapixeln, Objektiv statt Pixelflut war die Devise.
Heute unterteilt die FZ50 das Bild in 10 Millionen Punkte, das 5fache von damals. Entsprechend wuchs der Bildsensor von knapp 8 auf über 14 mm Diagonale, was gleichzeitig der Empfindlichkeit zugute kam. Neu sind maximal ISO 1600 möglich, statt der damaligen ISO 400.
Dies hatte Auswirkungen aufs Objektiv und somit auf die ganze Kamera, welche spürbar an Masse und Grösse gewann. Erstaunlich gut präsentiert sich die Anfangslichtstärke mit F2.8 bis F3.7 im Telebereich, abblendbar bis F11.

Ein Blick von aussen

Richtig aufgeräumt: Die Bedienelemente liegen genau richtig, das 50 mm LC-Display lässt sich drehen und schwenken.
Trotz oder eher dank Gewicht und Masse liegt die FZ50 sehr gut in der Hand, wie eine erwachsene Kamera. Die Bedienelemente liegen richtig und erlauben, gerade zusammen mit dem dreh- und schwenkbaren Display, Schnappschüsse aus einer Hand, überkopf, seitlich, egal wie. Einzig das 50 mm Display hinkt, trotz 207'000 Pixeln, den heute gewohnten Diagonalen hinterher.
Dafür, wenn wir schon beim Äusseren sind, bietet die Panasonic mit ihrem manuellen Fokus- und Brennweitenring echtes Spiegelreflexfeeling. Butterzart dreht sich das Rad im manuellen Fokusmode, der sich schnell von AF umschalten lässt. Gleichzeitig vergrössert das Display einen Ausschnitt im Zentrum für die exakte Kontrolle. Im Notfall hilft ein Druck auf die Focus-Taste, und die Automatik hilft schnell weiter.

Totale Kontrolle

Analoges Feeling: Unter anderem machen die Drehringe für Fokus und Zoom die FZ50 zur Spiegelreflex-Konkurrenz.
Überhaupt gewährt die FZ50 totale manuelle Kontrolle über alle Funktionen, sofern gewünscht. Auch eine spezielle, selbst programmierte Einstellung lässt sie schnell speichern und wieder abrufen, unter Custom auf dem Programmwählrad.
Ebenfalls sehr schnell der Zugriff auf den Blitz, der mit einer Bewegung aufklappt und sich so aktiviert. Bereits das eingebaute Modell reicht ziemlich weit, ansonsten verhilft der Blitzschuh zu Kontakt zu mehr Leistung.
Interessant auch die rote AF-Hilfslampe, welche im stockdunklen Raum für den richtigen Fokus sorgt. Aber irgendwie reicht ihr Radius nicht so weit, wie bei anderen Panasonic-Modellen.

Der Leica-Faktor

Von 35 bis 420 mm reicht der Brennweitenbereich, was bei voller Auflösung einem 12fach Zoom entspricht.
Genauso gefühlvoll, geradezu analog, dreht sich der Zoomring ums Leica-Objektiv und setzt die Brennweite millimetergenau bis zum maximalen Faktor 12. Dieser gilt übrigens nur für maximale Auflösung. Wird diese reduziert, zum Beispiel von 10 auf 3 Megapixel, so benutzt die FZ50 die restlichen Pixel weiter. Damit entsteht aus dem optischen 12fach Zoom bei 10 effektiv ein optisches 21,4fach Zoom bei 3 Megapixeln. Bei solch gewaltigen Faktoren spielt der optische Bildstabilisator OIS eine tragende Rolle, um die unruhige Hand auszugleichen. Dies zeigen Vergleichsbilder bei ungünstigem Licht sehr deutlich. Drei bis vier Belichtungsstufen lassen sich so gewinnen, um aus der freien Hand saubere Bilder zu schiessen.
Einen riesigen Fortschritt, gerade im Vergleich zum Urmodell FZ 1, zeigt das Objektiv der FZ50 bezüglich tonnenförmigem Verzug.

Die Venus-Engine III

Links mit OIS, rechts ohne: Der optische Bildstabilisator rettet die Freihandgrenze über drei bis vier Belichtungsstufen.
Sie behält mit der Intelligent ISO Control die Aufsicht über Empfindlichkeit und Belichtungszeit. Um Rauschen vorzubeugen, sollte die Empfindlichkeit nämlich möglichst klein bleiben. Was beim erwähnten Zappelphilipp durch die längere Belichtungszeit zu Bewegungsunschärfe führt. Die Venus-Engine III wacht daher über die Bewegungen des Motivs, um diese beiden Parameter anzupassen. Zusammen mit einer effektiveren Rauschunterdrückung wirken die Bilder der FZ50 in dunklen Stellen tatsächlich wesentlich ruhiger als bisher, aber auch im Vergleich zu mancher kompakten Konkurrenz. Hier zeigt sich die vorteilhafte Kombination von Objektiv, Sensor und Elektronik.

Zum Schluss

Keine Kompakt- aber auch noch keine Spiegelreflexkamera: Die Panasonic DMC-FZ50 bietet sich aber als Alternative dazu an.
Sie ist keine immer-und-überall-dabei-Kamera, dafür ist die Panasonic FZ50 zu gross. Andererseits ist sie auch keine Spiegelreflexkamera, aber eine Konkurrenz dazu. Oder sagen wir besser, eine Alternative, je nach Anspruch des Anwenders. Denn ihre Bilder sind, schlicht zusammengefasst, natürlich. Mit überzeugenden Farben, klar umrissenen Kanten, ruhigen Flächen. Und dank 10 Megapixeln bleibt genug Raum für Vergrösserungen oder Ausschnitte.
Wer kein Wechselobjektiv braucht – dank Filtergewinde sind für die FZ50 auch Objektivaufsätze erhältlich – sollte sich die Panasonic ansehen.
STECKBRIEF
Modell:
DMC-FZ50EG-K
Profil:
Nicht nur physikalisch gross, auch gross in der Leistung: ein gewaltiges optisches Zoom kombiniert mit optischem Bildstabilisator und 10 Megapixeln Auflösung. Je nach Anforderung eine echte Alternative zur Spiegelreflexkamera.
Pro:
Objektiv mit hoher Lichtstärke; 10fach optisches Zoom; Optischer Bildstabilisator; Bildqualität mit 10 Megapixeln; Sehr schnell betriebsbereit; Manuelle Einstellmöglichkeiten
Contra:
Kleiner Monitor
Preis:
999.00 CHF
Hersteller:
Jahrgang:
2006
Vertrieb:
Masse:
141 x 86 x 138 mm
Gewicht:
0,668 kg
Farbe:
schwarz
Auflösung:
3648 x 2736
Aufnahmedistanz:
30 cm bis unendlich, 5 cm Makro
Bildsensor:
1/1,8 Zoll CCD
Brennweite:
35 - 420 mm (35 mm KB)
Datenformat:
JPEG, DPOF kompatibel
Digitalzoom:
4 x
Empfindlichkeit ISO:
Auto / Int. ISO / 100 / 200 / 400 /800 / 1600 [Hochempfindlichkeitsmodus: ISO 3200]
LCD Monitor:
2,0 Zoll TFT, 207'000 Pixel
Objektiv:
F2.8 - 3.7
Optisches Zoom:
12 x
Pixel:
10,1 Mega
Schnittstelle:
USB, AV
Speichermedien:
SD, SDHC, Multimedia Card
Verschlusszeit:
60 - 1/2000
Videoaufnahme:
640x480 / 320x240 (30/10 B/s)
Modell:
DMC-FZ50EG-S
Preis:
999.00 CHF
Hersteller:
Jahrgang:
2006
Vertrieb:
Masse:
141 x 86 x 138 mm
Gewicht:
0,668 kg
Farbe:
silber
Auflösung:
3648 x 2736
Aufnahmedistanz:
30 cm bis unendlich, 5 cm Makro
Bildsensor:
1/1,8 Zoll CCD
Brennweite:
35 - 420 mm (35 mm KB)
Datenformat:
JPEG, DPOF kompatibel
Digitalzoom:
4 x
Empfindlichkeit ISO:
Auto / Int. ISO / 100 / 200 / 400 /800 / 1600 [Hochempfindlichkeitsmodus: ISO 3200]
LCD Monitor:
2,0 Zoll TFT, 207'000 Pixel
Objektiv:
F2.8 - 3.7
Optisches Zoom:
12 x
Pixel:
10,1 Mega
Schnittstelle:
USB, AV
Speichermedien:
SD, SDHC, Multimedia Card
Verschlusszeit:
60 - 1/2000
Videoaufnahme:
640x480 / 320x240 (30/10 B/s)
Wettbewerb