23. Oktober 2018 | seit 1999
TESTBERICHT
ARTIKEL
Publikationsdatum
6. Dezember 2004
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Die Problematik besteht darin, die gewaltige Zoomkraft mit der hohen Auflösung, der Lichtempfindlichkeit und dem Wunsch nach kompakter Grösse unter einen Hut zu bringen. Denn je höher die Auflösung, desto unempfindlicher der Chip – bei gleicher Baugrösse. Dies bedeutet längere Belichtungszeiten, was die Anforderungen an die ruhige Hand bei starken Zoomfaktoren ins Unmögliche steigen lässt. Und ein grösserer, lichtstärkerer Chip verlangt, bei gleichem optischem Zoom, nach einem grösseren Objektiv.
Wie durchbricht die Panasonic Lumix DMC-FZ20 diesen Teufelskreis?

Des Rätsels Lösung

Am anderen Ende der Skala: Im Makro-Modus besteht die Gefahr, mit dem Objektiv das Objekt zu verschieben.
Fünf Megapixel Auflösung für Bilder im Format 2560 x 1920 Pixel, dazu ein Objektiv mit 36 bis 432 mm Brennweite und einer sensationellen Lichtstärke von 1:2.8 über den ganzen Bereich stecken in 135 x 87 x 106 mm bei ganzen 556 g Gewicht.
Möglich macht dies ein Leica DC Vario-Elmarit Objektiv sowie ein optischer Bildstabilisator in zwei wählbaren Stufen. Eine bewegliche Linsengruppe gleicht also Bewegungen der Hand aus, gesteuert durch Gyrosensoren. Damit lassen sich gegenüber der Regel Belichtungszeit maximal 1/Brennweite mehrere, wertvolle Belichtungsstufen gewinnen, um auch bei hohen Zoomfaktoren und ungünstigem Licht noch gute Resultate zu erzielen.

Eine lange, lange Liste

Manuell lässt sich der Fokus per Objektivring einstellen, und zur Kontrolle vergrössert das Display einen Ausschnitt.
Ausstattung und Merkmale der FZ20 füllen eine lange, lange Liste. Einer der wichtigsten Punkte überhaupt, dass sie vom Vollautomaten bis zur vollmanuellen Bedienung jeden Wunsch erfüllt, inklusive anpassbarer Blitzleistung.
Ganz im Sinne einer Spiegelreflexkamera lässt sich die Schärfe manuell an einem Objektivring einstellen, wobei im Zentrum des 2 Zoll LCD-Monitors ein Ausschnitt zur Kontrolle vergrössert wird. Und ein Messlicht ermöglicht dem Autofocus der Panasonic, selbst in stockdunklen Räumen die richtige Einstellung zu finden – auch dieses übrigens ausschaltbar.

Verbessert und ergänzt

Neben dem starken ausklappbaren Blitz hilft der Blitzschuh bei noch höheren Ansprüchen weiter.
Apropos Blitz: Reicht der eingebaute, aufklappbare nicht aus, hilft der Blitzschuh für einen Zusatzblitz weiter. Das eingebaute Modell macht seine Arbeit im Gegensatz zum Ursprungsmodell, der FZ1, schon ausgezeichnet und leuchtet die Umgebung auf mehrere Meter kräftig aus, so dass die Herstellerangabe von sieben Metern sicher nicht zu hoch gegriffen ist. Unter 15, 20 cm hingegen macht der Blitz keinen Sinn mehr, da das recht grosse Objektiv hier beginnt, seinen Schatten zu werfen.

Unter der Lupe

Das Leica-Objektiv genauer betrachtet zeigt sich, warum Grösse durch keine Tricks zu ersetzen ist. Zum Beispiel besticht das gesamte Bild mit ausgezeichneter Schärfe, so dass auf über 100 Meter Distanz noch Autonummern zu lesen sind. Weiter bleibt die Ausleuchtung beinahe durchgehend konstant, nur ganz leicht dunkeln die Ecken ab. Einzig der Weitwinkelbereich fällt mit 36 mm (KB äquivalent) nicht allzu riesig aus.

Und die Elektronik dazu

Automat oder von Hand: Das Wählrad springt schnell zum gewünschten Modus.
Auch sie macht eine ausgezeichnete Figur. So trifft der Automatikmodus zielsicher die richtigen Einstellungen, und dies schnell. Entsprechend meisterte die FZ20 den Test der Auslöseverzögerung ausgezeichnet, einzig der Autofokus braucht je nach Zoomeinstellung und Situation einen kurzen Moment.
Keine Wünsche offen lässt die Bildqualität, hier hält die Kamera ganz klar, was das Äussere verspricht. Zudem lassen sich Parameter wie Kontrast, Schärfe, Sättigung und Rauschminderung zusätzlich in jeweils drei Stufen anpassen. Schon die Standardeinstellung verbindet natürliche, kräftige Farben mit ausgezeichnetem Kontrast und Schärfe, natürlich mit ein Verdienst des Leica-Objektivs.

Die Empfehlung

Das 5 cm LCD-Display löst ausgezeichnet auf und ermöglicht eine sichere Bildkontrolle.
Uneingeschränkt lässt sich die Panasonic Lumix DMC-FZ20 für den anspruchsvollen Hobbyfotografen empfehlen. Sie grenzt in vielen Punkten an eine Spiegelreflexkamera, allerdings mit einem fest montierten Objektiv, welches seinesgleichen sucht. Natürlich, zu den kleinen kompakten, welche überallhin mitkommen, zählt die Lumix nicht mehr. Aber in ihrem Gehäuse verpackt sie eine enorme Leistung - die Verpackung übrigens in Silber oder in Schwarz.
STECKBRIEF
Modell:
DMC-FZ20
Profil:
DIE Kamera für anspruchsvolle Hobbyfotografen mit ausgezeichnetem Objektiv, hoher Bildqualität und vollständiger Ausstattung.
Pro:
Bildqualität;Leica-Objektiv mit optischem 12fach Zoom und durchgehender Lichtstärke 1:2.8;Effektiver Optischer Bildstabilisator (zwei Stufen);manuelle Einstellmöglichkeiten;starker Blitz;vollständige Ausstattung;
Contra:
Weitwinkelbereich eingeschränkt (36 mm KB äquivalent)
Preis:
1,000.00 CHF
Hersteller:
Jahrgang:
2004
Vertrieb:
Masse:
135 x 87 x 106 mm
Gewicht:
0,556 kg
Farbe:
schwarz/silber
Wettbewerb