TESTBERICHT

Stromsparen liegt im Trend. Angefangen bei der Heizung über Haushaltgeräte bis hin zur Glühbirne, welche in letzter Zeit für besonders viel Gesprächsstoff sorgte. In allen Bereichen wird fleissig geforscht und entwickelt. Die neuen Geräte sollen einerseits umweltfreundlich und andererseits mindestens gleich gut, wenn nicht sogar noch besser, in der Performance sein.

Die heimischen Wohnzimmer werden zunehmend mit Sparlampen oder LED-Leuchten ausgerüstet. Diese Leuchtmittel benötigen nicht mal halb soviel Energie wie konventionelle Glühbirnen, und dies bei ähnlicher Lichtqualität. Doch was ist mit dem Fernseher, welcher in vielen Haushalten ebenfalls stundenlang betrieben wird?

Genau hier kommt Philips mit ihrem Öko-Fernseher „Econova" ins Spiel. Erstmals vorgestellt wurde dieser im Herbst 2010 an der internationalen Funkausstellung IFA in Berlin. Wir hatten nun die Gelegenheit, den „Econova" ausgiebig zu testen.

Schlanker Schönling

Philips Econova

Das LCD-Panel ist durchgehend aus Aluminium gefertigt. Mindestens 60 Prozent stammen laut Hersteller Philips aus recyceltem Material. Dies trägt dem ökologischen Ansatz Rechnung und sieht zudem auch fantastisch aus. Der gefräste und anschliessend gebürstete Aluminiumrahmen macht schon auf den ersten Blick einen sehr hochwertigen Eindruck. Schaut man sich die Details an, so wird dieses Bild nur bestätigt. Die Verarbeitung ist Top.

Das Design ist schnörkellos, minimalistisch und ohne überflüssige Spielereien. Unterbrochen wird der schmale Rahmen lediglich durch das mittig angeordnete Philips-Logo sowie durch ein feinmaschiges Gitter. Mit nur knapp 43 Millimetern Gerätetiefe an der breitesten Stelle gehört der Econova mit Sicherheit zu den flacheren Zeitgenossen.

Der Ökologie verschrieben hat sich auch die Fernbedienung. Anstelle von herkömmlichen Alkali-Mangan-Batterien, welche nach Gebrauch entsorgt werden müssen, verwendet Philips in der Fernbedienung des Econova photovoltaische Zellen. Diese Sonnenkollektoren laden mit Hilfe der Sonne den integrierten Akku. Ein Ansatz, welcher gefällt und in Zukunft hoffentlich auch in anderen Kleingeräten Anwendung finden wird. Über das ovale Design der Fernbedienung scheiden sich die Geister: Die Kombination von weissem Kunststoff und gebürstetem Aluminium ist äusserst gewöhnungsbedürftig. Irgendwie will sie nicht so richtig zum edlen Econova-TV passen. Nichtsdestotrotz, die Fernbedienung ist stabil gebaut und überlebt so problemlos den einen oder anderen Sturz vom Sofa.

Standfuss oder Wandfuss

Der Aufbau des Fernsehers gestaltet sich einfach: So kann der 42-Zoll-Monitor wahlweise auf dem mitgelieferten Standfuss betrieben oder direkt an die Wand montiert werden. Die ausgeklügelte Konstruktion ermöglicht, dass für beide Varianten die gleichen Teile benötigt werden. Obwohl der Aluminiumständer filigran wirkt, steht das Panel stabil. Weiter sind im Lieferumfang des Econova die bereits erwähnte Solar-Fernbedienung sowie ein Netzkabel enthalten, eine gedruckte Bedienungsanleitung sucht man vergebens. Auf der Bohrschablone, welche auch als Montageanleitung dient, wird auf das On-screen-Hilfemenu verwiesen. Dass kein Manual mitgeliefert wird, ist laut Hersteller Philips Teil des ökologischen Konzepts. Dies erschwert jedoch anfangs die Suche nach Parametern in dem nicht immer ganz logisch aufgebauten Menu.
Ein Designstück aus recyceltem AluminiumEin Designstück aus recyceltem Aluminium

Sparsam

Der Philips Econova verfügt über vier HDMI- und zwei Scart-Anschlüsse sowie weitere Verbindungsmöglichkeiten via Component, VGA oder 75 Ohm-Antenne. Zusätzlich finden sich ein USB-Anschluss, ein Slot für ein Common-Interface, eine Kopfhörerbuchse und sogar ein richtiger Netzschalter. Dieser ermöglicht, das Gerät vollständig vom Netz zu trennen und so den ohnehin schon niedrigen Standby-Verbrauch von 0,07 Watt ganz zu eliminieren. Im Betriebsmodus benötigt das Gerät um die 60 Watt, was für ein Panel mit stolzen 107 cm extrem wenig ist. Hierbei muss jedoch klar gestellt werden, dass dieser Wert je nach ausgewähltem Bildmodus stark variiert.

Insgesamt bietet der Econova von Philips eine breite Palette von Anschlussmöglichkeiten im analogen sowie im digitalen Bereich. Nicht vorhanden ist jedoch ein Netzwerkanschluss, welcher in Zukunft eine durchaus wichtige Rolle spielen mag.

Vorhang zu – Energiesparmodus ein

Dass trotz Energiesparmassnahmen das Bild eine gute Qualität haben muss, versteht sich quasi von selbst. Um dies zu erreichen, wurde dem Econova eine Full-HD LCD-Anzeige mit LED-Hintergrundbeleuchtung spendiert. Einerseits soll so das Bild gleichmässig ausgeleuchtet und andererseits wiederum Strom gespart werden.

Angeschlossen ans analoge Kabelnetz liefert das Display ein ordentliches Fernsehbild mit kräftigen, natürlichen Farben und einem guten Kontrast. Bewegungsartefakte können bei genauem Hinschauen zwar ausgemacht werden, diese stören jedoch kaum. Ausgestattet ist der 42-Zöller mit einem DVB-T und mit einem DVB-C Tuner. Diese ermöglichen sowohl terrestrischen als auch kabelgebundenen, analogen und digitalen Empfang.

Wird das Display mit einem Blu-ray-Signal bedient, so erscheint ein scharfes, kontrastreiches Bild in satten Farbtönen. Dies ist in der Vorschau des Films „Fast and Furious" besonders gut zu erkennen. Die beiden Protagonisten des Films liefern sich ein Rennen quer durch die Stadt, auf einer viel befahrenen Strasse. Einzig die Strassenbeleuchtung, die Scheinwerfer der herannahenden Autos und hin und wieder eine Werbetafel beleuchten die dunklen Szenen. Die schnellen Bildwechsel und die schwierigen Lichtverhältnisse stellen den Econova auf die Probe. Der eingebaute 100 Hz Prozessor meistert diese Aufgabe gut. In den zahlreichen Schleuderszenen dieses Trailers sind kaum Schliereneffekte zu sehen und besonders die Spiegelungen auf den blank polierten Karrossen wirken sehr brillant. Weniger gut unterschieden werden können hingegen die Nuancen in dunklen Farbtönen. Dies hängt unter anderem auch mit der eher geringen Helligkeit des Panels zusammen. Der Schwarzwert ist hingegen sehr gut und die schwarzen Flächen wirken einheitlich.

Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden
Wird der Fernseher in der Einstellung „Energiesparen" betrieben, so muss bei starkem Tageslicht der Raum leicht abgedunkelt werden, um genügend sehen zu können. Wesentlich heller sind da die Voreinstellungen „Spiel" oder „Natürlich". Der eingebaute Lichtsensor arbeitet nicht immer zufriedenstellend. Gelegentlich treten sprunghafte Helligkeitsschwankungen auf, dies auch wenn sich die Lichtverhältnisse im Raum nicht ändern. Die Idee, die Helligkeit der Umgebung anzupassen, ist aber bestimmt ein Schritt in die richtige Richtung, nur noch eine Spur fliessender sollte es sein.

Insgesamt können dem Econova bezüglich der Bildqualität gute Noten beim Tunerbild und sehr gute Noten im Blu-ray-Betrieb ausgestellt werden.

Überdurchschnittlicher Klang

Der nur gerade wenige Zentimeter dünne Bildschirm liefert einen erstaunlichen Klang. Nicht nur die Maximallautstärke ist beeindruckend, sondern vielmehr die Qualität der Tonwiedergabe. Eindrücklich fördert dies der Musikfilm „Ray" zu Tage. Weltbekannte Stücke wie „Hit the Road Jack" oder „Georgia" lassen einen in die bewegende Geschichte eintauchen. Sowohl Klavier als auch Kontrabass klingen natürlich und haben Tiefgang. Die Bläser röhren kräftig und beginnen erst bei sehr hoher Lautstärke blechern zu klingen. Die Leadstimmen haben ein angenehmes, warmes Timbre. Eine zusätzliche Heimkinoanlage können die eingebauten Lautsprecher zwar nicht gerade ersetzen, aber dennoch ermöglichen sie Fernsehgenuss mit überdurchschnittlichem Sound.

Fazit

Solarbetrieben

Mit einem Preis von 1899 Franken ist der Econova zwar kein Schnäppchen, jedoch setzt man damit ein klares Zeichen in Sachen Umweltschutz. Angefangen bei der umweltschonenden Verpackung über das recycelte Aluminiumgehäuse bis hin zum niedrigen Stromverbrauch und der solarbetriebenen Fernbedienung, setzt Philips voll auf Nachhaltigkeit.

Abstriche müssen beim fehlenden Netzwerkanschluss, bei der nicht immer klaren Bedienung und beim etwas lichtschwachen Bild im Energiesparmodus gemacht werden. Letzteres lässt sich jedoch durch Verdunkeln des Raumes einfach beheben.

Der Econova glänzt mit einem brillanten, farbenfrohen Bild und gutem Kontrast. Dass im Hause Philips auch die Tonwiedergabe nicht vernachlässigt wird, beweist der Econova deutlich. Das Resultat ist ein gut verständlicher, warmer Sound mit angenehm bassigem Fundament. Vom Äusseren her überzeugt der Econova auf der ganzen Linie und zeigt, wie sich Recycling und Spitzendesign in Einklang bringen lassen.

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