TESTBERICHT
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Höreindruck

Man bekommt heute für wenig Geld komplett ausgerüstete Plattenspieler am Beispiel dieser drei Geräte. Sie machen ihren Job erstaunlich gut. Sie ruinieren die Schallplatten nicht und klingen jedenfalls so gut, dass man die tonale Emotion von Vinyl tatsächlich mitbekommt.

Die Technik der digitalen Aufnahme von Schallplatten findet bewusst keine Erwähnung. Sie hängt von der verwendeten Aufnahme-Software ab und nicht von den Geräten. Die Software kriegt man kostenlos oder günstig von zahlreichen Anbietern.

Der Kostendruck muss enorm sein, wenn man einen Plattenspieler mit allem Drum und Dran für 300 CHF auf den Markt bringen will. Das bleibt nicht verborgen. Wesentliche Komponenten der getesteten Modelle sind schlicht und exakt identisch.

Der Teac TN-300 hat am meisten Luft nach oben. Man kann nicht nur einen besseren Tonabnehmer einbauen, man kann auch Kabel und Phonostufe wählen. Der Audio Technica weist den grössten Spassfaktor auf, und der Lenco vermittelt analoge Klassik.

Wer es dann ernst meint mit Vinyl, dem empfehle ich jedoch, etwas tiefer in die Tasche zu greifen.

Audio Technica mit DJ-Groove

Der Audio Technica sieht den Technics-Geräten der 1200er Serie zum Verwechseln ähnlich, und die Bezeichnung LP120 scheint nicht zufällig. Es ist der klassische Plattenspieler für den rauhen DJ-Einsatz mit einer Fülle von Funktionen, von denen der Musikhörer bestimmt nicht alle benötigen dürfte.

Im Unterschied zum Lenco und Teac verfügt der Plattenspieler über einen quarzgeregelten Direktantrieb für sehr schnellen Hochlauf und Stopp. Nebst der zusätzlichen 78er Geschwindigkeit (für die Schellack-Disco...) kann man die Drehrichtung umkehren und mit einem Schieberegler die Drehzahl um bis zu +/- 20% verändern.

Das typische und hier auch sinnvolle Stroboskop ist aktiv beleuchtet und ein höhenverstellbares Leitlicht erlaubt das exakte Aufsetzen der "Nadel" dort, wo sie hin muss. Der Tonarm unterscheidet sich nur durch seine S-Form von dem des Lenco.

Pro und Contra

Der Tonarm verfügt über eine praktische Einrichtung um die Höhe zu verändern (VTA): Drehring an der Basis.Der Tonarm verfügt über eine praktische Einrichtung um die Höhe zu verändern (VTA): Drehring an der Basis.

Auch beim Audio Technica hörte ich über den eingebauten Phono-Vorverstärker.

Der Eindruck war über alles positiv mit einer Tendenz zur Nervosität. Der Klang wirkte manchmal etwas zitternd. Punkto Dynamik überzeugte er mich. Der Tonabnehmer ist ebenfalls der MM AT95E wie beim Teac. Die doch eher schwach ausgeprägten klanglichen Defizite zum Teac führe ich auf den Direktantrieb zurück.