Lenco L-90 Traditionspaket
Vom Headshell bis zur Zarge: Tradition verpflichtetDer Lenco L-90 erinnert mit furnierter Holzzarge und "Rauchglas" Plexi-Haube an meine Jugendzeit. Der verborgene Riemenatrieb verbindet den Pulley nicht wie früher mit einem separaten Sub-Teller. Dieser ist im Alu-Gussteller integriert. Die Geschwindigkeiten von 33 1/3 und 45 sind sinnvoll.
Das Stroboskop vermittelt eine gefällige Optik und meldet je nach Beleuchtung Drehzahlabweichungen. Der Tonarm ist klassisch 4-Punkt gelagert mit Doppel-Joch und geradem Tonarmrohr ausgeführt. Das abnehmbare Headshell passt ins Retro-Design des Plattenspielers.
Der nicht näher bezeichnete MM-Tonabnehmer verfügt über einen sphärischen Bonded-Diamond und verlangt nach 2,5 Gramm Auflagekraft. Der Tonarm-Lift ist gut zu bedienen. Der Plattenspieler startet bei Anheben des Tonarms und stoppt, wenn man diesen wieder parkiert.
Pro und Contra
Pro:
- Gelungenes, klassisches Design
- Integrierter Phono-Vorverstärker
- Solide Gummi-Matte
- Eine CD mit der Aufnahmesoftware Audacity liegt bei
- Problemlose Bedienung
Anschlussfeld des L-90Contra:
- Empfindlich auf Körperschall
- Keine Möglichkeit, ein höherwertiges Cinch-Kabel zu verwenden.
- Keine Möglichkeit, einen externen Phono-Vorverstärker zu nutzen.
Höreindruck
Die Klanqualität ist ordentlich, mitunter etwas kühl, dafür in Bezug auf Räumlichkeit in Ordnung. Mit einem besseren Tonabnehmer lässt sich bestimmt noch viel herausholen. An den integrierten Phono-Vorverstärker und die Kabel ist man leider gebunden.
Teac TN-300: High End Feel
Überzeugende Aufhängung beim TeacDer Teac TN-300 spricht eine moderne und etwas kühlere Sprache. Der verborgene Riemenatrieb ist völlig identisch mit dem Lenco und dürfte mit denselben Zuliefer-Komponenten geschaffen sein.
Das fehlende und aus meiner Sicht ohnehin unnötige Stroboskop unterstützt die angestrebte High-End-Optik. Der Tonarm ist in Bezug auf die Aufhängung präzise und eigenständig. Wie beim Lenco kommt ein gerades Tonarmrohr zum Einsatz. Das abnehmbare Headshell ist gut konstruiert.
Der MM-Tonabnehmer ist von Audio Technica (Typ MM AT95E) und identisch mit der Bestückung des AT-LP120 in diesem Test. Der eliptische Diamant verlangt nach 2 Gramm Auflagekraft. Die beiden Drehschalter sind gut angeordnet, wertig gearbeitet und zweckmässig.
Sehr schöne Bedienelemente beim TeacPro und Contra
Pro:
- Schönes und hochwertiges Design
- Integrierter Phono-Vorverstärker
- Umschaltbar auf externen Phono-Vorverstärker
- Solide Gummi-Matte
- Cinch-Anschlüsse für Kabel-Optimierung
- Externes Netzteil
Sehr anständiges Anschlussfeld beim TeacContra:
- Empfindlich auf Körperschall
- Eine Aufnahme-Software liegt nicht bei.
Höreindruck
Im Sinne eines fairen Vergleichs wurde mit dem eingebauten Phono-Vorverstärker gehört. Der Teac klingt insgesamt wärmer und fliessender als der Lenco. Da ist deutlich mehr Ruhe im Geschehen. Ich führe das auf Tonarm und Tonabnehmer zurück, da der Antrieb aus meiner Sicht identisch ist.
Durch die Freiheit, das Kabel und den externen Phonovorverstärker zu optimieren, ergibt sich ein grösseres Klangpotenzial. Der höhere Preis des Geräts scheint mir gerechtfertigt.
Audio Technica mit DJ-Groove
Der Audio Technica sieht den Technics-Geräten der 1200er Serie zum Verwechseln ähnlich, und die Bezeichnung LP120 scheint nicht zufällig. Es ist der klassische Plattenspieler für den rauhen DJ-Einsatz mit einer Fülle von Funktionen, von denen der Musikhörer bestimmt nicht alle benötigen dürfte.
Im Unterschied zum Lenco und Teac verfügt der Plattenspieler über einen quarzgeregelten Direktantrieb für sehr schnellen Hochlauf und Stopp. Nebst der zusätzlichen 78er Geschwindigkeit (für die Schellack-Disco...) kann man die Drehrichtung umkehren und mit einem Schieberegler die Drehzahl um bis zu +/- 20% verändern.
Das typische und hier auch sinnvolle Stroboskop ist aktiv beleuchtet und ein höhenverstellbares Leitlicht erlaubt das exakte Aufsetzen der "Nadel" dort, wo sie hin muss. Der Tonarm unterscheidet sich nur durch seine S-Form von dem des Lenco.
Wie ein kleiner LeuchtturmPro und Contra
Pro:
- Integrierter Phono-Vorverstärker
- Umschaltbar auf externen Phono-Vorverstärker
- Schnelles Hochfahren und Schnellstopp
- Praktische Beleuchtungen (Stroboskop und Leitlicht)
- Abschaltbare Quarz-Regulierung
- Schnellverstellung für die Höhe (VTA)
- Besondere Funktionen für DJ's
Der Tonarm verfügt über eine praktische Einrichtung um die Höhe zu verändern (VTA): Drehring an der Basis.Contra:
- Deutlicher Körperschall
- Fest eingebautes Billig-Chinch-Kabel
- Eine Tellerauflage aus Filz, die zu statischer Aufladung neigt.
Höreindruck
Auch beim Audio Technica hörte ich über den eingebauten Phono-Vorverstärker.
Der Eindruck war über alles positiv mit einer Tendenz zur Nervosität. Der Klang wirkte manchmal etwas zitternd. Punkto Dynamik überzeugte er mich. Der Tonabnehmer ist ebenfalls der MM AT95E wie beim Teac. Die doch eher schwach ausgeprägten klanglichen Defizite zum Teac führe ich auf den Direktantrieb zurück.

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