17. Dezember 2018 | seit 1999
TESTBERICHT
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Niederohmige Hörer

Der AKG 701 ist ein optimaler Spielpartner zum OTL-Kopfhörererstärker.

Nun darf man gespannt sein, wie sich der OTL-Kopfhörerverstärker an niederohmigen Hörern benehmen wird.

Was eigentlich dem Fachhandel vorbehalten ist, wird nun bewerkstelligt: Mit einem langen, sehr dünnen Schraubenzieher wird durch eine passende Öffnung im Lochgitter „gestochen“ und die beiden Mikroschalter feinfühlig umgelegt.

Eine Testperson, die seit Jahren den AKG 701 Kopfhörer (Impedanz 62 Ohm) als Referenzgerät benutzt und schätzt, meint nach ausgiebiger Hörzeit begeistert: „Klingt rund doppelt so gut wie mit all meinen bisherigen Verstärkern!“ Zudem gibt er zu Protokoll, den Hörer „kaum wieder zu erkennen“.

Begeistert ist er er von der exzellenten Wiedergabe der Streicher und Stimmen. So zieren amüsante Notizen sein Bewertungsblatt wie etwa: „süsser Geigen nie klingen!“.
Aber auch die Räumlichkeit des Klangbildes, die er nun sogar über diejenige des HD 800 stellt (!) habe drastisch zugenommen. Punkto Bass sind allerdings keine neuen Wundertaten zu erkennen: Der AKG 701 bringt auch am OTL-Kopfhörerverstärker wohl eine absolut lupenreinen, aber nicht abgrundtiefen Bass.

Auch die anderen Testpersonen stellen fest: Der OTL-Kopfhörerverstärker und der AKG 701 harmonieren aufs beste!

Nicht geglückt!

Der Grado GS 1000 bildet mit dem batteriebetriebenen Grado RA-1 Kopfhörerverstärker eine stimmig klingende Einheit, passt jedoch nicht optimal zum OTL-Kopfhörerverstärker.

Und weiter geht's mit dem wirklich niederohmigen Kopfhörer von Grado GS 1000, der eine Impedanz von gerade mal 32 Ohm aufweist. Als Vergleich wird der Grado RA-1 Kopfhörerverstärker hinzugezogen. So kommt es zwangsläufig zum Vergleich eines batteriebetriebenen und transistorisierten Kopfhörerverstärkers und eines OTL-Röhrenverstärkers.

Das Resultat verblüfft: Der RA-1 Kopfhörerverstärker von Grado bildet mit dem GS 1000 eine wohl sehr brillant und ausgesprochen räumlich klingende Einheit.

Wer glaubt Grado Hörer müssten, wie so oft in der Vergangenheit, eher dunkel und wohlig warm klingen, sieht sich hier getäuscht, denn diese Kombination ist im Hochtonbereich ganz klar hell und brillant getunt. So präsentiert sich das Klangbild ausgesprochen weiträumig und untermauert von einem grandiosen, satten doch lupenreinen Bass. Überlagert ist das Fundament von transparenten Mitten und einem, wie schon erwähnt, eher hell und frisch abgestimmten Hochtonbereich.

Vom  OTL-Kopfhörerverstärker angesteuert, präsentiert sich der Hochtonbereich klar überzeichnet, teilweise sogar grell. Hohe Streicherlagen wirken spitz und für Freunde zarter Streicherklänge nicht sehr angenehm. Stimmen erhalten einen rauhen Beiklang und Beckenimpulse beginnen grell zu zischeln. Die Testhörer zeigen sich von dieser Kombination ganz und gar nicht begeistert.

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