Vernetzte Audiogeräte holen normalerweise die Musik von irgendeiner Festplatte im Heimnetzwerk. Sie tragen deshalb Kleber wie UPnP und DLNA. Dass die richtigen Daten beim richtigen Lautsprecher landen, dafür sorgt ein DLNA-Server. Er ist in den meisten Netzwerkfestplatten aber auch in Netzwerk-Routern, in AV-Geräten mit USB-Anschluss und in jedem Windows-PC integriert.
Die Windows-Programme Jamcast und SWYH sind ebenfalls DLNA-Server. Sie holen sich die Musik aber nicht nur von der Festplatte, sondern können sie auch direkt beim PC-Lautsprecher abgreifen. Dafür kopieren die beiden Tools den Datenstrom, welcher an die Soundkarte geschickt wird. Sie wandeln diesen dann um und stellen ihn als endlos lange MP3-Datei zur Verfügung. Statt „Hells Bells von AC/DC“ liefert der PC dann also den Song „Lautsprechertöne von PC“ an die DLNA-Audiogeräte aus.
Der Trick ist clever und funktionierte bei unserem Test problemlos mit unterschiedlichsten Windows-Versionen (inklusive dem brandneuen Windows 10) und einem Dutzend DLNA-Geräten (in der Preiskategorie von 100 bis 1000 Franken).
Als besonders empfehlenswert erwies sich im Test Jamcast. Es kann bei https://getjamcast.com/ kostenlos heruntergeladen werden. Damit man die Premium-Funktionen testen kann, sollte man sich auf der Webseite mit dem Button „Sign up“ auch gleich ein kostenloses Benutzerkonto anlegen.
Wer ein Android-Tablet hat, installiert die Jamcast-App. Er erhält so alle Funktionen komfortabel in einer Oberfläche.Jamcast kann während 14 Tagen kostenlos getestet werden und kostet danach 30 US-Dollar. Wer eine kostenlose Open-Source-Lösung bevorzugt, kann auch SWYH (www.streamwhatyouhear.com) ausprobieren. Es kann ebenfalls via Taskbar Audioströme vom PC-Lautsprecher direkt auf DLNA-Geräte umleiten. Allerdings funktionierte im Test mit SWYH das Umleiten auf Sonos-Geräte nicht. Jamcast beherrscht diesen Trick. Ferner neigte SWYH sporadisch zu Tonaussetzern, insbesondere wenn der PC auch noch mit anderen Tätigkeiten beschäftigt war.
Zwei besondere Gründe sprechen ebenfalls für SWYH: Erstens verfügt es über eine Aufnahme-Funktion (Tools, Record what you hear). Alles was aus dem Lautsprecher tönt, wird so als MP3-Datei gespeichert. Das reicht von Skype-Telefonaten bis zu Songs aus Mietdiensten.
Ferner kann SWYH den PC in eine Internet-Radiostation verwandeln. Das ist die Notlösung für Audiogeräte, die kein DLNA beherrschen, aber Internetradiostationen empfangen können. Wie man ein solches privates Internetradio einrichtet, habe ich ausführlich in einem Beitrag bei http://goo.gl/OxV2n2 beschrieben.
Übrigens lässt sich auch Jamcast als Radiosender nutzen. Die Senderadresse lautet http://x.x.x:58641/Media/audio/mpeg/CaptureStream, wobei x.x.x durch die IP-Adresse des PC ersetzt werden muss, auf dem Jamcast läuft.

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