TESTBERICHT
Pure StreamR. Pure StreamR.

Der Pure StreamR ist zwar nicht das erste Gerät, das die Kategorie Bluetooth-Lautsprecher mit einem DAB+- und UKW-Radio vereint. Doch zumindest bei den mobilen Lautsprechern ist dies eine eher selten anzutreffende Kombination. Darüber hinaus bietet das akkubetriebene Gerätchen auch noch die Möglichkeit, die Sprachassistentin Amazon Alexa zu nutzen. Grund genug, sich den Pure StreamR genauer unter die Lupe zu nehmen.

Der britische Hersteller Pure ist vor allem wegen seiner Digital- und Internetradios bekannt. Dessen Geräte sind erfahrungsgemäss meist hochwertig, klingen gut und sind angenehm zu bedienen. Während bei vielen anderen Kombi-Modellen optisch und betreffend ihrer Funktionsweise das Radio-Element dominiert, ist beim Pure StreamR auf den ersten Blick nicht eindeutig zu erkennen, ob es sich nun um einen kabellosen Lautsprecher, um ein DAB-Radiogerät oder um einen digitalen Sprachassistenten handelt. Die Designsprache des Geräts dürfte kein Zufall sein, sondern die Vielseitigkeit des Pure StreamR optisch unterstreichen.

Ganz ausgeschaltet wird das Gerät, indem man den Lautsprecher mit Display nach unten drückt und im Gehäuse versenkt.Ganz ausgeschaltet wird das Gerät, indem man den Lautsprecher mit Display nach unten drückt und im Gehäuse versenkt.

Leuchtender Knirps

Das Gerät ist nur gerade 10,5 cm hoch und ebenso breit und tief. Es handelt sich um einen Würfel, könnte man meinen. Doch wegen seiner abgerundeten Ecken und Seitenkanten kommt er überhaupt nicht kubisch daher. Eher zylinder- oder säulenförmig, ähnlich wie die Sprachassistenten-Lautsprecher von Google, Amazon oder Apple. Auf der abgeflachten Oberseite befindet sich ein berührungsempfindliches Bedienungs-Panel, über welches das Gerät hauptsächlich gesteuert wird. Einige Funktionen wie das Erstellen der Bluetooth-Verbindung zum Smartphone und der DAB-Sendersuchlauf werden über die zwei Tasten an der Rückseite des Geräts vorgenommen.

Die 10,5 cm entsprechen übrigens der Höhe im aktiven Zustand. Schaltet man das Gerät nicht bloss stumm, sondern ab, drückt man einfach den oberen Teil in das Gehäuse zurück, sodass das Gerät nur noch 7,5 cm hoch ist. Um es wieder einzuschalten, drückt man auf die Oberseite, auf der sich auch der Lautsprecher befindet, und schon fährt die Einheit wieder hoch. Im offenen Zustand wird die Schwarzweiss-LCD-Anzeige sichtbar. Auf dieser Anzeige werden im Radiobetrieb Sender und Songtitel angezeigt. Bei ausgeschaltetem Radio wird dort über den aktuellen Modus, die aktive Bluetooth-Verbindung, den Alexa-Status oder den Aux-Anschluss informiert. An der Oberseite befinden sich zudem bunte LEDs, die beispielsweise über die Zuweisung der Senderspeicher informieren oder mittels grüner Farbe, dass der Akku gerade geladen wird.  

In der Mitte: Alexa-Taste, die auch für die Stummschaltung dient. Mit der Pfeiltaste wird der Modus (DAB+, Bluetooth, UKW, Aux) gewählt. In der Mitte: Alexa-Taste, die auch für die Stummschaltung dient. Mit der Pfeiltaste wird der Modus (DAB+, Bluetooth, UKW, Aux) gewählt.

Bedienung

Ein optisches 10fach Zoom verlangt nach einer ruhigen Hand und gutem Licht sowie hoher Lichtstärke und Empfindlichkeit seitens der Kamera. Panasonics optischer Bildstabilisator O.I.S. leistet hier ganze Arbeit, und rettet über mehrere Verschlusszeitenstufen gegenüber Aufnahmen aus freier Hand. Aber wehe, das Motiv bewegt sich – dann hilft die intelligente ISO-Kontrolle, welche die Empfindlichkeit bis zum wählbaren Maximalwert von 400, 800 oder 1250 hochschraubt. Wobei gerade der letzte nur für den Notfall zu gebrauchen ist. Es entstehen zwar noch unverwackelte Bilder, doch bezüglich Rauschen und Farben sind Kompromisse einzugehen – mit minimalen Unterschieden zwischen TZ2 und TZ3. Im allerletzten dringenden Fall rettet übrigens eine wählbare Szene jedes noch so kleine Quäntchen Licht auf den Speicher - mit ISO 3200.

Der feine Unterschied

«Alexa, wie wird das Wetter morgen?»

Offiziell ist Amazons Sprachsteuerungsdienst Alexa in der Schweiz nicht verfügbar. Doch mit einem US-Konto von Amazon lässt sich Alexa mit ihren sogenannten «Skills» auch in der Schweiz nutzen, und mit dem Pure StreamR. Zumindest ein Teil der Skills scheint verfügbar zu sein. Um Alexa einzurichten, lädt man die App Pure Home (für iOS und Android) aus Apples App Store oder aus Googles Play Store herunter und initiiert zuerst das StreamR-Gerät und meldet sich dann mit den Login-Daten von Amazon direkt in der App unter «Amazon Alexa» an. Bisher haben wir die Pure-App für den StreamR noch nicht zwingend gebraucht. Überraschenderweise ist dort nicht nur die englische Sprachversion verfügbar, sondern auch eine deutsche. Somit kann man mit Alexa auf Hochdeutsch reden.

Möchte man nun Alexa etwas fragen oder einen Befehl geben, drückt man entweder auf dem StreamR-Gerät die Touch-Taste in der Mitte seiner Oberseite – oder man drückt die entsprechende Taste in der Pure-Home-App. Sofort erscheint auf dem Display die Anzeige «Alexa hört zu», und man kann loslegen. Da die Assistentin bereits aktiviert ist, braucht man nicht jedes Mal ihren Namen aufzurufen, bevor man eine Frage stellt. Bei Geräten, welche die ganze Zeit stumm mithören, was im Raum gesprochen wird, braucht es den Druck auf die Taste nicht, dafür ruft man zuerst «Alexa» oder «Google», um den Sprachassistenten in Bereitschaft zu versetzen.

 

Auch wenn der StreamR-Lautsprecher nicht genug Power für eine Tanzparty leisten kann – ein paar lustige Witze hat die Sprachassistentin für die fröhliche Runde aber immer auf Lager. Auch wenn der StreamR-Lautsprecher nicht genug Power für eine Tanzparty leisten kann – ein paar lustige Witze hat die Sprachassistentin für die fröhliche Runde aber immer auf Lager.

Dann machen wir also den ersten Test und geben Alexa mündlich den Auftrag, den Radiosender SRF 1 zu spielen. Sofort quittiert Alexa den Befehl mit «SRF1 auf TuneIn», und schon hört man Live-Radio. Dasselbe funktioniert auch für andere Radiokanäle. Als Quelle dient also hier nicht DAB+ oder UKW, sondern Internetradio via TuneIn. In einem weiteren Versuch fragen wir Alexa, wie das Wetter morgen in Zürich wird. Auch diese Aufgabe löst sie schnell und zuverlässig. Allerdings drückt jetzt ihre US-Herkunft durch: Sie gibt die Temperaturen nicht in Grad Celsius an, sondern in Fahrenheit. Die Angabe, dass es morgen 70 Grad warm wird, lässt uns etwas ratlos zurück. Also fragen wir Alexa: «Wie viel sind 70 Grad Fahrenheit?». Prompt liefert sie die Antwort «70 Grad Fahrenheit sind 21.1 Grad Celsius». Na ja, wir hätten die Information zum morgigen Wetter auch weniger umständlich erfahren können, aber immerhin wissen wir jetzt, dass Alexa auf dem Pure StreamR ganz gut funktioniert.

Musikwiedergabe

Nach der Bluetooth-Koppelung mit dem Smartphone ist der StreamR bereit, die Musik vom Handy abzuspielen. Dazu kann eine beliebige App zur Musikwiedergabe ausgewählt werden. Möchte man jedoch über Alexa Musik streamen, ist ein Abo beim Musikdienst Amazon Music Unlimited nötig. Ein solches haben wir nicht zur Verfügung, wir versuchen es also via Smartphone mit Spotify, was problemlos funktioniert. Die Pure-Home-App benötigen wir also nicht mehr – es sei denn, man möchte abseits vom StreamR Alexa aufrufen oder ein Musikstück erkennen. Denn in der App Pure Home ist der Musikerkennungsdienst ACRCloud integriert. Dieser funktioniert ähnlich wie die Apps Shazam oder Soundhound, erkennt also automatisch Titel und Interpret von Songs und Werken.

Wer ein Smartphone, ein Tablet oder einen Musikplayer mit 3,5-mm-Klinkenanschluss besitzt, kann sein Gerät auch über ein Kabel mit dem StreamR verbinden. Praktischerweise muss man kein solches Kabel in seinem Haushalt suchen oder eines kaufen: Der StreamR hat ein solches bereits integriert. Es ist in einer Einbuchtung rund um den Bauch des Geräts aufgewickelt und lässt sich per Handgriff herausnehmen. Das Kabel ist fix installiert und lässt sich nicht entfernen. Das ist aber kein Nachteil, schliesslich lässt sich das Kabel wieder in zwei Schichten um den Lautsprecher aufwinden, wenn man es nicht braucht, und mittels seines Klinkensteckers andrücken. Das Aufwickeln ist anfänglich etwas knifflig, beim dritten oder vierten Mal aber klappts dann besser. Das rund 70 cm lange Kabel dient auch als Radioantenne. Für einen besseren Empfang tut mal also gut daran, das Kabel rauszunehmen. In unserem Fall war dies jedoch nicht nötig.

Das fix montierte Kabel mit Klinkenstecker wird praktischerweise um den Bauch des Lautsprechers gewickelt. Das fix montierte Kabel mit Klinkenstecker wird praktischerweise um den Bauch des Lautsprechers gewickelt.

Soundcheck

Was den Klang betrifft, haben wir vom Pure StreamR nicht allzu viel erwartet, schliesslich ist das Mini-Lautsprecherchen nicht dafür konzipiert, grössere Räume zu beschallen oder gar draussen für laute Partymusik zu sorgen. Er ist eher ein Kammerdiener für Musikstreaming und Radio ohne grosse Ambitionen. Dennoch klingt das Gerät, das immerhin ganze 728 Gramm wiegt, gar nicht schlecht. Wegen seiner geringen Grösse findet es überall seinen Platz und klingt sowohl in der Küche, mitten im Wohnzimmer und auf dem Bürotisch neben dem PC ganz gut. Ist der StreamR per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden, lässt er sich auch als Freisprecheinrichtung sehr gut zum Telefonieren verwenden. Die Verständlichkeit auf beiden Seiten der Telefonleitung ist sehr gut. Auch Sprachsendungen am Radio sind gut verständlich.

Beim Abspielen von Musik fallen die Mitten und Höhen nirgends markant ab, mit den Bässen hingegen kann das kleine Gerät mit seinem 2-Zoll-Woofer nicht auftrumpfen. Der nach oben ausgerichtete 30-Watt-Lautsprecher sorgt dafür, dass die Musik rundherum gut hörbar ist. Der StreamR kann also gut auf den Tisch oder in die Ecke gestellt werden, damit die Musik im ganzen Raum hörbar ist. Es ist zwar ganz praktisch für diese Art von Gerät, wenn der Lautsprecher den Schall nach oben abstrahlt. Der in der Beschreibung erwähnte «360-Grad-Sound» scheint aber etwas übertrieben. Echter 360-Grad-Sound klingt raumfüllender.

Die maximale Lautstärke wird mit 76 db angegeben. Zwar ist der Pure StreamR gemäss IP67 staub- und spritzwassergeschützt, doch ist er für Outdoor-Einsätze nicht wirklich eine Party-Option, sondern lediglich eine Möglichkeit, die aus dem Smartphone plärrende Musik auf ein höheres – und sogar ganz ansprechendes – Klangniveau anzuheben.

Der Pure StreamR ist erhältlich für 249 Franken in Schwarz und in Weiss.

Spritzwassergeschützt und mobil: Pure StreamR. Spritzwassergeschützt und mobil: Pure StreamR.

Fazit

Der Pure StreamR ist ein wahrer Tausendsassa und hält Funktionen bereit, auf die wir nach dem Konsultieren der Gerätebeschreibung gar nicht gefasst waren. So vereint er nicht nur einen mobilen Bluetooth-Lautsprecher mit einem DAB+- und einem UKW-Radio sowie der Alexa-Sprachsteuerung, sondern kann auch als Telefon-Freisprechgerät und Internetradio eingesetzt werden.

Der nach oben gerichtete Lautsprecher klingt trotz der geringen Grösse seines Gehäuses und seiner Leistung überraschend gut, wenn auch nicht überragend. Die einzigartige Funktionen-Kombination gepaart mit einem für ein Mini-Gerät recht ansprechenden Klang und dem Spritzwasserschutz machen den Pure StreamR zu einem praktischen kleinen Ding, das viele Wünsche erfüllt.

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